Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneThe Shrine

Toller kleiner Horror-Kracher aus Ami-Land

Altbekannte Zutaten: Ein Fluch, abweisende Dorfbewohner, die Besuchern an die Wäsche wollen, blutrünstige Riten. Aber die Mischung macht’s. Und die ist in diesem Fall mehr als geglückt.

Die Geschichte

Hornbach - Es gibt immer was zu tun (Foto: WVG Medien GmbH)

Hornbach – Es gibt immer was zu tun (Foto: WVG Medien GmbH)

Ein junger Rucksack-Tourist verschwindet während seines Europa-Trips spurlos in einem kleinen Kaff in Polen. Die Journalistin Carmen reist mit ihrem Freund Marcus, einem Fotografen, und Praktikantin Sara hinterher, um den Vermissten zu finden.

Just im Dorf angekommen, stoßen Sie bei den Bewohnern auf Ablehnung und offene Aggressionen. Natürlich lassen sie sich nicht davon ins Bockshorn jagen und recherchieren weiter. Sie entdecken eine Götzenstatue im Wald, die durch einen unerklärlichen Nebel eingehüllt ist und von der etwas offensichtlich sehr Böses ausgeht.

Kurz nach der Entdeckung schlägt die Ablehnung der Hinterwäldler in offene Gewalt um. Sie nehmen die drei gefangen. Schon sehr kurze Zeit später haucht Sara auf einem Altar ihr Leben aus.

Zu weiteren Opferungen kommt es nicht mehr. Denn Marcus gelingt es, sich zu befreien. Er rettet auch Cindy aus den Armen ihrer Häscher, ehe sie ebenfalls geopfert wird.

"Herr Doktor, ich habe ein leichtes Ziehen oben hinten links" (Foto: WVG Medien GmbH)

„Herr Doktor, ich habe ein leichtes Ziehen oben hinten links“ (Foto: WVG Medien GmbH)

Während sie um ihr Leben rennen, müssen sie erkennen, dass hinter den Übergriffen der Dorfbewohner weitaus mehr steckt, als nur reiner Aberglaube …

Filmkritik „The Shrine“

Dieses kleine B-Movie protzt wirklich nicht durch sensationelle Effekte und spektakuläre Action-Einlagen. Und das ist gut so.

Auch wenn es streckenweise äußerst brutal zugeht, dient die Gewalt hier nicht dem Selbstzweck. Die Macher konzentrieren sich auf einen sorgfältigen Spannungsaufbau und die fesselnde Geschichte. Erkennbar ist das auch daran, dass der Streifen sehr viel Zeit bekommt, um die Story zu entwickeln, ehe es richtig zur Sache geht. Und das sorgt nicht etwa für müdes Gähnen, sondern wirft gleich die ersten interessanten Fragen auf. Die werden während der Laufzeit gepflegt und dann erst zum Schluss nach einer überraschenden Wendung beantwortet.

Schwachpunkte gibt es zwar. Aber die sind so marginal, dass wir problemlos darüber hinwegsehen. Lediglich die Schlussszene ist etwas unbefriedigend. Entweder der Dorfbewohner hätte besser seine Klappe gehalten oder die Autoren hätten noch zwei oder drei Dialogszenen zusätzlich spendiert. Aber auch das ist Jammern auf hohem Niveau.

Wir belassen es bei ein paar Abzügen in der B-Note wegen des einen oder anderen dramaturgischen Ungeschicks. Denn vor allem stellen wir begeistert fest, dass es tatsächlich noch Horrorfilme gibt, die mehr zu bieten haben, als lediglich Schlachtfeste nach dem Zehn-keine-Negerlein-Prinzip.

Die Versionen

Hurra, auch die FSK scheint diesen Streifen unberührt durch die Kontrolle gelassen zu haben. So können wir die vollen 81 Minuten ohne deutsche Zensurwut genießen. Aufgrund einiger ziemlich derber Szenen ist die Freigabe ab 18 Jahren allerdings gerechtfertigt.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Treffer. Spannender Horrorthriller mit geschickt konstruierter Story.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Shrine"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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