Matomo

Bewertung: 1/5 Sterne

Filmkritik Apocalypse Clown

Was gibt es Gruseligeres als Clowns? Ach ja, schlechte Filme über Clowns!

Der Film „Apocalypse Clown“ beantwortet endlich die Frage, was Clowns bei einem Weltuntergang machen würden. Die Antwort darauf ist nur leider erschreckend langweilig.

Die Handlung

Die Show kann beginnen! (Foto: Eurovideo)

Die Show kann beginnen! (Foto: Eurovideo)

Irland: Der Meisterclown Jean DuCocque ist gestorben, das goldene Zeitalter der Clownerei scheint damit endgültig beendet zu sein. Die Clowns, die bei seiner Beerdigung aufeinandertreffen, sind allesamt ziemlich abgehalftert. Unter diesen Gestalten befindet sich der erfolglose und depressive Clown Bobo, der sich entschlossen hat, seine Clownskarriere ruhen zu lassen.

Während der Beerdigung kommt es zu einer blutigen Auseinandersetzung, die von Funzo, einer weiblichen Clownin, ausgelöst wird, die mehr Schrecken als Freude verbreitet. Daraufhin wird Bobo zusammen mit seinem Konkurrenten Aphonso und Pepe, einem gescheiterten Pantomime-Clown, inhaftiert. Nachdem es ihnen gelingt, aus dem Gefängnis auszubrechen, finden sie ausgestorbene Straßen und fehlende Netzwerkverbindungen vor.

Zusammen müssen sich die ungleichen Clowns mit Jenny, einer Journalistin, auf eine Reise machen und ihre Differenzen überwinden, um einen Platz in dieser neuen auf Anarchie basierenden Welt zu finden.

Filmkritik „Apocalypse Clown“

Hallo, Post? (Foto: Eurovideo)

Hallo, Post? (Foto: Eurovideo)

Clowns in Endzeitstimmung; das klingt doch eigentlich erstmal interessant und ungewohnt. Leider macht der Film daraus zu wenig, denn die gezeigten Szenarien scheinen alle aus anderen, besseren Filmen bekannt zu sein. Von der großen Apokalypse sieht man, bis auf ein paar verlassene Straßen, wenig. So lässt der Film lässt sein geringes Budget an allen Ecken und Kanten erkennen. Seine graue Farbpalette ist unschön anzusehen und lediglich die Kostüme der Clowns sind überzeugend gestaltet.

Zum Teil versucht Regisseur George Kane, den Film durch eine emotionale Komponente aufzuwerten: Bobo ist in die Journalistin Jenny verliebt. Die beiden hatten vor Jahren ein One-Night-Stand, seitdem erwidert Jenny Bobos Avancen allerdings nicht mehr. Diese Beziehung bleibt jedoch flach, da sie einseitig ist und im Film auch keine Wandlung erfährt. Auch mit seiner Handlung kann der Film nicht punkten, denn sie dient oft nur als Vorwand, um Figuren von Punkt A zu Punkt B zu bekommen.

Blau steht mir einfach (Foto: Eurovideo)

Blau steht mir einfach (Foto: Eurovideo)

Das alles wäre aber gar kein Problem, wenn die Beziehungen und das Spiel zwischen den Clowns unterhaltsam wären. Hier bleibt allerdings einiges an Potenzial liegen. Eine spannende Dynamik zwischen ihnen entwickelt sich an keiner Stelle. Dabei sind zwei der Figuren, Alphonso und Funzo, sogar recht interessant. Besonders Funzo ist wohl das einzige Highlight des Films. Sie ist ein Clown, der Chaos und Gewalt anrichtet und aus Stephen Kings „Es“ entsprungen sein könnte. Diese Anarchie in der Apokalypse ist spannend, bleibt jedoch leider nur angedeutet und hätte weiterverfolgt werden sollen.

Was den Humor angeht, handelt es sich bei „Apocalypse Clown“ um eine Komödie, leider ist der Film nicht wirklich witzig. So existieren ein, zwei lustige Szenen. Der Großteil der Gags besteht aber aus pubertären Sex- und Drogenwitzen. Wirklich clever ist hier nichts, das ist kein Vergleich zu einem „Tanz der Teufel“, der aus seiner Ästhetik heraus Humor bezieht.

Bauer sucht Clown (Foto: Eurovideo)

Bauer sucht Clown (Foto: Eurovideo)

„Apocalypse Clown“ versucht verzweifelt seine Zuschauer bei Laune zu halten, weshalb er auch dazu neigt, expliziten Gewaltszenen zu zeigen. Unglücklicherweise sind die Effekte hier auch zu schwach, um wirklich zu überzeugen.
Somit bleibt der Film nichts Halbes und nichts Ganzes und wird wohl die Wenigsten wirklich überzeugen können. Für eine Komödie ist er nicht lustig genug und für einen Horrorfilm nicht gruselig genug.

Die Versionen

Der Film erscheint ab dem 29. Februar 2024 auf DVD und Blu-Ray. Er hat eine FSK-Freigabe von 16 erhalten, die sich aufgrund der diversen Gewaltdarstellungen erklären lässt.

Das Urteil von Horrormagazin.de

„Apocalypse Clown“ hat ein interessantes Konzept. Leider fällt der Film im Verlauf immer mehr ab und verschwindet in der Bedeutungslosigkeit.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Apocalypse Clown"

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Über Martin Brody

Als engagierter Film-Fan interessiert er sich vor allem für psychologisch angehauchte Horrorfilme. Doch auch ein heftiger Splatter-Film ist in der Lage ihn zu fesseln. Nachdem er bereits eine Bachelorarbeit über „Les quatre cents coups“ von Truffaut geschrieben hat, verfasst er auch leidenschaftlich gerne Filmkritiken.
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