Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneCaedes – Die Lichtung des Todes

Was es nicht alles gibt: Zombie-Invasion in Oberbayern.

Erst Kampfsaufen, dann Kampf ums Überleben: Was als riesige Camping-Party beginnt, endet in einem blutigen Zombie-Gemetzel. Und das kommt diesmal aus Deutschland. Wer deswegen von vornherein abwinkt, sollte mal genauer hinschauen.

Die Geschichte

Kleine Rangelei unter Wilden (Foto: Tiberius Film)

Kleine Rangelei unter Wilden (Foto: Tiberius Film)

Einige Freunde machen sich auf den Weg zu einem Campingplatz in einer Waldlichtung irgendwo in Oberbayern. Es beginnt ein rauschendes Fest mit reichlich Bier, schönen Frauen und allem, was sich nachpubertäre Männerphantasien noch so wünschen.

Doch plötzlich ist Schluss mit Lustig – im wahrsten Sinne des Wortes: Nach einem unerklärlichen Tiefschlaf sehen sich die Campingfreunde am kommenden Morgen von Zombies umringt und müssen sich nun diese Rohkost-Fanatiker vom Leib halten. Gleichzeitig stellen Sie fest, dass sie beschossen werden, wenn sie versuchen, aus dem Wald zu fliehen. Schließlich kommen sie der Ursache des ganzen Desasters auf die Spur und erleben eine abgefahrene Überraschung.

Filmkritik „Caedes“

Ich gestehe freimütig: Zunächst hatte ich noch ein leises zynisches Lächeln auf den Lippen, als ich den Silberling in den Player gelegt habe. Nach den ersten Minuten fühlte ich mich mit meinen Vorbehalten auch bestätigt. Hier scheint jemand vom Flugzeug aus Testosteron im Übermaß über das Filmset verteilt zu haben.

Jorrun hat den Bogen raus (Foto: Tiberius Film)

Jorrun hat den Bogen raus (Foto: Tiberius Film)

Erst nach einer halben Stunde fiel der Groschen: Der Film nimmt einfach nur alle wichtigen Zombiefilm-Klischees aufs Korn, übersteigert diese und führt uns an eine Splatter-Komödie par excellence heran, die bis zum Schluss riesigen Spaß macht. Ein zweiter Durchlauf unter der gewonnenen Erkenntnis zeigt dann auch: Alles ist stimmig. Über die wenigen logischen Fehler und geringfügigen darstellerischen Schwächen einiger Schauspieler blicken wir einfach hinweg und erfreuen uns an der Tatsache, dass wir hier einen Horrorspaß mit Kult-Charakter erwischt haben.

Deutsches Horrorkino ist immer noch ziemlich unterrepräsentiert. Der Kasseler Independent-Filmer Ralf Kemper hat es vorgemacht und gezeigt, dass sich auch mit kaum nennenswertem Budget überzeugende Ergebnisse abliefern lassen. Nun legt diese Produktion noch eine Schippe drauf, bietet uns haufenweise schwarzen Humor und schräge Situationskomik, gepaart mit reichlich Splatter, ohne in den für Deutschland sonst üblichen peinlichen Holzhammer-Humor abzurutschen.

Auch die Schauspieler sind nicht durchgängig unbekannt – viele bekannte Gesichter aus dem TV wuseln vor der Kamera herum. Auch Florian Simbeck (bekannt als Stefan von Erkan & Stefan) ist mit von der Partie und stirbt wohl den kuriosesten Filmtod in der Filmgeschichte.

Die Versionen

Trotz reichlich praktisch angewandter Physik mit entsprechend einhergehendem Rotstich zeigt sich die FSK gutgelaunt und hat den Film ungekürzt durchgewunken. Die Laufzeit beträgt 89 Minuten, freigegeben ist dieser knusprig brutale Horrorspaß natürlich erst ab 18 Jahren.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Volltreffer: Endgeile Splatter-Komödie mit kuriosen Einfällen, tollen Gags und reichlich Action. Mehr davon!

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Caedes – Die Lichtung des Todes"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.


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