Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneThe End?

Manager steckt im Fahrstuhl fest und erlebt sein untotes Wunder.

Für einen miesepetrigen Manager wird ein ganz normaler Aufzug zum Fahrstuhl des Grauens. Außerhalb seines kleinen Reichs bricht die Apokalypse aus und beschert uns einen durchaus spannenden Genre-Beitrag aus Italien.

Die Geschichte

Echte Manager brechen auch mal eine Lanze (Foto: Eurovideo)

Echte Manager brechen auch mal eine Lanze (Foto: Eurovideo)

Claudio Verona ist Geschäftsmann in irgendeinem Unternehmen in Rom – und ein ziemliches Arschloch. Er ist gemein zu seinem Fahrer, gemein zu seiner Frau, gemein zur Praktikantin, gemein zu jedem, der ihm nichts nützt.

Eines Tags muss er dringend zu einer Sitzung, als sein Fahrstuhl stecken bleibt. Der Wartungsdienst kann ihm so schnell nicht helfen. Also schiebt er die Tür ein wenig auf und kann zumindest in einen Büroflur schauen. Doch er traut seinen Augen nicht, als plötzlich direkt vor ihm Kollegen von blutrünstigen Untoten verspeist werden. Und dann wollen die mümmelnden Monster auch noch in seinen Fahrstuhl und ihm an den Maßanzug.

Der Manager muss sich nun wehren. Nur wie? Und wie kommt er endlich aus dem Lift raus? Da trifft es sich, dass irgendwann ein einsamer Polizist des Weges kommt. Vielleicht kann der ihm ja helfen.

Filmkritik „The End?“

Peng: Bei Claudio Verona gibt es keine Liebe im Fahrstuhl (Foto: Eurovideo)

Peng: Bei Claudio Verona gibt es keine Liebe im Fahrstuhl (Foto: Eurovideo)

Italien, das Land mit der großen Horrorfilm-Tradition (Lucio Fulci, Dario Argento und, und, und), beschert uns also einen Beitrag, der dem Zombie-Genre neue Seiten abgewinnen soll. Und soll ich euch mal was verraten? Das klappt. Der Dreh, ein Kammerspiel aufzuziehen, ist gut und trägt den Film. Indem er fast die gesamte Handlung in den kleinen, engen Fahrstuhl verlegt, sorgt Regisseur Daniele Misischia für eine ganz besondere Spannung. Vieles spielt sich außerhalb von Veronas Blickfeld ab – und eben auch außerhalb von unserem. Den Rest müssen wir uns denken, die ausgefeilte Geräuschkulisse hilft dabei. Gerade dieser Minimalismus sorgt für mehr als eine Handvoll nervenzerrender Momente.

Zudem vermeidet Misischia zum Glück den Fehler, uns hier eine „vom bösen Manager zum Menschenfreund“-Geschichte auftischen zu wollen. Zwar gerät auch der Widerling Verona hier und da ins Grübeln und entdeckt auch ein paar Gefühle, seinen Charakter behält er aber im Grunde bei.

Leider krankt der Film an anderen Stellen. So ist er mindestens eine Viertelstunde zu lang. Manche Dialoge sind länger und öder als das Geschwafel im dritten Teil der „Matrix“. Das formt zwar den Charakter der Figuren, verschleppt aber auch den Film. Und immer wieder verhält sich die Hauptfigur geradezu beschämend dämlich – wo er doch eigentlich so ein cleverer Macher ist. Das passt einfach nicht zusammen und ist am Ende ärgerlich.

Die Versionen

Regisseur Misischia langt in den Action-Momenten kräftig hin und lässt das Blut spritzen. Vieles sieht sogar nach schönen altmodischen Spezialeffekten aus. Aber es gibt immer auch einige ruhige Momente (in denen viel geredet wird, wie schon gesagt). Es kommt alles sehr grimmig und ohne jegliches Augenzwinkern daher, weshalb die FSK den Film zu Recht ab 18 Jahren freigab. Aber er ist ungeschnitten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Italienkrise durch Zombies – spannend, aber mit einigen Schwächen.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The End?"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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