Matomo

Bewertung: 5/5 Sterne

Serienkritik Ash vs. Evil Dead (Staffel 2)

Weiter gehts

Eine neue Kult-Serie scheint geboren. Die auf der „Tanz der Teufel“-Trilogie aus den Achtzigern basierende Serie wird fortgesetzt. Und wie auch schon in der ersten Staffel geht es mächtig ab. Gleichzeitig erleben wir die lustigste Splatter-Komödie seit es Filmblut gibt.

Die Handlung

Lächeln, bitte: Ein Dämon prüft Ashs Zahnpflege (Foto: 20th Century Fox HE)

Lächeln, bitte: Ein Dämon prüft Ashs Zahnpflege (Foto: 20th Century Fox HE)

Die ruhigen Zeiten sind vorbei: Dämonen-Tussi Ruby hat den in der ersten Staffel geschlossenen Waffenstillstand zwischen der Dämonenwelt und Ash nebst Team aufgekündigt und eine recht blutige Einladung für den nächsten Tanz geschickt. Zu Ashs Missfallen findet die neue Party nun in Elk Grove statt, seiner Heimatstadt, in der er sich eigentlich nicht mehr blicken lassen wollte. Er ist dort als psychopathischer Kettensägen-Killer verschrien und hat von der Bevölkerung dort den entzückenden Spitznamen Ashy-Slashy verpasst bekommen.

Prompt kommt es auch gleich nach seiner Ankunft zu den ersten Feindseligkeiten. Das ist allerdings noch harmlos, denn bereits bei dem ersten Aufeinandertreffen mit Ruby zeigt sich, dass sie nur deswegen den Waffenstillstand aufgekündigt hat, weil sie seine Hilfe benötigt. Ihre reizenden Kinder, allesamt Dämonen, möchten nämlich das Necronomicon, also das bitterböse Buch, benutzen. Sie wollen ihren werten Herrn Papa in diese Welt holen. Paps ist kein geringerer als der Dämon Baal, der anschließend für noch mehr Ärger und für unfreiwillige Blutspender sorgt. Der Tanz, wohl eine Art Dämonen-Pogo, beginnt.

Serienkritik „Ash vs. Evil Dead (Staffel 2)”

Mal was anderes: Ash vs. hübsche Frauen (Foto: 20th Century Fox HE)

Mal was anderes: Ash vs. hübsche Frauen (Foto: 20th Century Fox HE)

Auch die zweite Staffel der Serie besteht aus zehn Episoden mit jeweils etwa 30 Minuten Laufzeit. En bloc bleiben also rund fünf Stunden Komagucken. Doch die lohnen sich.

Die Gebrüder Sam und Ivan Raimi, die den Klassiker „The Evil Dead“ (deutsch: „Tanz der Teufel“) vor über dreißig Jahren ersonnen hatten, hatten ihre eigenen Ideen kongenial in das TV-Format übertragen. Dabei lassen sie wahrlich nichts anbrennen. Eine gesittete Fernsehserie für Großmutters nachmittägige Teestunde ist es jedenfalls nicht.

Irgendwo hatten die Macher wohl einen Mengenrabatt für Filmblut ausgehandelt. Ashs Kettensäge und Schrotflinte sowie diverse Äxte und ähnliche chirurgische Präzisionswerkzeuge sind im Dauereinsatz. Brav ist hier gar nichts. Es fängt bei der Sprache an (O-Ton Kelly: „Ich ficke eure Scheißfressen mit Projektilen!“) und endet bei der Dämonenhatz, die unzählige Blutfontänen im XXL-Format mit sich bringt.

Hinzu kommt der wirklich schräge aber punktgenau getimte Humor. Eine Szene im Leichenschauhaus, in der sich Ash plötzlich im Inneren einer sezierten Leiche wiederfindet und dabei gegen lebendig gewordene Därme kämpft, gilt bereits heute schon als legendär.

Hat's einfach drauf: Bei Ash kann man schon mal den Kopf verlieren (Foto: 20th Century Fox HE)

Hat’s einfach drauf: Bei Ash kann man schon mal den Kopf verlieren (Foto: 20th Century Fox HE)

Bisweilen wirkt die Story dagegen nicht ganz so schlüssig. Das macht aber nichts, denn erstens steht der Spaßfaktor an erster Stelle und zweitens lassen sich diese vielen schrägen Ideen nicht immer auflösen. Gehen wir doch einfach mal davon aus, dass es nun mal zu einigen Verwerfungen im Realitätsgefüge kommt, wenn sich jemand mit Dämonen anlegt.

Wie auch in der ersten Staffel zeigt sich die Besetzung als absoluter Glücksgriff. Bruce Campbell als Slash ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und darf hier sein komödiantisches Talent bis zum Abwinken austoben. Dana DeLorenzo als Powergirl Kelly und Ray Santiago als Pablo ergänzen das Team und sorgen vor allen Dingen für spaßige Konflikte innerhalb der Gruppe. Teilzeit-Antagonistin Ruby wird von der „Xena“- und „Spartacus“-erfahrenen Lucy Lawless gemimt und bildet das Sahnehäubchen auf der Besetzungsliste. Hinzu kommt noch ein weiteres kleines Schmankerl für Fans der 80er-Jahre-Fernsehserien: In einer Nebenrolle als Ashs Vater tritt Lee Majors („Ein Colt für alle Fälle“) auf.

Wirkliche Schwächen zeigt die Serie nicht. Die Mischung aus Horror und Komödie ist perfekt aufeinander abgestimmt und sorgt bestenfalls für Schwächeanfälle bei sensiblen Zuschauern. Die dürfte für künftige derartige Produktionen Maßstäbe setzen – ähnlich wie schon „Tanz der Teufel“ das moderne Horrorkino bis heute beeinflusst. Wir haben es also mit einer Punktlandung zu tun.

Die Versionen

Einige Episoden dieses bluttriefenden Splatterfestes wurden ab 16, die meisten aber ab 18 Jahren von der FSK freigegeben. Kürzungen gibt es keine.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Blutig, derbe und dämonisch lustig – zweifelsohne eines der ganz großen TV-Highlights.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Ash vs. Evil Dead (Staffel 2)"

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Über Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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