Matomo

Bewertung: 5/5 Sterne

Serienkritik Fear the Walking Dead (Staffel 1)

Wie kommt es zu "The Walking Dead"? Diese tolle Serie zeigt es.

Es ist nicht einfach, von einer erfolgreichen Serie einen Ableger zu ersinnen. Und ihn dann tatsächlich zu drehen, kann sogar richtig schwierig werden, weil man einiges falsch machen kann. Hier, bei dem Ableger des Zombie-Krachers „The Walking Dead“ aber nicht. Hier passt alles.

Die Handlung

Hier ist Amerika noch in Ordnung. Noch (Foto: Splendid Film)

Hier ist Amerika noch in Ordnung. Noch (Foto: Splendid Film)

In sechs Episoden erfahren wir, wie aus dem beschaulichen Fernseh-Amerika das „The Walking Dead“-Universum erwächst. Im Mittelpunkt stehen Travis (Cliff Curtis) und Madison (Kim Dickens) in Los Angeles. Die beiden haben Mühe, ihre Beziehung und ihre Patchwork-Familie in der Spur zu halten. Madisons drogensüchtiger Sohn Nick (Frank Dillane) ist das Problemkind, lebt auf der Straße und will weder mit der Mutter noch mit Travis etwas zu tun haben.

Doch ein Vorfall bringt ihn wieder zurück zur Familie. Nach einem Schuss Heroin wacht er eines Tages benebelt auf und traut seinen Augen nicht: Seine Freundin steht vor ihm, jedoch mit Blut besudelt. Und: Sie will ihn fressen. Zum Glück kann er weglaufen. War das Einbildung oder ein böser Traum?

Währenddessen mehren sich in der Stadt die ungewöhnlichen Ereignisse. Gerüchte über eine höchst ansteckende Krankheit machen die Runde. Zudem gibt es immer mehr Nachrichten über Menschen, die andere attackieren und in ihrer Wut nahezu unverwundbar wirken. Die Situation entgleitet den Behörden. Es gibt Unruhen und Straßenschlachten. Und die Zahl der Zombies nimmt unaufhaltsam zu. Das Problem: Im Gegensatz zum Zuschauer müssen die Menschen hier erst noch brutal lernen, dass ihnen fleischlüsterne Untote ans Leder wollen. Und auch, dass man staatlichen Institutionen wie zum Beispiel dem Militär nicht mehr trauen darf.

Serienkritik „Fear the Walking Dead (Staffel 1)“

Hmmmm, bisschen was im Bauch ist die halbe Miete (Foto: Splendid Film)

Hmmmm, bisschen was im Bauch ist die halbe Miete (Foto: Splendid Film)

Schon die Anfangsstimmung vor Ausbruch der Epidemie ist düster. Manche leben bereits vor der Apokalypse in einer Hölle, jedoch ohne es zu merken. Zum Beispiel Madison, die allen Ernstes glaubt, als Vertrauenslehrerin gute Arbeit zu leisten. Und das in einer Schule, die wie ein Bunker aussieht, schwer umzäunt ist und mit Metalldetektoren überwacht wird. Oder Nick, der sich von der Gesellschaft bereits abgeschrieben fühlt. Doch damit ist spätestens nach den ersten Zombies Schluss. Allerdings muss man gutes Sitzfleisch und Geduld haben: Bis die Story in Fahrt kommt, braucht es etwa zwei Folgen. Bis dahin haben wir es mit einem (durchaus trefflichen) Porträt der amerikanischen Durchschnittsgesellschaft zu tun. Aber dann geht es los.

„Fear the Walking Dead“ ist für eine Fernsehserie erstaunlich blutig und brutal. Allerdings erfolgt der Einsatz von Gewalt in dosierter Form. Was dafür sorgt, dass wir jedes Mal aufs Neue mitzittern, wenn sich ein Beißer einer Hauptfigur nähert. Sehr gut ist dabei, dass sich die Charaktere, die zu Beginn noch recht eindimensional wirken, nach und nach aufbauen. Travis etwa, der zunächst als Weichei und Verlierer abgestempelt wird, weil er Gewalt und Waffen ablehnt. Doch er kann auch ganz anders – wie man später sieht.

Die obendrein guten Spezialeffekte und ein prägnanter Soundtrack mit eingängigen Pop- und Rocksongs von nicht immer so bekannten Interpreten machen diese Serie zu einem spannenden Seh- und Hörgenuss.

Zur Ausstattung der Special Edition: Mit über zwei Stunden Laufzeit gibt es jede Menge Bonusmaterial. Zum Beispiel Audiokommentare zu allen Folgen oder Blicke hinter die Kulissen. Muss man aber alles nicht unbedingt gesehen haben. Mit Ausnahme von„5 Dinge, die du zum Überleben brauchst“. Hier verraten die Darsteller, was sie während einer Zombieapokalypse im Reisegepäck hätten. Ein schmunzelnder Rubén Blades: „Fünf Büchsen Bohnen“.

Die Versionen

Die erste Staffel gibt es ohne alle Boni als DVD- oder Blu-ray in Form der oben beschriebene Special Edition sowie als Steelbook. Alle Versionen sind ungekürzt ab 18 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Auch in der ersten Ableitung gut: Starker Ableger einer starken Serie.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Fear the Walking Dead (Staffel 1)"

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Über Alptruck

Rezensiert seit acht Jahren wieder regelmäßig Filme und Comics. Sein Nickname wurde ihm Ende der 70er zu Punk-Zeiten verpasst, weil er offenbar etwas nervte und Albdruck so ähnlich klingt.
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