Matomo

Bewertung: 2/5 Sterne

Filmkritik Pensive: Ihr werdet leiden

Sind diese Holzskulpturen Kunst oder kann das weg?

Es geht alles schief, als der Abschlussjahrgang einer litauischen Schule es noch einmal so richtig krachen lassen will. Im Horrorfilm „Pensive: Ihr werdet leiden“ wird ein maskierter Wahnsinniger nämlich ziemlich sauer, als die Jugendlichen seine Schnitzereien demolieren. Der Partyschreck ist nicht gerade zimperlich. Leider bleibt bei dem darauffolgenden Bodycount die Spannung auf der Strecke. Lest mehr in unserer Filmbesprechung.

Die Handlung

Jetzt braucht die Feuerwehr auch nicht mehr zu kommen (Foto: Tiberius Film)

Jetzt braucht die Feuerwehr auch nicht mehr zu kommen (Foto: Tiberius Film)

Marius (Sarunas Rapolas Meliesius) ist ein introvertierter Teenager einer litauischen Schule. Weitgehend unsichtbar für seine Mitschüler, hat er zunächst keine Ambitionen seinen Schulabschluss zu feiern. Seine Zuneigung zur Klassenschönheit Brigitta (Gabija Bargailaite) veranlasst ihn dennoch dazu, an der Feier teilzunehmen. Eine Partylocation ist bereits gefunden: Eine verlassene Hütte draußen im Wald, in der (der Überlieferung nach) ein Mann bei einem Brand seine gesamte Familie verloren hat.

Die Schüler machen sich also auf den Weg, um diese letzte gemeinsame Nacht zu verbringen, bevor sich ihre Wege trennen. Die Party ist im vollen Gange, Alkohol fließt in Strömen, als die Jugendlichen lebensgroße Holzskulpturen entdecken. Die Schnitzereien erinnern an Munks der Schrei und sind in einem Kreis angeordnet, als ob sie einer spirituellen Zeremonie beiwohnen.

Die mittlerweile zugedröhnten Kids machen sich über die schräge Kunst lustig und recyclen die Figuren als Brennholz. Sehr zum Ärger eines entstellten und mit einem Beil bewaffneten Geisteskranken, der plötzlich auftaucht, um die Jugendlichen niederzumetzeln. Können Marius und Brigitta entkommen?

Filmkritik “Pensive: Ihr werdet leiden”

Echt öde Party (Foto: Tiberius Film)

Echt öde Party (Foto: Tiberius Film)

Jonas Trukanas (Regie und Drehbuch) verfolgt mit “Pensive: Ihr werdet leiden” eine altbewährte Horrordramaturgie. Und zwar: Man bringe ein paar Jugendliche in einen Wald, lässt sie dann dem Alkohol, den Drogen und Sex frönen, um sie anschließend von einem maskierten Irren verfolgen und abschlachten zu lassen. Soweit macht der litauische Plot auch seine Sache gut, zu einem Independent-Geheimtipp reicht es trotzdem nicht.

Es fallen zunächst enorme Gemeinsamkeiten mit Kultfiguren des Horrorgenres auf. Allen voran Jason Voorhees aus Freitag der 13., dem der maskierte Wahnsinnige aus „Pensive“ optisch schon sehr ähnelt. So etwas kann prinzipiell Spaß machen, vorausgesetzt jedoch, die Geschichte schafft es, die Stimmung seiner legendären Vorgänger einzufangen. Leider gelingt das Trukanas nicht in dem Umfang, um als gelungene Hommage durchzugehen. In den besagten Kult-Slashern kommen nämlich neben brutaler Gore-Szenen auch andere Spannungselemente zum Einsatz.

Hurra, der Holzmichel ist wieder da! (Foto: Tiberius Film)

Hurra, der Holzmichel ist wieder da! (Foto: Tiberius Film)

“Pensive: Ihr werdet leiden” ist im Gegensatz dazu jedoch weitgehend frei von plötzlichen Schreckmomenten und angsteinflößendem Mystizismus. Im Film beschränken sich die Horrorelemente auf einen, wenn auch erheblichen, Bodycount. Sprich, der Wahnsinnige pflügt sich ziemlich genau ab der Mitte des Films einfach durch die Jugendlichen hindurch. Dadurch bleibt die Spannung, obgleich die Splattereffekte solide inszeniert sind, weitgehend auf der Strecke.

Marius versucht während des Massakers, mit seinem Schwarm Brigitta und seinem einzigen Freund Vytas (Povilas Jatkevicius) dem Killer zu entkommen. Auf der Flucht beweist er allerdings auch immer wieder, dass er nicht zum Helden geboren ist. Das erschwert es den Zuschauer:innen Sympathie für diese Figur zu entwickeln. Eigentlich soll dieser Charakterzug das „überraschende“ Ende vorbereiten. Die Antipathie gegenüber Marius überdauert dieses jedoch, sodass unter dem Strich ein wenig zufriedenstellender Gesamteindruck zurückbleibt.

Die Versionen

“Pensive: Ihr werdet leiden” hat eine Laufzeit von ca. 87 Minuten und ist aufgrund expliziter und blutiger Gewaltdarstellungen ab 16 Jahren freigegeben. Der Film erscheint am 1. Februar 2024 auf DVD und Blu-ray.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Die litauische Filmproduktion „Pensive: Ihr werdet leiden“ ist ein klassischer Slasher, in dem pubertierende Teenager mal wieder einem maskierten, geisteskranken Killer entkommen müssen. Dieser ähnelt zwar optisch Jason Voorhees – Fans von Freitag der 13. werden dennoch eher beim Original bleiben wollen.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Pensive: Ihr werdet leiden"

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Über Dr. Jekyll

Er hat schon als Kind versucht, die Horrorfilme, die seine großen Brüder geliehen hatten, heimlich mitzuschauen. Das hat zu vielen schlaflosen Nächten geführt. Seither ist er aber auch vom Thema Film und insbesondere von Horrorfilmen begeistert.
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