Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneVoice From The Stone

Kleiner Junge spricht nicht und brütet stattdessen über einem Geheimnis. Emilia Clarke will helfen

„Game of Thrones“-Schnucki Emilia Clarke will in diesem sanften Grusler ein verstummtes Kind zum Sprechen bewegen. Das ist gar nicht so leicht, denn der Kleine klebt lieber mit dem Ohr an der Wand, als auf sie zu hören.

Die Geschichte

Bevor sie die Wand neu verputzt, wird Verena zunächst eins mit ihrem Projekt (Foto: Ascot Elite)

Bevor sie die Wand neu verputzt, wird Verena zunächst eins mit ihrem Projekt (Foto: Ascot Elite)

Verena arbeitet in den 50er Jahren in der Toskana als Kindermädchen. Sie zieht von einer Familie zur nächsten, immer auf der Suche nach der ganz besonderen Aufgabe. Am kleinen Jakob könnte sie sich aber die Zähne ausbeißen. Seit seine Mutter starb, spricht er kein Wort mehr. Und das ist nun schon einige Monate her. Außerdem machen Jakobs misstrauischer Vater und ein mürrischer Hausmeister Verena das Leben schwer.

Immer wieder findet sie Jakob, wie er an einer eingerissenen Wand lauscht. Angeblich hört er dort Stimmen. Verena glaubt ihm zunächst nicht. Doch eines Tags hört auch sie es aus den Steinen flüstern.

Bildet sie es sich nur ein, oder gehen in dem Haus tatsächlich übernatürliche Dinge vor? Sie findet es heraus.

Filmkritik „Voice From The Stone“

Legen wir die Regeln dieses Portals mal so richtig streng aus, gehört dieser Film nicht hierher. Denn Grusel ist nur als sehr übersichtlich dosierter Bestandteil enthalten. Ein paar leichte Gänsehautmomente und ein spannendes Finale qualifizieren ihn dann aber doch irgendwie. Also her damit.

Verena erreicht ihren neuen Arbeitsplatz (Foto: Ascot Elite)

Verena erreicht ihren neuen Arbeitsplatz (Foto: Ascot Elite)

Es ist schon ungewöhnlich, wie viel Zeit sich Regisseur Eric D. Howell für seine Geschichte nimmt. Sein Film läuft in einem Tempo, das einem Berlinale-Beitrag zur Ehre gereicht hätte. Lange Einstellungen, nicht allzu viele Schnitte, sparsame Musik. Wobei letzteres aber leider auch auf die Geschichte zutrifft, überladen ist sie nun wirklich nicht. Da kann man zwischendurch ruhig auch mal auf die Stimmen aus der Couch lauschen.

Allerdings taucht Howell den Plot in erlesene Bilder, die die Toskana und vor allem das als Kulisse genutzte Haus von ihrer allerbesten Seite zeigen. Ebenfalls stark treten die wenigen Schauspieler auf. Vor allem macht es Freude, der hochkonzentrierten Emilia Clarke bei ihrer ausgereiften Komposition aus Mimik und Körpersprache zuzusehen. Auch der Hollywood-erprobte Marton Csokas („Der Herr der Ringe“) zeigt eindrucksvoll, wie man trotz sparsamer Dialoge Geschichten erzählt. Nur Jakob-Darsteller Edward George Dring wirkt hier und da, als hätte man ihn einfach in die Kulisse gestellt und dort sich selbst überlassen.

Damit ist „Voice From The Stone“ zwar ein stilles und gut gemachtes Drama. Am Ende fehlen ihm aber doch zu sehr Substanz und zumindest etwas Tempo. Aber darüber und damit auch über die lediglich drei Sterne lässt sich trefflich streiten.

Die Versionen

Der Film kommt fast ohne Gewalt aus, die FSK-Freigabe ab 12 Jahre lässt sich gut nachvollziehen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Ruhiges Retro-Drama mit viel Klasse, aber auch einigem Leerlauf.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Voice From The Stone"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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