Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneTwixt – Virginias Geheimnis

Vertwixt und zugenäht – dieser nicht ganz einfache Genre-Mix lädt zum Grübeln ein.

Val Kilmer sucht in einer abgelegenen Kleinstadt nach einer guten Story und versinkt dabei selbst immer mehr in der Geschichte. Francis Ford Coppola meldet sich zurück und setzt in dieser Genremischung auf die Magie der Bilder.

Die Geschichte

Stiller Schriftsteller mit stillem Fan in Stillleben (Foto: Studiocanal)

Für eine Signierstunde im Hardware-Store stoppt der abgehalfterte Fantasy-Schriftsteller Hall Baltimore (Val Kilmer) in der Kleinstadt Swan Vally. Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern) ist zwar der einzige örtliche Bewunderer von Halls Hexenromanen, dafür geht seine Begeisterung sogar so weit, dass er mit Hall unbedingt ein gemeinsames Buch schreiben will. Interessante Zutaten dafür hat er auch schon: zum einen die Leiche einer jungen Frau mit Holzpflock im Herzen, zum anderen kann er Hall von einem schrecklichen Massenmord erzählen, der sich vor vielen Jahren in Swan Vally abspielte.

Voll von Eindrücken, Geschichten und vor allem Whisky, begegnet Hall auf einem nächtlichen Spaziergang der geheimnisvollen Virginia, einem süßen jungen Ding mit Zahnspange, von anderen Vampira oder auch V. genannt. Als Hall am nächsten Morgen verkatert im Motel erwacht, macht er sich an ein neues Buch – einen Vampirroman. Doch Recherchen, Erlebnisse und Träume verschlingen sich zunehmend miteinander. Hall muss erkennen, dass er selbst immer tiefer in die rätselhaften Ereignisse von Swan Vally gezogen wird und die Suche nach der Wahrheit schwieriger ist und tiefer geht als er je ahnen konnte.

Filmkritik „Twixt – Virginias Geheimnis“

Fasching im Tokio-Hotel-Kostüm (Foto: Studiocanal)

Regie-Legende Francis Ford Coppola („Der Pate“) nutzt die Freiheit der neuen digitalen Welt, um auch ohne große Studios im Rücken Filme zu drehen, die professionell und gut gemacht, aber kein Mainstream sind. Und Mainstream ist „Twixt“ sicher nicht, genauso wenig wie ein klassischer Mystery, Geister- oder gar Vampirfilm. Gegen Schubladen wehrt er sich erfolgreich, schließlich ist schon der Titel ein altes Wort für „zwischen“. Stattdessen hat „Twixt“ viel von einem Märchen und beginnt auch gleich ganz märchenhaft mit einem Erzähler und dem altbekannten „Es war einmal…“

Schnell baut der Film mit einer sehr starken Bildsprache eine ganz eigene Atmosphäre auf, vor allem in den nächtlichen (Traum-)Szenen und Rückblenden. Das ist schon aus ästhetischen Gründen spannend anzusehen, passt aber auch gut zur verschlungenen Erzählweise des Films mit unterschiedlichen Zeit- und Handlungsebenen.

Hinzu kommen interessante Personen, wie etwa Edgar Allan Poe, der Hall nächtens auf seiner Reise und beim Schreiben hilft. Oder der rätselhafte junge Gothic-Fan Flamingo, der gern Baudelaire zitiert und über seine kleine Gemeinschaft wacht. Überhaupt strotzt „Twixt“ nur so von Anspielungen und Hinweisen auf Film und Lyrik, Tradition, Moderne und Kunst. Das könnte leicht anstrengend werden, ist es aber keinesfalls. Denn die Geschichte funktioniert auch ohne die ganzen Anspielungen und Seitenhiebe und ist trotz zahlreicher Vermischungen von Realität und Schein unterhaltsam.

Die verschlungenen Erzählstränge und Geschichten öffnen Tür und Tor für Interpretationen und Diskussionen. Worum es in diesem Film eigentlich geht und wie er endet, werden Zuschauer sicherlich unterschiedlich wahrnehmen, genauso wie das ganze Werk. Das macht es aber nicht weniger sehenswert.

Die Versionen

Freigegeben ab 16 Jahren – wir können uns denken, wegen welcher Szene. Aber ob das nötig war?

Das Urteil von Horrormagazin.de

Definitiv nicht 0-8-15, sondern ein bildstarker und interessanter Film mit märchenhaften Elementen.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Twixt – Virginias Geheimnis"

Über den Autor Snow White


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