Matomo

Bewertung: 2/5 Sterne

Filmkritik Bed Rest – deine Angst schläft nie

Viel Zeit für sich zu haben, entwickelt sich zum Albtraum.

Gemütlich zu Hause entspannen war gestern. Im HorrorthrillerBed Rest – deine Angst schläft nie“ wird einer schwangeren Frau Bettruhe verordnet. Als sich dann aber mysteriöse Dinge in ihrem Haus ereignen, wird es nichts mit dem Erholungsschlaf.

Die Handlung

Alles okay? Alles okay! (Foto: Tobis Film)

Alles okay? Alles okay! (Foto: Tobis Film)

Die schwangere Julie (Melissa Barrera) zieht mit ihrem Ehemann Daniel (Guy Burnet), der an einer Universität angestellt ist, in ein altes, abgelegenes Haus am See. Sie versuchen bereits seit Jahren eine Familie zu gründen, doch bei Julies erster Schwangerschaft erlitt sie eine Totgeburt.

Als Julie in ihrem Haus plötzlich und unerwartet einen kleinen Jungen sieht, stürzt sie über eine Treppe. Julie und ihr ungeborenes Kind überstehen dies zwar unbeschadet, doch als Folge wird ihr strikte Bettruhe und die Vermeidung jegliches Stresses bis zu der Geburt ihres Kindes verordnet.

Der psychisch labilen Julie macht die Isolation schnell zu schaffen. Aber es ist nicht nur Langeweile, die ihr zusetzt, denn plötzlich wird Julie von einem Kind heimgesucht, dass sie vor einer mysteriösen Frau warnt. Julie erkennt in ihm ihren verstorbenen Sohn wieder. Doch bildet sie sich das alles nur ein?

Julie muss sich ihrer Vergangenheit und ihrem Trauma stellen, um sich und ihr ungeborenes Kind zu schützen.

Filmkritik „Bed Rest – deine Angst schläft nie“

Die kleine Spinne tut niemandem was (Foto: Tobis Film)

Die kleine Spinne tut niemandem was (Foto: Tobis Film)

In seinen eigenen vier Wänden eingesperrt zu sein, ist ein klassisches Horrorfilm-Konzept. Das uns doch als so sicher erscheinende häusliche Setting in Form von Bett und Schlafzimmer, wird hier zum Albtraum transformiert. In erfolgreichen Horrorfilmen wie „Misery“ oder „Das Spiel“ – beide basierend auf Stephen King Romanvorlagen – ist das sehr gut dargestellt worden. Doch kann „Bed Rest“ da mithalten?

Der Film besitzt eine persönliche Komponente, so hat die Regisseurin und Drehbuchautorin Lori Evans Taylor selbst eine Totgeburt erlitten. Dass sie zudem in doppelter Form sowohl als Autorin als auch Regisseurin an dem Film beteiligt war, weist darauf hin, dass es sich bei „Bed Rest“ möglicherweise sogar um ein Herzensprojekt handelt. Doch merkt man dies dem Film auch an?

Die Parallelen zwischen der Filmemacherin und der Hauptfigur sind durchaus interessant. Die subjektiven Erfahrungen von Julies Trauma spielen hierbei eine nicht unwichtige Rolle. Dass Julie noch nicht über den Tod ihres Sohnes hinweg ist, wird sehr früh im Film deutlich, so musste sie nach der Totgeburt in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Erinnerungen daran werden in kurzen, dramatisch geschnittenen Rückblenden präsentiert, die mit den verstörenden, übernatürlichen Momenten des Filmes gleichgesetzt werden.

Etwas Abwechslung wäre gut (Foto: Tobis Film)

Etwas Abwechslung wäre gut (Foto: Tobis Film)

Weiterhin kommt ihr Trauma in Dialogen mit ihrem Mann häufig zur Sprache, der befürchtet, dass Julie einen Rückfall erleiden könnte. Doch trotz dieser Erwähnungen, bleiben die Sequenzen um Julies Trauer oftmals an der Oberfläche, auch da sie nur spärlich gezeigt werden. Aufgrund dessen lässt einen Julies Leid leider kalt.

