Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneWarte, bis es dunkel wird (Remake 2014)

Die Stadt, die sich vor dem Sonnenuntergang graut.

Remakes sind nicht immer das beste, was einem Original passieren kann. Doch was wäre, wenn kaum einer das Original noch auf der Pfanne hat? Mit „Warte, bis es dunkel wird“ nutzt Regisseur Alfonso Gomez-Rejon die Chance und präsentiert uns einen Slasher in altbekannter Freitag-der-13te-Manier.

Die Geschichte

Kurz Verschnaufpause im Gras (Foto: Tiberius Film)

Kurz Verschnaufpause im Gras (Foto: Tiberius Film)

Vor 66 Jahren versetzt ein Serienkiller die US-Kleinstadt Texarkana in Angst und Schrecken. Der Verantwortliche wird nie gefasst. Um die böse Vergangenheit zu verarbeiten, dreht man in den späten 70er Jahren einen Film mit dem Titel „The Town that Dreaded Sundown“.

Texarkana 2014. Längst hat der Film Kultstatus erreicht. Die Generation von heute hält die Mordserie von damals für Fiktion und nimmt sie nicht ernst. Jedes Jahr zelebrieren zig Jugendliche das Ereignis in den Kinos der Stadt. Auch Jami (Addison Timlin) und ihr Freund Corey schauen sich den Film an. Weil Jami aber keine Lust auf den öden Horror hat, fahren die beiden in den Wald. Ihre Zweisamkeit wird abrupt unterbrochen. Ein Unbekannter mit Waffe zwingt sie das Auto zu verlassen und metzelt Jamis Freund brutal nieder.

Jami kann im letzten Moment fliehen. Vollkommen verstört berichtet sie von dem Vorfall. Doch wer ist der nächste? Alles scheint darauf hinzudeuten, dass sich der Killer an den Morden von damals orientiert. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, denn der Mordplan ist bereits auf Zelluloid festgehalten.

Filmkritik zu „Warte, bis es dunkel wird“

Falscher Ort, falsche Zeit - es gibt kein Entkommen (Foto: Tiberius Film)

Falscher Ort, falsche Zeit – es gibt kein Entkommen (Foto: Tiberius Film)

„Der Umleger“ ist zurück! Gott sei Dank hat man sich nicht für diesen Titel entschieden. So hieß nämlich das Original aus den 70er Jahren, auf dem „Warte, bis es dunkel wird“ basiert. Wer den alten Schinken nicht kennt, hat nichts verpasst. Und auch das Remake hat durchaus Schwächen. Regisseur Gomez-Rejon bindet einige originale Szenen sicherlich recht geschickt in den Handlungsverlauf ein. Auch sonst hält er sich in weiten Teilen an das frühere Drehbuch. Aber so wirken eben alle Mordszenen – und davon gibt es reichlich – wie damals etwas lieblos aneinander gereiht. Ein roter Faden ist zwar vorhanden aber verdammt dünn.

Immerhin kommen dank flotter Erzählweise keine Längen auf. Humor und Handlung sind allerdings zweitrangig. Herausgekommen ist ein nicht gerade origineller, aber solider Slasher, der alte Klischees aufgreift und damit durchaus als Hommage an die Anfänge des Horrorfilms durchgeht. Beispielsweise hat der Killer einen alten Kartoffelsack über den Kopf gestülpt – so wie es Jason Voorhees zu seiner Anfangszeit auch tat. Zudem gibt es kuriose Mordwaffen – Stichwort Posaune als Bajonett umfunktioniert. Alle Effekte wirken schön altmodisch und sind ohne sichtbare CGI-Dreingabe. Last but not least: Das oft verwendete Stilmittel „Final Girl“ darf hier natürlich auch nicht fehlen.

Ich bin es nicht gewesen, verstanden? (Foto: Tiberius Film)

Ich bin es nicht gewesen, verstanden? (Foto: Tiberius Film)

Für alle, die sich nicht vor dem Sonnenuntergang grauen, ist also „Warte, bis es dunkel wird“ ein gefundenes Fressen, das man auch gern zwei Mal anschaut. Für 5 Sterne reichts aufgrund der genannten Minuspunkte nicht. Aber was soll’s. Stalk-&-Slash-Genrefans können sich auf neues Futter freuen.

Die Versionen

Überraschenderweise wurde „Warte, bis es dunkel wird“ von der FSK mit einer Freigabe ab 16 Jahren durchgewunken. Er hätte eigentlich das rote Siegel tragen müssen – der Film ist definitiv nichts für Minderjährige.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Sack übern Kopf und fertig. Tabuloses Remake, besser als das Original, aber auch nicht perfekt.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Warte, bis es dunkel wird (Remake 2014)"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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