Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneScary Stories To Tell In The Dark

Wenn die Geisterbahn zum Leben erwacht…

Eine Horrorgeschichte, ein paar Jugendliche und eine Prise Metaphern: Die Erfolgsformel für Horrorfilme der jüngsten Vergangenheit bedient sich eines klaren Musters. Produzent Guillermo del Toro macht bei seiner Kurzgeschichtensammlung „Scary Stories To Tell In The Dark“ keine Ausnahme und lässt schauderhafte Kreaturen auf eine Gruppe von Teenagern los.

Die Geschichte

Das leckere Gulasch basiert auf einem uralten Rezept. (Foto: Universal Pictures Germany)

Das leckere Gulasch basiert auf einem uralten Rezept. (Foto: Universal Pictures Germany)

1968, Halloween in Mill Valley. Kürbisse lächeln von der Veranda, Hexen rennen durch die Straßen und die Freunde Stella, Chuck und Auggie bereiten sich auf die gruseligste Nacht des Jahres vor. Ihr geplanter Streich, der den Schultyrannen Tommy treffen soll, geht allerdings nach hinten los. Die Flucht führt sie in das verlassene Spukhaus der Familie Bellows, das mit einem alten Fluch belegt sein soll. Angeblich verbirgt sich in dem alten Gemäuer das Buch von Sarah Bellows, das mit grausamen Geschichten gefüllt ist. Wer diese Erzählungen liest, blickt dem sicheren Tod ins Auge. Als Stella das Buch wahrhaftig in die Hände fällt, beginnt das Gerücht, zur alptraumhaften Wirklichkeit zu werden.

Fortan verschwinden immer mehr Jugendliche plötzlich von der Bildfläche. Die Legende scheint kein Mythos zu sein: Sarah Bellows‘ Geschichten terrorisieren die Bewohner von Mill Valley und sorgen für eine blutige Halloween-Nacht, die die Stadt nie mehr vergessen soll. Allein Stella kann den Fluch der wütenden Sarah brechen und den Horror stoppen.

Filmkritik „Scary Stories To Tell In The Dark“

Die Abkürzung durch das Maisfeld zu nehmen, erweist sich als sichere Umleitung in den Tod. (Foto: Universal Pictures Germany)

Die Abkürzung durch das Maisfeld zu nehmen, erweist sich als sichere Umleitung in den Tod. (Foto: Universal Pictures Germany)

Mit seinem Erstling „Trollhunter“ hat Regisseur André Øvredal 2010 für großes Staunen im Kino gesorgt. Mit „Scary Stories To Tell In The Dark” kann er bei geneigten Genre-Fans leider keine unvergesslichen Aha-Momente mehr erzeugen. Basierend auf der gleichnamigen Buchreihe von Alvin Schwartz und Stephen Gammell, liefert der norwegische Filmemacher zusammen mit Produzent Guillermo del Toro („Hellboy“) einen Halloween-Grusler ab, der sich den nostalgischen Trends seiner Genre-Kollegen anpasst, aber eben auch nicht besonders ist.

„It Follows“, „Es“ oder die Hit-Serie „Stranger Things“ machen es vor: Eine Gruppe von Jugendlichen wird mit ihren eigenen Alpträumen konfrontiert und muss sich zur Wehr setzen. Ob sie überleben, hängt ganz allein von ihnen ab. Dass die blutigen Schrecken aus den Paralleluniversen und der Kanalisation als metaphorisches Stilmittel zu betrachten sind, dürfte keine Neuigkeit sein: Die Pubertät ist der echte Horror auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Als Außenseiter und Nerd wiegt diese Last doppelt schwer.

Die Suche nach dem Rotlichtviertel hatte er sich anders vorgestellt. (Foto: Universal Pictures Germany)

Die Suche nach dem Rotlichtviertel hatte er sich anders vorgestellt. (Foto: Universal Pictures Germany)

Somit unterscheidet sich das Netz aus Kurzgeschichten nicht von den filmischen Umsetzungen seiner Artgenossen. André Øvredal setzt den Fokus auf die Überleitungen zu den einzelnen Geschichten, die von mordenden Vogelscheuchen, wandelnden Zombies und mutierten Spinnen erzählen. Ein wenig fühlt man sich bei diesem Konstrukt an den 90er-Jahre-Schocker „Düstere Legenden“ erinnert. „Scary Stories“ macht sich zwar die Mühe, dem Konstrukt der einzelnen Geschichten eine Rahmenhandlung zu verpassen, vergisst dabei aber, die einzelnen Kapitel mit wirklicher Bedeutung zu füllen. Zu oft sind die betroffenen Figuren und Charaktere nur Mittel zum mörderischen Zweck und haben zu wenig Lebenszeit, um dem Zuschauer ans Herz zu wachsen.

Mit innovativen Ideen oder einem ausgefallenen Drehbuch kann der Grusler somit nicht überzeugen. Dennoch wird der Zuschauer in ein liebevoll gestaltetes Setting entführt, das ausreichend Atmosphäre erschafft, um wenigstens etwas in Stimmung zu kommen. Wer sich in Freizeitparks vor Geisterbahnen fürchtet, findet in diesem Fall das richtige Maß an überzeugenden Schreckmomenten. Für Freunde des harten Horrors ist diese Gruselgeschichte eher ein Zeitvertreib für Sonntagnachmittage.

Die Versionen

Der Film wird in ungekürzter Version veröffentlicht und ist mit einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren versehen. Ein angemessenes Urteil hinsichtlich rachsüchtiger Vogelscheuchen und ungemütlicher Gesellen, die sich in ihrem mörderischen Wahnsinn nicht zurückhalten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Wie ein kurzweiliger Abend am Lagerfeuer: Alte Legenden und Mythen mit Atmosphäre sorgen für kurzzeitige Schauer über den Rücken.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Scary Stories To Tell In The Dark"

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Über den Autor Cotton Weary

Als Kind der 90er Jahre wuchs Cotton Weary mit der gerade startenden Teenie-Horrorwelle auf. „Scream“ legte nicht nur den Grundstein für die Freude an Horrorfilmen, sondern war auch der Stein des Anstoßes, um Kino lieben zu lernen.
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