Filmkritik Bewertung: 1/5 SterneRobocroc

Krokodil wird zum Blechkameraden und läuft Amok

Guter Trash hat Tempo, etwas Witz, viel Blut und einigen Sex. Dieser Billigstreifen aus dem US-Fernsehen hat nichts davon.

Die Geschichte

"Oh nein, wir sind eingesperrt. Aus diesem Film kommen wir nie mehr raus!" (Foto: Concorde Home Entertainment)

„Oh nein, wir sind eingesperrt. Aus diesem Film kommen wir nie mehr raus!“ (Foto: Concorde Home Entertainment)

Amerikanische Soldaten wollen eine Rakete mit einer Geheimwaffe abschießen. Das geht schief, die Ladung landet in einem Wildparkgehege und verseucht ein Krokodil. Das wird daraufhin zum Roboter und beginnt einen gefräßigen Raubzug.

Lohnenderweise liegt gar nicht weit entfernt ein Freizeitpark. Dorthin wendet sich das Blechtier und verschleißt ein paar Jugendliche. Nur zwei Loser und zwei Hoppelschnitten übersieht es. Einer der beiden Jungs ist der Sohn des kernigen Zoowärters Jim Duffy. Papa versucht zu retten, was zu retten ist. Allerdings funkt ihm die Armee ständig dazwischen.

Und dann schauen sich alle immer wieder ernst an, reden dämliche Sätze und haben Angst vor einem mies animierten Pixel-Tier.

Filmkritik „Robocroc“

Man soll ja nicht behaupten, ich hätte nichts für einen ordentlichen Trash-Kracher übrig. Immerhin bekam der zweite „Sharknado“ die zweithöchste Bewertung. Doch der hatte auch etwas, was „Robocroc“ komplett fehlt: Ironie, Action, Tempo und zumindest ein paar lustige Effekte. Das einzige Pfund, mit dem dieser Film aus der Schmiede des Fernsehsenders Syfy wuchern kann, ist die Idee. Die ist in der Tat so bescheuert, dass sich jeder Krokodilschwanz aufrollt.

Nein, das ist nicht Dieter Nuhr, das ist Zoowärter Duffy (Foto: Concorde Home Entertainment)

Nein, das ist nicht Dieter Nuhr, das ist Zoowärter Duffy (Foto: Concorde Home Entertainment)

Der ganze Rest ist allerdings nicht mehr als ein großer, müffelnder Krokodilhaufen. Die Handlung ist langweilig und geschwätzig, die Darsteller spielen unterirdisch, die Spezialeffekte verdienen diesen Namen nicht, die Erotik ist prüde, und die deutsche Synchronisation gibt dem Ganzen endgültig den Rest. Splatter-Effekte gibt es auch nicht, schließlich ist das ja ein Fernsehfilm, da muss alles schön sauber bleiben.

Hinzu kommt, dass die Macher uns die ganze Sache mit einem heiligen Ernst auftischen wollen, der alles im Gegenteil noch viel lächerlicher macht. Dee Wallace-Stone, die Mutter von Elliott in „E.T.“, steht gelangweilt in der Gegend herum, guckt immer mal rätselhaft und wischt auf ihrem iPad. Und wenn man sich die bisherigen Werke von Duffy-Darsteller und Dieter-Nuhr-Doppelgänger Corin Nemec verdeutlicht, weiß man endgültig, woher der Wind kommt. Ein paar Beispiele? Gern: „Sand Sharks“, „Dragon Apocalypse“, „Sea Beast“, Jurassic Attack“. Noch Fragen? Der Mann ist wirklich nicht zu beneiden.

Die Versionen

Warum schützt uns die FSK nicht mal vor solchen Filmen? Doch nein, sie hat den Heuler ab 16 Jahren freigegeben. Ungekürzt ist er auch noch. Was für ein Jammer.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Lieber mit einem kompletten Kindergeburtstag in den Zoo als dieses Machwerk anzusehen.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Robocroc"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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