Dies ist umso bedauernswerter, da Julies Figur im Fokus des Films steht. Die Filmemacherin selbst beschreibt ihr Werk als subjektiv, da er aus Julies Sicht geschrieben wurde. Julie wird zudem von Anfang bis Ende auf dem Bildschirm gezeigt und es existiert so gut wie keine Szene ohne sie. Der Film ähnelt einem Kammerspiel, da er vor allem in ihrem Haus spielt und nicht viele Charaktere vorkommen. Die Hauptdarstellerin Melissa Barrera ist aus den neuen „Scream“-Filmen bekannt und besitzt somit bereits Horrorfilm-Erfahrungen. Es gelingt ihr glaubhaft, die vielen Emotionen darzustellen, die Julie im Film durchlebt.

Doch auch sie kann „Bed Rest“ nicht davon abhalten, wie sein Name schon andeutet, eher zum Einnicken einzuladen als zum Gruseln. Grund dafür ist, dass die ersten Zwei-Drittel des Films vor allem aus Szenen bestehen, in denen Julie auf eine Baby-Überwachungskamera schaut. Der Nervenkitzel besteht darin, dass sich etwas an der Kommode bewegt oder ein Schatten zu sehen ist. Wirklich aufregend ist das Ganze nicht, durch laute Musikeinlagen erschreckt man sich trotzdem. Plötzliche, ertönende Laute, sind nicht immer ein effektives Mittel für einen Horrorfilm. Das deckt schließlich jeder Wecker am Morgen auch ab.

Spiel mir das Lied vom Schlaf... (Foto: Tobis Film)

Spiel mir das Lied vom Schlaf… (Foto: Tobis Film)

Visuell sieht der Film zwar solide aus, mehr aber auch nicht. Die meisten Szenen spielen im Dunklen und sind somit nicht gut sichtbar. Sie hätten durchaus kreativer gestaltet werden können. Auch das Haus als solches erscheint sehr beliebig und besitzt kaum einen atmosphärischen Gruselfaktor.

„Bed Rest“ gelingt es nicht, dem Genre etwas Neues hinzuzufügen. Geister-Jungen kennen wir auch schon aus vielen besseren Filmen. Hier hat man sich nicht einmal die Mühe gegeben, diese mit kreativem Make-up visuell ansprechend darzustellen. Von Filmen wie in Guillermo Del Toros „The Devil’s Backbone“ ist man hier meilenweit entfernt. Letztlich wirken alle Bilder vertraut, die Regisseurin greift tief in die Klischee-Schublade. Mit Momenten, in den Julie aus dem Fenster sieht und dort einen Jungen erspäht, der im nächsten Moment verschwunden ist, wird sicherlich niemand mehr abzuholen sein.

Achtung Spoiler: Zum letzten Drittel nimmt der Film dann endlich etwas Fahrt auf. Dabei wird die Geschichte der vorherigen Hausbewohnerin behandelt, die Auflösung ist dabei aber wirklich nicht weltbewegend oder überraschend. Zwar werden dort auch spannende Aspekte angedeutet, diese werden aber nicht weiterbearbeitet. So endet der Film dann auch mit dem klassischen Happy End, in dem dann auch alle psychischen Probleme Julies gelöst sind. Eine echte Trauma-Aufarbeitung sieht wirklich anders aus.

Die Versionen

„Bed Rest“ wurde mit einer FSK-Freigabe von 16 Jahren eingestuft. Der Film ist ungekürzt seit Oktober 2023 auf Blu-Ray erhältlich und besitzt eine Laufzeit von 91 Minuten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

„Bed Rest – deine Angst schläft nie“ besitzt ein paar wenige spannende Aspekte. Leider besteht er aber zu einem Großteil aus vorhersehbaren Grusel-Klischees, die auch eine laute Geräuschkulisse nicht aufwerten können.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Bed Rest – deine Angst schläft nie"

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Über Martin Brody

Als engagierter Film-Fan interessiert er sich vor allem für psychologisch angehauchte Horrorfilme. Doch auch ein heftiger Splatter-Film ist in der Lage ihn zu fesseln. Nachdem er bereits eine Bachelorarbeit über „Les quatre cents coups“ von Truffaut geschrieben hat, verfasst er auch leidenschaftlich gerne Filmkritiken.
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