Filmkritik Bewertung: 5/5 Sterne28 Days Later

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Er galt in den Nullerjahren in Sachen Stil und Ästhetik als Meilenstein, was Zombiefilme betrifft. Und tatsächlich – auch heute hat „28 Days Later“ immer noch einen gewissen Charme. Doch wie macht er sich im Alltags-Test aus heutiger Sicht? Gleichzeitig ergänzen wir einen wichtigen Horrorfilm in unserer Filmdatenbank.

Die Geschichte

Jim allein auf weiter Flur (Foto: 20th Century Fox)

Jim allein auf weiter Flur (Foto: 20th Century Fox)

London. Der junge Mann Jim (Cillian Murphy) hatte einen Fahrradunfall und liegt im Koma. Nun wacht er in einem Krankenhausbett auf. Jim versucht, jemanden im Krankenhaus zu finden. Vergeblich. Denn nicht nur die Gänge und Hallen sind wie ausgestorben, sie sehen auch total verwüstet aus. Das Gleiche gilt für die Straßen der Millionen-Metropole.

Jim ist allein. Er irrt durch die Stadt. Doch es dauert nicht lange, dann macht er Bekanntschaft mit einer Horde Menschen, die von irgendeinem Virus befallen sind. Im letzten Moment retten ihn Selina (Naomie Harris) und Mark (Noah Huntley). Jim erfährt von der tödlichen Infektion. Wie sie sich ausbreitet und dass alle Städte evakuiert wurden.

Nachdem Jim sein Elternhaus besucht und Mark auch infiziert wird, treffen er und Selina auf Frank (Brendan Gleeson) und Hannah (Megan Burns). Mit ihnen wollen sie eine Militärbasis in der Nähe von Manchester finden. Dort scheint es ein Heilmittel gegen den Virus zu geben.

Filmkritik „28 Days Later“

Selina und Jim haben sich (endlich) gefunden (Foto: 20th Century Fox)

Selina und Jim haben sich (endlich) gefunden (Foto: 20th Century Fox)

Schon 16 Jahre hat „28 Days Later“ auf dem Buckel. Das macht aber nichts, wie wir gleich sehen werden. Er beginnt mit einem knallharten Intro, das zeigt, wie es zur Katastrophe kam. Dann wechselt er in den Robinson-Crusoe-Modus. Damit fesseln schon die ersten 10 Minuten ungemein, heute wie damals. Dabei sieht die gespenstische Einöde Londons gar nicht so aufwendig inszeniert aus. Regisseur Danny Boyle („Slumdog Millionär“) schafft trotzdem eine bedrückende Stimmung. Endzeit pur, aussichtslos und unglaublich deprimierend.

Dank flotter Schnitte zwischen vielen Szenen, wenn beispielsweise die Infizierten auftauchen, bleibt die Spannung auf sehr solidem Niveau. Dieser Effekt wird noch verstärkt, indem die Bildausschnitte anschließend in einer Art Nahaufnahme gezeigt werden. Damit bleibt der Wechsel zwischen ruhigen und schnellen Momenten, ein gelungenes Stilmittel im weiteren Filmverlauf. Und überhaupt sind die Kameraeinstellungen bemerkenswert. Sie erzeugen ein teilweise schiefes Bild und sorgen so für ungewöhnliche Perspektiven. Ganz subtil, aber wirkungsvoll.

Zombiealarm - lauf so schnell du kannst! (Foto: 20th Century Fox)

Zombiealarm – lauf so schnell du kannst! (Foto: 20th Century Fox)

Ewas zurückhaltend wirken hingegen die Zombies. Sie sind zwar blitzschnell, aber bei weitem nicht so brutal und effektreich, wie man es heutzutage bei einen Zombiefilm mit FSK-18-Freigabe erwarten würde. In diesem Punkt kann sich „28 Days Later“ beispielsweise nicht mehr mit „The Walking Dead“ messen.

Ansonsten hat „28 Days Later“ kaum Schwächen, wenn man mal vom eben angesprochenen Gewaltgrad absieht. Das Drehbuch ist plausibel, die Rollen sind mit britischen Edel-Mimen sehr fein besetzt, und ihre Dialoge wirken meist authentisch. Manchmal sogar witzig. Und wer will, kann noch einige Kritik am menschlichen Verhalten in Extremsituationen herauslesen. Auch oder gerade vom Militär.

Die Versionen

„28 Days Later“ läuft 113 Minuten und ist ungeschnitten. Der Film hat eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten – aus heutiger Sicht ein ziemlich hartes Urteil, aber für Zombiefilme gar nicht mal so unüblich.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Starker Mix aus Endzeitstimmung und Zombieattacken. Heute wie früher kurzweilig, aber zuweilen etwas zahm.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "28 Days Later"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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