Matomo

Bewertung: 5/5 Sterne

Filmkritik Oddity

Irisches Holz

Beim Horrorstreifen „Oddity” wird es höchst seltsam. Das liegt nicht nur am Titel, sondern vorrangig an der ziemlich vertrackten Geschichte, die uns der irische Regisseur und Drehbuchautor Damian McCarthy präsentiert. Wir haben den Film bei den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights gesehen.

Die Handlung

„Oddity“ auf dem Fantasy Filmfest Nights

Dani (Carolyn Bracken) und Ted (Gwilym Lee) haben sich auf einem abgelegenen Gutshof in der irischen Provinz niedergelassen. Die junge Frau ist mit der Renovierung des Hauses beschäftigt, während ihr Freund als Arzt in einer nahe gelegenen psychiatrischen Klinik arbeitet.

Als Dani eines Tages allein ist, bekommt sie Besuch von Olin Boole (Tadhg Murphy) – ein ehemaliger Patient aus Teds Klinik. Er behauptet, dass sich jemand ins Haus geschlichen hat, um Dani zu töten. Sie glaubt ihm nicht und wird in der Nacht brutal ermordet. Als Täter wird Olin verurteilt.

Ein Jahr später hat Ted eine neue Freundin. Yana (Caroline Menton) und er haben sich im Krankenhaus kennengelernt. Als Danis blinde Zwillingsschwester Darcy davon erfährt, besucht sie die beiden. Sie bringt ein seltsames Geschenk mit – eine lebensgroße Holzfigur. Darcy nutzt ihre übersinnlichen Fähigkeiten, um die Wahrheit über den Tod ihrer Schwester herauszufinden. Die Antwort birgt fatale Folgen.

Filmkritik „Oddity”

Nein, da ist kein (Holz-) Wurm drin (Foto: Blue Finch Film Releasing)

Nein, da ist kein (Holz-) Wurm drin (Foto: Blue Finch Film Releasing)

Der Horrorfilm „Oddity” tourt gerade von Filmfestival zu Filmfestival. Die Weltpremiere fand dieses Jahr auf dem SXSW (South by Southwest Film Festival) statt – die Europapremiere bei den Fantasy Filmfest Nights 2024. Weitere Aufführungen stehen bevor. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, „Oddity” kann sich sehen lassen. Visuell hat McCarthy, der Regie führte und das Drehbuch schrieb, alles richtig gemacht und liefert ein schaurig-mystisches Gruselmärchen ab.

Zwei Aspekte sind hierbei besonders interessant. Einerseits gibt es viele symmetrische Kameraeinstellungen. Sei es aus der Vogelperspektive auf den Gutshof oder einfach die Außenfassade des Hauses mit der Eingangstür in der Mitte: Im Kino oder auf einem großen Bildschirm wirken diese Bildkompositionen eindrucksvoll und direkt. Andererseits gibt es keine Gewaltszenen in Aktion. Entweder sieht das Publikum nur den Anfang oder das Ergebnis. Aufgrund der sehr blutigen Bilder reicht dieser kurze Einblick jedoch meist aus. Es ist das konsequente Weglassen des Mittelteils, was die Fantasie des Betrachters anregt.

Ansonsten ist „Oddity” ein unterhaltsamer Film mit cleverer Handlung und passender Besetzung. Drehbuch, Dialoge und schauspielerisches Niveau sind top. Echte Längen oder Hänger gibt es während der 98 Minuten nicht. Natürlich streut McCarthy zu Beginn einige Unklarheiten und schickt uns auf gedankliche Irrwege. Doch die falschen Fährten lösen sich im Laufe des Films auf. Der einäugige Olin Boole, der im wirklichen Leben tatsächlich nur ein Auge hat, oder die geheimnisvolle Gabe von Zwillingsschwester Darcy sind nur zwei der gut platzierten Ablenkungen.

Für alle, die mehr wissen wollen: Nein, wir verraten nicht, wer der Bösewicht ist. Schaut euch lieber McCarthys 2020er-Erstlingswerk „Caveat” an. Den englischen Trailer gibt es auf dem YouTube-Kanal von Screamfest zu sehen.

Die Versionen

Wann „“Oddity” in die deutschen Kinos kommt, steht noch nicht fest. Auch über die Synchronfassung können wir noch nichts sagen, da wir den Film im englischen Originalton gesehen haben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Frischer Mystery-Horror aus Irland, der Spaß bringt. Zwar ohne Kobolde, aber dafür mit jeder Menge Gruselmomente.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Oddity"

noch kein Trailer
Über Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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