Matomo

Bewertung: 2/5 Sterne

Serienkritik The Walking Dead (Staffel 10)

Behäbige Zombie-Soap

Seit der letzten Staffel sind einige Monate vergangen. Die im Zuge schrecklicher Umstände errichtete Demarkationslinie zu den Flüsterern ist immer noch intakt. Alle Zeichen stehen auf Sturm. Doch ein Sieg ist für unsere Helden alles andere als sicher. Denn die wispernden Gegenspieler ziehen eine schier gigantische Zombie-Horde zusammen und warten auf einen günstigen Zeitpunkt zum Zuschlagen.

Die Handlung

Was machen diese diese Vogelscheuchen im Wald? (Foto: Entertainment One)

Was machen diese diese Vogelscheuchen im Wald? (Foto: Entertainment One)

Es gilt ein Gleichgewicht des Schreckens: solange keine der beiden Parteien das Terrain des anderen betritt, herrscht Frieden. Doch die willensstarke Flüsterer-Anführerin Alpha (Samantha Morton), denkt nicht daran, die Füße still zu halten. Aus verschiedenen Gründen hasst sie alle, die nicht wie sie und ihre Truppe sind.

Die alles entscheidende Schlacht wird also bald geführt. Doch gut Ding will Weile haben und so hecken sie und ihre rechte Hand Beta (Ryan Hurst) noch die eine oder andere tödliche Gemeinheit aus, um die Bewohner von Alexandria auf Trapp zu halten. Dort ist man sich der drohenden Gefahr zwar bewusst, weiß aber auch, dass die vorhandenen Kräfte nicht ausreichen werden, um den vielfach überlegenen Gegner zu besiegen.

Dadurch schwankt dort die Stimmung zwischen Hoffnung, kämpferischer Zuversicht und nackter Verzweiflung. Zudem sind sich die Helden über das weitere Vorgehen uneins, was ihre Handlungsfähigkeit unübersehbar einschränkt. So neigt beispielsweise Carol (Melissa McBride) immer häufiger zu impulsiven Handlungen, die unnötigerweise Menschenleben kosten könnten, und wird von ihrem Kumpel Daryl (Norman Reedus) nur mühsam gebremst. Wenig hilfreich ist zudem, dass in Alexandria eine nicht greifbare Opposition mit „Silence the Whisperers“-Schmierereien und in Verkennung strategischer Tatsachen fordert, den Gegner sofort zum Schweigen zu bringen.

Und da ist dann noch Negan (Jeffrey Dean Morgan), der immer noch im Kittchen sitzt und nicht nur während seiner „Sozialstunden“ jede noch so kleine Gelegenheit zum Intrigieren nutzt.

Serienkritik „The Walking Dead (Staffel 10)“

Klopf, klopf - jemand da? (Foto: Entertainment One)

Klopf, klopf – jemand da? (Foto: Entertainment One)

Die erste Folge beginnt mit einem Hingucker: An einem Strand werden mit Schild, Schwert und Spieß – wie im alten Rom – Kampftaktiken geprobt. Und zwar an lebenden … äh … untoten Objekten. Es gibt sogar Kinder, die wandelnde Leichen fällen können. Eigentlich auch eine gute Idee, denn solche Waffen funktionieren prinzipiell immer. Im Gegensatz zu Schusswaffen, denen die Munition ausgehen kann.

Den irgendwann aus dem Weltall abstürzenden Satelliten, lässt man sich auch gerne gefallen. Der macht schon was her und erinnert einen, dass diese Welt einmal hochtechnisiert war. Allerdings plumpst dieser brennend in einen naheliegenden Wald, auf das Gebiet der Flüsterer. Und dann beginnt es, keinen Spaß mehr zu machen. Muss im Feindgebiet unbedingt ein Brand gelöscht werden? Frieden kann mit dieser „Hilfe“ sowieso nicht geschlossen werden. Macht also keinen Sinn. Und warum stoppt niemand den Technikcrack Eugene (Josh McDermitt), der irgendwelche nicht unwichtige Bausteine menschlicher Technik bergen will? Diese verwendet er in späteren Folgen offenbar nur für sein privates CB-Funkgerät. Macht also auch keinen Sinn.

Robin Hood hat Verstärkung bekommen? (Foto: Entertainment One)

Robin Hood hat Verstärkung bekommen? (Foto: Entertainment One)

Verblüffend: Die Ereignisse werden so ungeschickt präsentiert, dass der unaufmerksame Zuschauer glauben kann, Alpha wäre eine von den Guten. Und dann die vielen Gespräche und Rückblenden. Sicher, es gibt Filme mit unausgegorenen Protagonisten, aber hier wird so viel herausgearbeitet, dass einem die Lust auf jegliche Charakterstudie vergeht. Das ist schade, denn es sollte einem nicht egal sein, was zum Beispiel „König“ Ezekiel (Khary Payton) antreibt. Dann die endlos vielen 22 Folgen, die alle gleich bescheiden sind und erschreckend zäh über den Bildschirm flackern. Weniger wäre mehr gewesen.

Tragisch: Die tollen Actionszenen, in denen der wahre „The Walking Dead“-Geist auflebt, können die insgesamt müde Darbietung nicht retten. Das ist nicht gut! Der Zuschauer will Apokalypse und bekommt stattdessen: eine Seifenoper, der lustlos eine löchrige Zombie-Kittelschürze übergeworfen wurde.

Die Versionen

Die komplette zehnte Staffel gibt es als DVD oder als Blu-ray. Die Staffel ist ab 18 Jahren freigegeben. Alle 22 Episoden von „The Walking Dead (Staffel 10)“ im Überblick:

  • Folge 1: „Überschrittene Grenzen“
  • Folge 2: „Wir sind das Ende der Welt“
  • Folge 3: „Geister“
  • Folge 4: „Masken“
  • Folge 5: „Diebstahl und Lügen“
  • Folge 6: „Neue Verbindungen“
  • Folge 7: „Mach die Augen auf“
  • Folge 8: „Nichts ist wie zuvor“
  • Folge 9: „Zukunft oder Rache?“
  • Folge 10: „Hinterhalt“
  • Folge 11: „Von Angesicht zu Angesicht“
  • Folge 12: „Was Alpha will“
  • Folge 13: „Michonnes Weg“
  • Folge 14: „Abschiede“
  • Folge 15: „Prinzessin“
  • Folge 16: „Unter Feinden“
  • Folge 17: „Home Sweet Home“
  • Folge 18: „Findet mich“
  • Folge 19: „Das Versteck“
  • Folge 20: „Gefangen“
  • Folge 21: „Weit auseinander“
  • Folge 22: „Hier kommt Negan“

Das Urteil von Horrormagazin.de

Die Story um Alpha, Beta und den Rest kommt nicht auf Touren. Die Umsetzung der eigentlich spannenden Geschichte ist leider so reizlos, dass die überzeugenden Action-Szenen es auch nicht richten. Hoffentlich gibt es in der folgenden und finalen elften Staffel wieder mehr Thrill!0ed9b186a7844d96b2cda734b8bcd00b

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Walking Dead (Staffel 10)"

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen
Über Alptruck

Rezensiert seit acht Jahren wieder regelmäßig Filme und Comics. Sein Nickname wurde ihm Ende der 70er zu Punk-Zeiten verpasst, weil er offenbar etwas nervte und Albdruck so ähnlich klingt.
Mehr von Alptruck  

Aktuelle Serienkritiken auf Horrormagazin.de

Mehr zeigen