Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneTeddy – Das Tier in dir

Wolf beißt Jungen

Bei manchen Filmen verschwimmen die Grenzen eines Genres. „Teddy – Das Tier in dir“ ist so ein Fall. Halb Drama, halb Werwolf-Horror präsentieren uns die französischen Brüder Boukherma eine interessante Mixtur. Im Mittelpunkt steht der junge Teddy. Er ist nicht nur verliebt, sondern auch tierisch drauf. Jedenfalls nachdem er von einem Wolf gebissen wurde. Alles weitere gibt es nun in unserer Filmkritik zu lesen.

Die Geschichte

Immer cool bleiben (Foto: Tiberius Film)

Immer cool bleiben (Foto: Tiberius Film)

Eine Provinz irgendwo in Südfrankreich. Teddy (Anthony Bajon) ist Anfang 20 und macht sein eigenes Ding. Er wohnt zwar noch bei seinem Onkel und seiner pflegebedürftigen Tante, aber verdient sein Geld in einem Massagesalon. Teddys große Liebe Rebecca (Christine Gautier) steht kurz vor ihrem Abitur. Hat sie es in der Tasche, will sie fort und die große Welt bereisen: studieren, arbeiten, Neues sehen. Das will in die Zukunftsplanung von Teddy nicht passen. Er will ein Haus bauen und mit Rebecca eine Familie gründen.

Eines Nachts, es ist gerade Vollmond, hört Teddy ein merkwürdiges Geräusch. Ist es der Wolf, der in letzter Zeit hier sein Unwesen treibt? Teddy ist nicht zimperlich und schaut nach. Im Wald hinter seinem Wohnhaus wird er von etwas angefallen und in den Rücken gebissen. Tage später muss Teddy mit ansehen, dass sich sein Körper verändert. Die Haare auf der Zunge sind da nur der Anfang. Die Lage ufert immer mehr aus, als er von Rebecca auf ihre Abschlussparty eingeladen wird. Die Mitschüler zeigen sich wenig angetan von einem Schulabbrecher. Der Abend endet vorerst mit einer Rauferei zwischen Teddy und dem noch geheimen „Rebecca“-Verehrer. Noch weiß niemand, was Teddy noch erwarten wird…

Filmritik „Teddy – Das Tier in dir“

Diese neuen Wolfsaugen-Kontaktlinsen sitzen noch nicht richtig (Foto: Tiberius Film)

Diese neuen Wolfsaugen-Kontaktlinsen sitzen noch nicht richtig (Foto: Tiberius Film)

Bei „Teddy – Das Tier in dir“ handelt es sich im Grunde genommen um einen Film übers Erwachsenwerden oder neudeutsch Coming-of-Age. Teddy spielt einen Jungen, der auf seine Art und Weise versucht, sein Leben zu meistern. Dabei stößt er häufig an seine Grenzen. Für vieles kann er nichts. Und so muss er sich auch mit der Tatsache arrangieren, dass die große Liebe an unterschiedlichen Zukunftsplänen scheitern wird. Die Brüder Ludovic und Zoran Boukherma greifen das Thema stilsicher auf und nehmen sich genug Zeit, um die Charaktere vorzustellen und sie dem Zuschauer zugänglich zu machen. Diese spezielle Phase im Leben eines jungen Erwachsenen und die etlichen Charakterzüge der Protagonisten rufen bei vielen sicherlich einen „Stimmt, das kenn ich auch von damals“-Effekt hervor.

Lecker Kinn (Foto: Tiberius Film)

Lecker Kinn (Foto: Tiberius Film)

Dass „Teddy – Das Tier in dir“ weit weg von actionreichen Hollywood-Produktionen ist, merkt man schnell. Auf eine angenehme französische Art, wird die Geschichte von Anfang an sehr entschleunigt dargestellt. Dazu zählen die ruhigen Kamerafahrten, viele Naturaufnahmen und die reduzierte und spezielle Art von Humor. Letzteres ist durchaus massentauglich, wenn auch oft nicht weit weg von Fremdschämen. Stichwort: Motor abwürgen oder 8-Monatsbeziehung. Parallelen zu „Napoleon Dynamite“ sind hier auffällig. Dadurch bleibt der Film jedenfalls in der ersten Hälfte ganz unterhaltsam. Wer aber hofft, dass es dann in der zweiten Hälfte derber zur Sache geht, wird enttäuscht werden. Die Ereignisse häufen sich. Vieles wird zu schnell abgehandelt. Jedenfalls geht dadurch die Leichtigkeit und die geordnete Erzählweise vom Beginn ein Stück weit verloren.

Onkel und Neffe sehen Dinge manchmal unterschiedlich (Foto: Tiberius Film)

Onkel und Neffe sehen Dinge manchmal unterschiedlich (Foto: Tiberius Film)

Auf umfangreiche Spezialeffekte haben die Boukherma-Brüder verzichtet. Der Gewaltgrad spielt sich auf einem sehr niedrigen Niveau ab. Ob das einen finanziellen oder künstlerischen Hintergrund hatte, bleibt unklar. Was bleibt ist ein Film, der im Abendprogramm trotzdem funktioniert. Er ist alternativer als andere, wenn auch kein richtiger Horror dabei ist. Entsprechend lässt er sich auch nicht mit normalen Werwolf-Horrorfilmen wie beispielsweise „Wolfcop„, „Van Helsing“ oder „Underworld“ vergleichen. „Teddy – Das Tier in dir“ hat dann schon eher Schnittpunkte mit „When Animals Dream“ oder mit Klassikern wie „Teen Wolf“ mit Michael J. Fox.

Die Versionen

Der Film läuft ungeschnitten 88 Minuten und wurde mit dem FSK-16-Siegel versehen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Teddy ist zwar nicht zum Kuscheln da, zeigt sich aber grundsätzlich als harmloser Vertreter seines Genres. Wer französische Dramen mit etwas haarigen Beigeschmack mag, sollte dem Film eine Chance geben. Für Werwolf-Fans ist er eher ungeeignet.9ca1c9ba681e4f6798551603c3840002

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Teddy – Das Tier in dir"

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Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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