Matomo

Bewertung: 5/5 Sterne

Filmkritik Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse

Pfadfinder hauen Zombies breit. Das ist lustig.

Pfadfinder treten gegen Untote an? Was im Titel eher langweilig klingt, entwickelt sich zu einer hochgradig unterhaltsamen Zombie-Komödie. Im Ernst.

Die Handlung

Carter, Ben und Augie zeigen den Untoten, was ne Harke ist (Foto: Paramount Pictures)

Carter, Ben und Augie zeigen den Untoten, was ne Harke ist (Foto: Paramount Pictures)

Aus einem Labor bricht ein Untoter aus und beißt sich durch die Kleinstadt. Alle von ihm angenagten werden zu Zombies und beißen selbst. Na, das kennen wir ja zur Genüge.

Parallel dazu planen die Pfadfinder (Englisch: Scouts) Ben, Carter und Augie eine Nacht in der Wildnis. Merkwürdigerweise taucht ihr Führer Rogers nicht auf. Was der dicke Augie außerdem nicht weiß: Ben und Carter haben gar keine Lust mehr aufs Pfadfinder-Dasein und wollen abends zu einer geheimen Party gehen. Ohne Augie. Obendrein hat Ben ein Auge auf Carters Schwester geworfen. Herrje, was für ein Schlamassel.

Als die Zombies die drei Pfadfinder entdecken und anknabbern wollen, bekommen die Hilfe von der Stripperin … pardon … Cocktail-Mixerin Denise. Gemeinsam müssen sie die geheime Party finden und Carters Schwester retten. Und zwar bevor die Armee die Stadt bombardiert.

Filmkritik „Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“

Denise schießt scharf (Foto: Paramount Pictures)

Denise schießt scharf (Foto: Paramount Pictures)

Jawoll! Endlich mal wieder eine Zombie-Komödie, die diese Bezeichnung auch verdient. Zwar ist die Geschichte so einerlei, dass jeder Zombie sie verstehen würde. Auch das eine oder andere untote Klischee lässt grüßen, inklusive etwas Pathos. Aber bei dieser Zombie-Sause geht es nicht um das Was, sondern das Wie.

Denn „Scouts vs. Zombies“ ist durchsetzt von einem frischfröhlichen Witz, den wir bei anderen Filmen schmerzlich vermissen. Slapstick, gute Sprüche, Seitenhiebe auf die Gesellschaft und sogar Spurenelemente von Sozialkritik – hier gibt es alles und zuweilen herrlich geschmacklos. Es geht tief unter die Gürtellinie – verbal und physisch. Wenn man pauschal unterstellt, dass eine Pimmel-Szene in so einem Film plump rüberkommt – nein, tut sie nicht. Die ist echt witzig, tut beim Hinschauen aber ganz schön weh.

Drei Kunstgriffe fallen besonders auf:

  • Die Helden sind keine weinerlichen Luschen wie zum Beispiel in „Deadheads“. Im Gegenteil: Sie bringen die Zombies sauber um die Ecke und denken (fast) immer daran, sich zu bewaffnen. Vor allem die Rolle der Denise ist angenehm stark. Sie heult nicht rum, sie teilt aus.
  • Die Rolle des Pfadfinder-Führers Rogers ist mit dem Komiker David Koechner besetzt. Und der baut die Figur zu einem der witzigsten Zombies überhaupt aus. Ein absoluter Brüller.
  • Soweit man das von einem Zombiefilm sagen kann, folgt „Scouts …“ einer gewissen Logik. Alles, was die Darsteller tun, bleibt nachvollziehbar. Wie oft haben wir bei anderen Werken die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gestöhnt: „Warum rennen die denn jetzt da hin?“ Hier nicht.
Das Pfadfinderleben steckt manchmal voller Überraschungen (Foto: Paramount Pictures)

Das Pfadfinderleben steckt manchmal voller Überraschungen (Foto: Paramount Pictures)

Zudem geht Regisseur Christopher B. Landon (der Sohn von Michael „Unsere kleine Farm“ Landon) sehr zeigefreudig zur Sache. Lasst euch von der FSK-Freigabe ab 16 Jahren nicht täuschen: Wir haben es hier mit einer lupenreinen Splatter-Komödie zu tun. Und manche Szenen habt ihr so noch nie gesehen. Landon hat sich echt was einfallen lassen.

Nette Nebenerkenntnis: Schwarzenegger-Sprössling Patrick zeigt als Schönling-Schnösel Jeff definitiv mehr Schauspiel-Talent als sein Vater.

Die Versionen

Der Film läuft handliche 89 Minuten. Länger hätte er auch nicht sein müssen. In den Neunzigern hätte die FSK so ein blutiges Treiben nicht mal mit der Kneifzange angefasst. Heute gibt sie es ab 16 Jahren ungeschnitten frei. Vorsicht: Das Ding ist nur für stabile Mägen geeignet.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Witz, sympathische Helden, krasse Effekte, fetter Soundtrack – hier passt alles. Der Komödientipp des Jahres.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse"

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Über Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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