Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneStrigoi – Der Untote

Ein Sahnehäppchen – nicht nur für Vampir-Fans

Vampire in Rumänien? Das hatten wir schon alles. Und dennoch ist es möglich, dem abgelutschten Vampirfilm-Genre neues Leben einzuhauchen, wie diese kleine Perle beweist.

Die Geschichte

Dann schauen wir doch mal (Foto: Schröder Media)

Dann schauen wir doch mal (Foto: Schröder Media)

Großgrundbesitzer Constantin Tirescu ist bei den Dorfbewohnern nicht sonderlich beliebt – vorsichtig ausgedrückt. Ihre Abneigung bekommt er am eigenen Leib zu spüren, als sie ihn in einem Akt der Selbstjustiz nebst Gattin hinrichten.

Dummerweise hat seine Schreckensherrschaft damit kein Ende, denn die beiden tauchen wieder auf – diesmal äußerst hungrig und im Begriff, zu zerfallen.

In dem Dorf machen Gerüchte rund um Vampire hartnäckig die Runde. Auch viele Bewohner verhalten sich äußerst seltsam. Der angehende Mediziner Vlad versucht, hinter das Geheimnis zu kommen und gerät immer weiter in den Strudel der alten Legenden, die sich als gruselig wahr erweisen.

Filmkritik „Strigoi – Der Untote“

Hammer Time (Foto: Schröder Media)

Hammer Time (Foto: Schröder Media)

Es handelt sich hierbei zwar um eine englische Produktion. Trotzdem lässt all das Lokalkolorit in dem Film zwingend darauf schließen, dass inzwischen auch Rumänien groß ins Filmgeschäft eingestiegen ist.

Die Regisseurin Faye Jackson hat das Kunststück fertig gebracht, die osteuropäische Mentalität regelrecht zu zelebrieren und das wiederum in eine zumindest interessante Vampirgeschichte einzubetten. Hinzu kommt eine geballte Ladung rabenschwarzen Humors. Die skurril gezeichneten Charaktere sind uns sofort sympathisch – am liebsten möchten wir sofort jeden einzelnen knuddeln.

Die Story wirkt zum Teil wie Vergangenheitsbewältigung – Querverweise zum Ceausescu -Regime sind allgegenwärtig. Der untote Großgrundbesitzer Tirescu war in der kommunistischen Ära ein Handlanger des Regimes.

Hinzu kommt, dass der Streifen keine Hochglanz-Hollywood-Produktion ist. Die Darsteller, allesamt Rumänen, wirken völlig natürlich, so wie sie sind. Es gibt keine aufgebrezelten Mode-Miezen und auch keine muskelbepackten Superhelden. Stattdessen einfach nur Dorfbewohner, die in einem authentischen Umfeld agieren.

Auf dem Weg zur Arbeit (Foto: Schröder Media)

Auf dem Weg zur Arbeit (Foto: Schröder Media)

Diese einzelnen Zutaten ergeben einen hochintelligent konstruierten großartigen Filmspaß, der auch erklärte Vampirhasser zu überzeugen vermag.

Wer übrigens klassische Vampire mit langen Hauern erwartet, wird enttäuscht sein. Wie der ganze Film sind auch diese Jungs ein wenig anders.

Minuspunkte gibt es für die DVD-Hülle. Dort sind Monster abgebildet, die in dem Film überhaupt keine erkennbare Rolle gespielt haben. Diese Vortäuschung falscher Tatsachen kostet leider einen Stern.

Die Versionen

Die DVD-Version hat eine Laufzeit von 101 Minuten. Das entspricht auch der offiziell genannten Filmlänge. Die wenigen Gore-Einlagen rechtfertigen durchaus die Freigabe ab 16 Jahren.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Großartiger, skurriler und dennoch intelligenter Horrorspaß mit viel schwarzem Humor – unnötigerweise in einer Mogelpackung.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Strigoi – Der Untote"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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