Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneOne Way Trip

Horror aus den Alpenländern. Ob das gut geht? Und wie!

Die Schweizer können mehr, als nur Präzisionsuhren und Käse mit Löchern zu produzieren. Prägnantes Beispiel hierfür ist der hochklassige Horrorkracher „One Way Trip“.

Die Geschichte

Es wird heiß im Alpenländle (Foto: Ascot Elite)

Eine Gruppe Jugendlicher macht sich auf den Weg, um in den Schweizer Bergen Drogenpilze zu sammeln. Zunächst sieht es so aus, als würde es ein lustiges Wochenende im Vollrausch werden. Doch schon bald passieren merkwürdige Dinge. Ein Mitglied der Gruppe wird von einem Unbekannten bewusstlos geschlagen. Dank des Drogenrausches ist keiner der Anwesenden mehr fahrtüchtig und in dieser menschenleeren Gegend funktioniert kein Handy. Somit bleibt nur noch ein abgelegenes Gut, in das sie den Verletzten schleppen und dort auf Hilfe hoffen.

Doch stattdessen warten dort einige unerfreuliche Überraschungen, die in den meisten Fällen tödlich enden.

Filmkritik „One Way Trip“

Slasher-Filme gibt es wie Sand am Meer. Auch das Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip ist schon bis zum Abwinken durchgenudelt. Es ist somit schwierig, jetzt noch mit einem neuen Beitrag zu begeistern. Wes Craven hatte es noch mit seiner Scream-Serie geschafft, weil er diese Themen mit sehr viel Selbstironie und schwarzem Humor durchleuchtet hatte.

Nicht nur uns macht dieser Film Angst (Foto: Ascot Elite)

„One Way Trip“ bringt allerdings frischen Wind in die Sache. Nachdem die ersten zehn Minuten noch vor sich hin plätschern, baut sich nach und nach immer mehr bedrohliche Atmosphäre auf. Vorteilhaft hierbei ist, dass nicht gleich von Anfang an drauflos gemetzelt wird, sondern erst das Unwohlsein der Protagonisten auf den Zuschauer übergeht. Vieles wird dabei völlig unspektakulär durch einen simplen Trick erreicht: Der Film verliert immer mehr an Farbe und wird alleine dadurch immer düsterer. Auch die äußerst geschickte Ausleuchtung verdient ein großes Lob.

Die Darsteller sind größtenteils gut gewählt. In einigen Szenen wirkt der eine oder andere ein wenig hölzern, doch darüber können wir gelassen hinwegsehen. Auch dass einige CGI-Effekte nicht ganz auf den Punkt kommen, ist bestenfalls ein gefundenes Fressen für jene, die stets nach dem Haar in der Suppe suchen.

Das schauspielerische Highlight ist die Leistung von Sabrina Reiter, der Scream-Queen vom Wörthersee („In 3 Tagen bist du tot“). Von Beginn an spielt sie ihre Rolle mit viel Energie und hält das auch in den sehr Action-lastigen Schlusssequenzen durch.

Am Ende dreht der Film die Handlung nochmals komplett um. Das gelingt mit wenigen Schnitten und sorgt für einen gewaltigen Nachhall.

Die Versionen

„One Way Trip“ hat eine Laufzeit von 86 Minuten und ist von der FSK ab 18 Jahren freigegeben. Das ist aufgrund einiger Härten nachvollziehbar. Wer einen Blu-ray-Player nebst geeigneter Peripherie sein Eigen nennt, genießt die erste schweizerische 3D-Produktion.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Scheiß auf Hollywood: Grandioser Kracher in schweizerisch-österreichischer Koproduktion.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "One Way Trip"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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