Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneThe Haunting of Sharon Tate

Hollywood Hills sind nicht sicher

Die Morde der Charles-Manson-Sekte scheinen präsent wie nie. Bevor diesen Sommer Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ in den Kinos startet, erzählt „The Haunting of Sharon Tate“ die Geschichte von Roman Polanskis Ehefrau Sharon Tate. Sie war eines der prominenten Opfer der Manson-Jünger.

Die Geschichte

Abi versucht Sharon auf andere Gedanken zu bringen (Foto: Universum Film)

Abi versucht Sharon auf andere Gedanken zu bringen (Foto: Universum Film)

Sharon Tate (Hilary Duff) ist hochschwanger. Sie bezieht ihr neues Domizil in den Bergen von Hollywood. Doch ihr Mann Roman Polanski ist noch nicht dabei. Er hat beruflich in London zu tun und will später dazukommen. Somit muss Sharon vorerst mit ihren Freunden Abi und Jay Vorlieb nehmen.

Doch von Entspannung keine Spur. Sharon quälen seit einiger Zeit seltsame Albträume. In diesen Träumen sieht sie ihren Tod und den der anderen voraus. Da die Intensität dieser Vorahnung zunimmt, fängt sie an, alles infrage zu stellen. Was passierte in dem Haus, bevor sie hier einzog? Von wem kommen die eigenartigen Tonbänder? Und warum glaubt ihr niemand?

Wie sich herausstellen wird, sind ihre Ängste vollkommen begründet. Im Moment weiß aber nur sie das.

Filmkritik „The Haunting of Sharon Tate“

Woher kommen nur diese ganzen Bänder von Terry? (Foto: Universum Film)

Woher kommen nur diese ganzen Bänder von Terry? (Foto: Universum Film)

Die Manson-Morde beschäftigen die USA schon etliche Jahre. Und immer wieder aufs Neue. Bestes Beispiel dafür – der oben angekündigte Film von Quentin Tarantino. In „The Haunting of Sharon Tate“ versucht Regisseur Daniel Farrands („Halloween 6 – Der Fluch des Michael Myers“, „The Amityville Murders“) die Ereignisse von damals so authentisch und bedrückend wie möglich darzustellen. Und das gelingt ihm durchaus gut. Dass am Anfang des Films bereits das Ende gezeigt wird, stört dabei nicht wirklich. Die knapp 1,5 Stunden bleiben trotzdem spannend.

Der Filmverlauf ist dabei weder hektisch noch strotzt er von Spezial-Effekten. Er ist vielmehr eine Mischung aus verschiedenen Momentaufnahmen und dem unterschwelligen Terror. Besonders passend fällt mir die musikalische Untermalung auf. Von sphärisch-warmen Klängen bis hin zu kalten-stakkatoartigen Tönen ist alles dabei. Und genau das verstärkt die einfache Handlung.

Ein Entkommen gibt es nicht ... (Foto: Universum Film)

Ein Entkommen gibt es nicht … (Foto: Universum Film)

Inhaltlich wirken ein paar Details allerdings verbesserungswürdig. Da die Geschichte in den späten 60er Jahren spielt, hätte der Film ein paar mehr Retro-Elemente vertragen können. Das fängt bei den Klamotten an und hört bei technischen Geräten auf. Das Tonbandgerät macht da schon Eindruck: klobig, veraltet und ungeschönt. Hinzu kommen noch die etlichen Tonaufnahmen mit den mysteriösen Nachrichten. Irgendwie beängstigend.

Was bleibt, ist ein Krimi, dessen Ende wir alle bereits kennen. Die richtige Wirkung entfaltet der Film erst am Folgetag. Wenn man sich überlegt, was damals eigentlich passierte und sich noch einmal in die Situation der Protagonisten hineinversetzt. Was allerdings nicht zu verhindern ist, ist der leicht bittere Beigeschmack, den der Film mit sich bringt. Ich stelle mir da die Frage, ob man wirklich so eine grausame Tragödie mit Mystery-Elementen in Szene stellen muss, um einen am Ende doch etwas herkömmlichen Horrorfilm daraus zu machen?

Die Versionen

Der Film „The Haunting of Sharon Tate“ wurde ab 16 Jahren freigeben. Er liegt ungeschnitten vor und läuft 90 Minuten (Blu-ray) bzw. 86 Minuten (DVD). Der Gewaltgrad ist durchschnittlich. Es gibt Blut zu sehen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Bewegendes Horrorszenario mit gekonnter Filmmusik.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Haunting of Sharon Tate"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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