Matomo

Bewertung: 4/5 Sterne

Filmkritik Halloween (2018)

Die gut gealterte Jamie Lee Curtis legt sich wieder mit dem ebenfalls nicht mehr taufrischen Michael Myers an.

Michael Myers ist zurück – und mit ihm kommen auch die alten Probleme wieder: Reihenweise sterben Menschen. Auch Scream-Queen Jamie Lee Curtis und sogar John Carpenter sind wieder mit dabei. Die direkte Fortsetzung der Mutter aller Slasher-Filme erfindet das Rad zwar nicht neu, Spaß macht die jüngste Myers-Rückkehr trotzdem.

Die Handlung

Er ist wieder da: Michael Myers sorgt erneut für Angst und Schrecken (Foto: Universal Pictures)

Er ist wieder da: Michael Myers sorgt erneut für Angst und Schrecken (Foto: Universal Pictures)

40 Jahre sind vergangen seitdem der unheimliche Maskenkiller Michael Myers (Nick Castle, der auch schon 1978 unter der Maske steckte) das Städtchen Haddonfield terrorisierte und eine Reihe von Menschen kaltblütig und erbarmungslos umbrachte. Seitdem sitzt er in einer psychiatrischen Anstalt. Bei einem Gefangenentransport gelingt ihm jedoch die Flucht. Nun macht er sich abermals nach Haddonfield auf.

Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) hat die damaligen Ereignisse überlebt. Und dieses Mal ist sie auf ihn vorbereitetet.

Filmkritik „Halloween (2018)“

Obwohl „Halloween“ der mittlerweile 11. Teil der Reihe ist (inklusive des Remakes von Rob Zombie und dessen Fortsetzung), zählt der Streifen sicherlich zu den am meisten erwarteten Horrorfilmen der vergangenen Jahre. Nicht zuletzt, weil Genre-Legende John Carpenter zum Franchise zurückkehrt. Er schrieb und inszenierte 1978 den ersten Teil und erlangte damit Weltruhm. Dieses Mal war er nicht nur wie schon bei Teil 2 und 3 als Produzent, sondern bereits während der Entstehung als kreativer Berater tätig. Zudem steuert er erstmals seit Teil 3 wieder die kultige Filmmusik bei (gemeinsam mit seinem Sohn Cody Carpenter und Daniel Davies). Die funktioniert nach wie vor ganz ausgezeichnet und sorgt für die passende Stimmung.

Bestens auf Myers vorbereitet: Jamie Lee Curtis als Laurie Strode (Foto: Universal Pictures)

Bestens auf Myers vorbereitet: Jamie Lee Curtis als Laurie Strode (Foto: Universal Pictures)

Um wieder frischen Wind in die Endlos-Reihe zu bringen, ignorieren die Autoren Jeff Fradley, Danny McBride und David Gordon Green (auch Regie) alle bisherigen Fortsetzungen. Das ist zumindest bei den Titeln einigermaßen verwirrend, denn beide Filme (1978 und 2018) heißen nun schlicht „Halloween“.

Und der Neue ist vor allem Curtis‘ Film. Sie spielt die Rolle der gealterten Laurie Strode grandios. Die Begegnung und der Kampf mit Michael Myers haben sie nachhaltig verstört. Seither lebt sie als Einsiedlerin, die nichts anderes im Sinn hat, als sich und ihre Liebsten auf Myers‘ Rückkehr vorzubereiten. Strode ist Überlebende und Kämpferin, die Opferrolle hat sie hinter sich gelassen.

Was wir als Zuschauer natürlich längst wissen: Die Konfrontation mit Myers ist unausweichlich. Genau in dieser Prämisse liegt denn auch die Stärke des neuen „Halloween“. Alle Opfer, die dem Masken-Schlitzer vorher über den Weg laufen, sind im Grunde nichts anderes als Kanonenfutter und dienen lediglich der Vorbereitung auf den großen Showdown. Hier läuft der Film dann zur Höchstform auf, das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Myers und Strode ist höllisch spannend.

Klopfen war gestern: Myers hält nicht viel von verschlossenen Türen (Foto: Universal Pictures)

Klopfen war gestern: Myers hält nicht viel von verschlossenen Türen (Foto: Universal Pictures)

Green inszeniert den gealterten Killer als nach wie vor unaufhaltsame Tötungsmaschine. Er gibt ihm viel von der mysteriösen Aura zurück, die der Figur noch in Teil 1 anhaftete und im Laufe der Fortsetzungen immer stärker verloren ging. Im Vergleich zu Carpenter hat er jedoch ordentlich an der Gewaltschraube gedreht, teilweise geht es heftig zur Sache.

Daneben gibt es allerlei Referenzen an den ersten Film, die vor allem Fans gefallen dürften. Beide Werke sind damit wie aus einem Guss. Oft wirkt der neue Streifen gar wie eine reine Hommage an Teil 1. Trotzdem gelingt Green die Gratwanderung zwischen Huldigung und Eigenständigkeit. Auch die Halloween-Atmosphäre schafft er perfekt einzufangen.

Myers‘ Streifzug durch Haddonfield ist damit zwar souverän inszeniert, neue Impulse kann Green dem Slasher-Genre aber am Ende doch nicht abgewinnen. Dafür bewegt er sich zu sehr auf vertrauten Pfaden. Unterm Strich ist der neueste Teil deutlich besser als eigentlich alle vorherigen Fortsetzungen, dem Original kann aber auch er nicht das Wasser reichen.

Die Versionen

Michael Myers macht keine Gefangenen, dementsprechend spart „Halloween“ nicht mit Gewalt. Die Freigabe der FSK ab 16 Jahre geht vollkommen in Ordnung.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Kein Vergleich zum Original, aber Atmosphäre und zwei Darsteller in Bestform heben den Film deutlich über den Durchschnitt.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Halloween (2018)"

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Über Rick Deckard

Sein Pseudonym kommt aus seinem Lieblingsfilm „Blade Runner“ von Ridley Scott. Der ist auch schon seit seiner Jugendzeit sein unangefochtener Lieblingsregisseur, gefolgt von Namen wie David Lynch, Terry Gilliam oder den Coen-Brüdern.
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