Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneHouse Harker – Vampirkiller wider Willen

Spaßige Fantasy-Filmfest-Auslese

Wenn man Geld braucht, um die eigenen vier Wände nicht zu verlieren, dann muss man sich schon was einfallen lassen. In der Horrorkomödie „House Harker“ sind zwei Brüder ungemein kreativ und versuchen etwas Außergewöhnliches. Der Film wurde übrigens 2015 per Crowdfunding finanziert, das heißt, die Macher haben das Geld direkt von Privatpersonen eingeworben. 319 Unterstützer brachten eine Summe von 37.000 US-Dollar auf. Und es hat sich gelohnt.

Die Geschichte

Manche Nachbarn sind gar nicht gut auf Vampire zu sprechen (Foto: OFDb Filmworks)

Manche Nachbarn sind gar nicht gut auf Vampire zu sprechen (Foto: OFDb Filmworks)

Der angsteinflößende Vampirfürst Dracula wurde einst vom mutigen Jonathan Harker besiegt. So erzählt man es sich jedenfalls. Die Gebrüder Gerry (Jacob Givens) und Charlie (Noel Carroll) sind Harkers Nachfahren. Doch anstatt das Familienhaus zu einer Touristenattraktion umzubauen, haben sie den dafür zur Verfügung gestellten Kredit privat verplempert. Nun ist nichts mehr da von den 50.000 Dollar und die beiden sind pleite.

Blöderweise wollen die Geldgeber nun ihr Geld zurück. Binnen weniger Tage müssen Gerry und Charlie das Geld auftreiben. Ansonsten verlieren sie ihr Haus. Gemeinsam mit Kumpel Ned (Derek Haugen) tüfteln sie einen Plan aus. Doch daraus wird nichts, als sich in ihrem Haus ein bizarrer Unfall ereignet. Sie schwenken also um: sie lassen Dracula auferstehen, der dafür Verantwortlich gemacht werden soll. Dabei wird ihr Haus der Ort des Geschehens. Besucher müssen Eintritt zahlen, um Dracula höchstpersönlich zu sehen. Damit erhoffen sich die Drei eine nicht unlukrative Geldeinnahme. Soweit die Theorie …

Filmkritik „House Harker – Vampirkiller wider Willen“

Mist, ich hab was ins Auge bekommen ... (Foto: OFDb Filmworks)

Mist, ich hab was ins Auge bekommen … (Foto: OFDb Filmworks)

Um „House Harker“ zu produzieren, hatten die Macher nur ein begrenztes Budget. Das sieht man an der ganzen Optik, aber unter anderem auch daran, dass die Schauspieler an Regie, Drehbuch und Produktion beteiligt sind. Wer Hollywood-Klasse erwartet, wird enttäuscht.

Für alle anderen dürfte es hingegen ein Glücksgriff sein, weil „House Harker“ ein wunderbarer B-Film geworden ist. Und zwar mit zwei riesigen Pluspunkten. Zuerst einmal kommt beim Anschauen keine Langweilige auf. Die ohnehin überschaubaren 77 Minuten (DVD) bzw. 80 Minuten (Blu-ray) Laufzeit vergehen enorm flott. Das ist beste Unterhaltung, glücklicherweise ohne kitschtriefende Liebesszenen und komplizierte Parallelgeschichten. Der zweite Pluspunkt ist der Humor. Die Dialoge sind simpel, aber meist mit einer Portion Witz versehen. Auch die deutsche Synchronisation ist vollkommen in Ordnung. Man fühlt sich nicht gezwungen, auf Originalton umzuschalten.

In der Kneipe lassen sich die besten Pläne schmieden (Foto: OFDb Filmworks)

In der Kneipe lassen sich die besten Pläne schmieden (Foto: OFDb Filmworks)

In puncto Gewalt überrascht „House Harker“ ebenfalls. Mit Hilfe etlicher Liter Kunstblut wird gebohrt, gebissen und gesaugt. Und so erinnert die Gesichtsfarbe der Protagonisten häufig an klassische Splatter-Filme der 80er Jahre. So richtig eklig wird es allerdings an keiner Stelle.

Die Versionen

„House Harker – Vampirkiller wider Willen“ lieft bereits auf dem Fantasy Filmfest und wurde nun von der FSK ab 16 Jahren freigegeben. Das ist ein weiteres Zeichen, dass die Selbstkontrolle der Filmwirtschaft inzwischen sehr gut zwischen bierernst und augenzwinkernd unterscheiden kann.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Schräges, lustiges Vampirfilmchen, das man ruhig mehrmals anschauen kann.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "House Harker – Vampirkiller wider Willen"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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