Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneThe Grey – Unter Wölfen

Wölfe, Wildnis, Schnee - doch die Mischung zündet nicht.

Mit dem Namen Liam Neeson bringt man unweigerlich die Filmrollen Qui-Gon Jinn („Star Wars Episode 1“) und Oskar Schindler („Schindlers Liste“) in Verbindung. Im Produzenten-Stab saßen Ridley Scott („Alien“, „Blade Runner“) und Tony Scott („Top Gun“, „Crimson Tide“). Umso gespannter saßen wir im Kinosessel, um den neuesten Tierhorror-Streifen „The Grey – Unter Wölfen“ zu begutachten. Nach der Kurzgeschichte „Ghost Walker“ von Ian Mackenzie Jeffers.

Die Geschichte

John (Liam Neeson) sucht seine Handschuhe (Foto: Universum Film GmbH)

Wieder einen erlegt. John Ottway (Liam Neeson) ist Wachmann in Alaska. Ausgerüstet mit Gewehr und Zielfernrohr, besteht seine Aufgabe darin, die Bohrarbeiter vor wilden Tieren zu schützen. Wölfe treiben hier ihr Unwesen. Nachdem sein Einsatz beendet ist, geht es mit dem Flieger zurück nach Kanada. Ein plötzlich auftretender Sturm beschädigt die Bordelektronik so stark, dass das Flugzeug abstürzt.

Mitten im Nirgendwo und fernab von Zivilisation versuchen die Überlebenden, sich in Richtung Süden durchzuschlagen. Ein Rudel Wölfe ist aber nicht ihr einziges Problem. Hunger und Kälte zehren immer mehr an ihren Kräften. Ein eisiger Kampf ums Überleben beginnt.

Filmkritik „The Grey – Unter Wölfen“

Der Wolf hat keine Chance, denn wir sind in der Überzahl (Foto: Universum Film GmbH)

Nach fast zwei Stunden Filmmarathon tut uns nicht nur der Allerwerteste weh, sondern auch der Kopf. Langatmig, unklar und nicht zu Ende gedacht – so ist unser erster Eindruck. Aber alles der Reihe nach.

„The Grey – Unter Wölfen“ beginnt vielversprechend. Die Rückblenden erklären, was John Ottway bisher durchmachen musste und wie er sich zum Einzelgänger entwickelte. Bis zum Flugzeugabsturz ist der Film auch so wie er sein sollte: interessant und nicht vorhersehbar. Doch dann geht es inhaltlich bergab.

Nach 45 Minuten glühen die ersten Fragen in unserem Hirn: Das soll ein Wolf sein? Ähnelt er doch eher einem ausgestopften Exponat aus dem Naturkundemuseum. Und warum sind die Flugzeugopfer nach über zwölf Stunden klirrender Kälte noch nicht eingefroren? Und verdammt noch mal: Warum bewaffnet ihr euch nicht richtig? Stattdessen werden Rucksäcke gepackt, Portemonnaies eingesammelt, um dann in Richtung Schneesturm zu marschieren.

Und wehe man trifft einen… (Foto: Universum Film GmbH)

Viele CGI-animierte Schneeflocken später, treffen die sechs Überlebenden erneut auf die grauen Fleischfresser. Und dann kommt es, wie es kommen musste. Unbewaffnet und steif gefroren sehen sie zu, wie ihr Kamerad zerfleischt wird. Dabei geht es recht blutig zur Sache. Doch von Spannung kaum eine Spur, geschweige denn von Tierhorror.

In der Hoffnung, dass der Film noch irgendwie Schwung bekommt, quälen sich die Protagonisten tapfer durchs Dickicht und über Stock und Stein. Die prekäre Lage, in der sich Liam Neeson als Gruppenanführer behaupten muss, kommt bei uns als Zuschauer nicht überzeugend an. Das liegt zum einen an den unecht wirkenden Wölfen und zum anderen an den übertrieben lang gezogenen Dialogen.

Die Naturaufnahmen Alaskas wirken hingegen wie ein kleines Trostpflaster. Und das braucht es auch als kleine Wiedergutmachung. Einen Stern dafür.

Die Versionen

Kinostart von „The Grey – Unter Wölfen“ ist der 12. April 2012. Der Film ist voraussichtlich ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Realitätsfremde Schnee-Odyssee mit pelzigem Beigeschmack.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Grey – Unter Wölfen"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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