Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneDeathgasm

Massaker mit meuchelnder Metal-Meute.

Wenn Heavy Metal auf Horror trifft, können wir getrost davon ausgehen, dass es dann ziemlich kernig zur Sache geht. Quod erat demonstrandum? Gerne: Dieser Film liefert den sehr plastischen Beweis.

Die Geschichte

Verdammte Axt! Medina weiß, wie man anpackt (Foto: Tiberius Film)

Metalhead Brodie verschlägt es in eine verschlafene Kleinstadt, nachdem seine Mutter für nicht absehbare Zeit in die Klapse abwandern musste. In der spießigen Pflegefamilie seines Onkels findet er sich nicht zurecht. Er trifft auf Zakk, seines Zeichens ebenfalls Freund der harten Gitarrenklänge. Gemeinsam gründen sie mit den vermeintlichen Losern in der Schule eine Heavy-Metal-Band, der sie den klangvollen Namen „Deathgasm“ verpassen.

Und da Schwermetaller ja immer ganz furchtbar böse rüberkommen müssen, suchen sie verbissen nach äußerst finsterem Klangwerk. Sie werden fündig, als ihnen einige Blätter mit ganz alten Noten in die Hände fallen. Prompt zaubern sie daraus ein amtliches Black-Metal-Riff, nicht ahnend, dass sie damit einen wirklich fiesen Dämon heraufbeschwören, der die spießigen Einwohner in blutrünstige zombieähnliche Bestien verwandelt. Fortan kämpfen sie mit Hilfe von Kettensägen, Dildos, Gummipimmeln und ähnlichen Waffen um ihr Überleben.

Filmkritik „Deathgasm“

Räumen wir doch zunächst einmal mit einigen Klischees auf: 1. Metalheads sind nicht zwingend völlig verblödet. Manchmal schreiben sie sogar Filmkritiken. 2. Metalheads sind keine Satanisten. Sie schreiben eben nur Filmkritiken zu Horrorfilmen. 3. Wacken ist kein Raumschiff von freundlichen Aliens, das uns in eine bessere Welt bringen soll, sondern immer noch ein kleines Kaff in Schleswig-Holstein, in dem eben einmal im Jahr mächtig die Post abgeht.

Pflicht auf jeder Horror-Metal-Party: Das Alice-Cooper-Gedächtnis-Make-up (Foto: Tiberius Film)

Nun: Dieser Film verheizt die Metal-Klischees wie Oma im Winter die Briketts. Niemand kann das den Machern übel nehmen, denn kaum jemand nimmt das wirklich ernst. Im Gegenteil: Was als gefällige kleine Kleinstadt-Posse beginnt, wird schnell zum wüstesten Splatter-Feuerwerk der letzten Jahre.

Toll dabei ist, dass dieser Film rundum wirklich witzig ist und vor originellen Ideen nur so strotzt. Die für Horrorfilme typische Pflichtblondine ist diesmal nicht so blöd wie drei Reihen Bohnen, sondern eine taffe junge Frau, die häufig weiter denken kann als ihre männlichen Co-Protagonisten und dabei noch in der Lage ist, herzhaft auszuteilen. Zuschauer mit sensiblem Magen sollten jedoch auf andere Horrorkost umsteigen. Denn diese höchst erfrischende Blutfontänen-Parade ist so ziemlich die krasseste, die wir seit mehreren Jahren vorgesetzt bekommen haben.

Die Handlung ist dabei Nebensache und hat nur eine Alibi-Funktion. Doch das ist völlig egal, der Film ist nicht als höchstintelligentes Meisterwerk konzeptioniert, sondern er soll einfach nur Spaß machen. Und das tut er.

Produziert wurde er übrigens in Neuseeland, dort wo Meisterregisseur Peter Jackson auch seine Klassiker „Bad Taste“ und „Braindead“ gedreht hat.

Und was hat das Ganze mit Wacken zu tun? Eigentlich gar nichts. Es musste einfach nur mal gesagt werden.

Die Versionen

Ohne Sarkasmus oder Ironie: Erstaunlicherweise hat die FSK den Film ungeschnitten durchgelassen. Chapeau. Freigegeben ist dieses kultverdächtige Gemetzel natürlich sowas von ab 18 Jahren. Die Laufzeit beträgt 86 Minuten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Herrlich erfrischender und bluttriefender Splatter-Spaß (nicht nur) für Metal-Fans.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Deathgasm"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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