Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneHeartless

Herzenssache

Jamie ist ein Außenseiter. Um dem Alltagsstress zu entgehen, fotografiert er gern. Eines Tages entdeckt er etwas Sonderbares. Sind es Dämonen oder spielt ihm seine Fantasie einen Streich? Der Pakt mit dem Teufel, bringt ihm neue Energie und Lebensmut. Doch der Preis ist hoch und ein Zurück gibt es nicht.

Die Geschichte

Jamie (Jim Sturgess) läßt sich überreden (Foto: Senator)

Es ist die Geschichte von Jamie, der mit seiner Mutter zusammen ein Appartement bewohnt. Er arbeitet bei seinem Bruder Raymond im Foto-Atelier. Der 25-jährige Junge hat ein Feuermal, das seine linke Gesichtshälfte fast komplett überdeckt. Die, die ihn nicht kennen, meiden seine Anwesenheit oder machen sich über ihn lustig. