Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneUnterwelt – The World Beyond

Abgefahrener Psychotrip für Hartgesottene

Der Kasseler Filmemacher Ralf Kemper gehört zu denjenigen, die auch aus einem kleinen Budget richtig was machen können. Auch sein neuestes Werk kann sich absolut sehen lassen. Folgen wir also einer kleinen Gruppe durch ein unterirdisches Labyrinth im Kampf ums Überleben.

Die Geschichte

Jemand hat den Wagen falsch geparkt (Foto: Spontitotalfilm)

Jemand hat den Wagen falsch geparkt (Foto: Spontitotalfilm)

Eine harmlose Foto-Session sollte es werden. Einige Models treten in düsterem Outfit für eine Gothic-Fotoserie in unwirklichen Katakomben unter der Stadt an. Der anfängliche Stress am Set wird aber bald zunehmend von seltsamen Ereignissen überlagert, die alle Anwesenden in Angst und Schrecken versetzen. Die beunruhigenden Geschichten rund um die unterirdische Anlage tun ihr Übriges, um die Nervosität der Anwesenden zu steigern.

Nur kurze Zeit später müssen die ersten auf unheimliche Weise das Zeitliche segnen. Die immer kleine werdende Gruppe an Überlebenden versucht verzweifelt, den Ausgang zu finden. Doch auch danach ist die Sache noch lange nicht ausgestanden.

Filmkritik „Unterwelt – The World Beyond“

Natürlich können wir gleich drauflos meckern: Das niedrige Budget wirkt sich an mehreren Stellen sichtbar aus. Billig wirkende Videoeffekte, bisweilen hölzern agierende Schauspieler, Spezialeffekte, die manchmal etwas plump wirken, überschaubares Setting.

Welche von den dreien kriegt nun ein Foto, und welche muss gehen? (Foto: Spontitotalfilm)

Welche von den dreien kriegt nun ein Foto, und welche muss gehen? (Foto: Spontitotalfilm)

Allerdings ist das bereits Jammern auf hohem Niveau. Wenn digitale Effekte zum Einsatz kommen, dann geschieht das durchaus gezielt und nicht als Selbstzweck. Dass sich mit einem minimalen Budget nicht gerade eine mordsmäßige Besetzungsliste zusammenstellen lässt, liegt auf der Hand – darüber hinaus haben alle ihr Bestes gegeben und unterm Strich können sich die Leistungen doch sehen lassen. Die übrigen Effekte erfüllen ihren Zweck, also was soll’s?

Was diesen Film hingegen sehenswert macht, ist die Story, die den Zuschauer mit einigen Wendungen in Atem hält. So schaffen es die beiden letzten überlebenden Frauen bereits nach etwa der Hälfte des Films aus dem düsteren Untergrund heraus. Mit Blick auf die Laufzeitanzeige fragen wir uns schon mit einem ironischen Lächeln auf den Lippen, was da wohl noch kommen möge. Wenig später wissen wir es dann.

Darin zeigt sich Kempers Gespür für gut durchdachte Storys, die sich ein wenig von der Masse abheben. Da wo andere Horrorfilme Schluss machen (aha, das Final Girl ist gerettet, also Abspann), legt er noch ein paar Schippen drauf und dreht die komplette Geschichte nochmal komplett. Und damit haben wir endlich das, wonach wir immer wieder suchen: Einen wirklich originellen Horrorfilm der sich von der Massenware von der Stange abhebt.

Die Versionen

Der Film dauert 80 Minuten. Eine FSK-Freigabe gibt es bislang noch nicht. Wie uns Regisseur Ralf Kemper mitteilte, arbeitet er an einem Kinopremiere-Termin in Kassel. Auf jeden Fall soll er aber beim B-Film Basterds Festival 2018 in Nürnberg laufen. Ebenso hofft Kemper darauf, den Film auf DVD und Blu-ray zu bringen, hier ist aber noch nichts spruchreif.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Daumen hoch: Gelungener Thriller mit vielen unerwarteten Wendungen, der bis zum Schluss fesselt.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Unterwelt – The World Beyond"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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