Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneWolfcop

Bei Vollmond gibt es viel zu tun

Lange mussten wir darauf warten. Jetzt ist er endlich da und sorgt für urbane Gerechtigkeit. Die Rede ist nicht von Robocop, sondern von Wolfcop – halb Polizist halb Werwolf. Er ist die Grundidee für eine wirklich außergewöhnliche Horrorkomödie aus Kanada.

Die Geschichte

It's Wolf-Time! (Foto: Ascot Elite)

It’s Wolf-Time! (Foto: Ascot Elite)

In einer kanadischen Kleinstadt arbeitet Lou Garou (Leo Fafard) als Polizist. Doch nicht nur die Stadt geht den Bach runter. Auch für Lou ist jeder Tag nur noch eine Qual. Sein bester Freund, die Whiskey-Flasche, begleitet ihn.

Während eines Diensteinsatzes kidnappt eine okkulte Sekte den dauerstrammen Lou. Zwar wacht er am nächsten Tag in seinem Bett auf, doch irgendwas ist anders. Sein Bart lässt sich nicht mehr abrasieren und auch sein Geruchssinn hat sich plötzlich verstärkt. Aber es kommt noch besser, als es Vollmond wird: Lou verwandelt sich in einen Werwolf. Am Anfang etwas planlos, kommt er mit den neuen Umständen immer besser klar … und räumt unter den Bösewichten auf.

Filmkritik „Wolfcop“

Lou mal wieder auf dem Weg zur Arbeit (Foto: Ascot Elite)

Lou mal wieder auf dem Weg zur Arbeit (Foto: Ascot Elite)

In akribischer Kleinarbeit haben die Filmemacher Lowell Dean, Hugh Patterson und Bernie Hernando ihren Werwolf-Polizisten kreiert. Damit gewannen sie den CineCoup-Wettbewerb in Kanada. Unterstützung holten sie sich anschließend von Effekte-Künstler Emersen Ziffle, der bereits für „Curse of Chucky“ und „Chained“ verantwortlich war. Und damit schafften sie neben der ordentlichen Portion – teils ziemlich schwarzen oder wahlweise geschmacklosen – Humors gleich den größten Pluspunkt dieser Komödie: gut gemachte Old-School Spezialeffekte. Jeder einzelne Effekt kann sich sehen lassen. Insbesondere demonstriert die Verwandlung von Lou, wie man mit einem Weniger ein echtes Mehr erzeugen kann. Stichwort: Szene in der Toilette, in der einiges unserer Fantasie überlassen bleibt. Aber es gibt auch die klassischen Kopf-ab-und-Wegrollen-Effekte. Das erscheint hin und wieder etwas trashig, kommt aber keineswegs billig über die Mattscheibe.

Positiv hervorzuheben sind die Auswahl der Charaktere und deren Besetzung. Mit Hauptfigur Lou sympathisiert man als Zuschauer recht schnell. Auch die anderen Personen sind glaubwürdig und haben ihren Charme.

Lou, die Klaue (Foto: Ascot Elite)

Lou, die Klaue (Foto: Ascot Elite)

Das Haar in der Suppe haben wir bei „Wolfcop“ natürlich auch gefunden. Und das geht ganz klar in Richtung Erzählweise und Logik. Ab und zu überschlägt sich die Story, vor allem im Finale. Da werden kreuz und quer Leute über den Haufen geschossen. Und mittendrin lüftet man dann noch das Geheimnis der so genannten Formwandler. Das Ganze wirkt dann reichlich wirr.

Um es kurz zu machen: „Wolfcop“ ist Trash pur, zwar inhaltlich etwas unausgegoren, aber stets mit Liebe zum Detail und Mut zum Schwachsinn. Da freuen wir uns doch schon auf den zweiten Teil, der wie im Abspann angekündigt 2015 erscheinen soll. Potenzial hat er auf jeden Fall.

Die Versionen

Der Film „Wolfcop“ erscheint am 18. November 2014 auf DVD und Blu-ray. Er ist von der FSK ab 16 Jahren freigeben. Bei den vereinzelt heftigen Gewaltszenen, sollte er aber besser das rote Siegel bekommen, die FSK ist hier reichlich mild unterwegs. Tipp: Auf der Blu-ray-Version gibt es das „Making of“ zum Film – unbedingt mit anschauen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Schade, dass nicht jeden Tag Vollmond ist. Abwechslungsreicher Horror-Spaß mit Trash-Faktor.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Wolfcop"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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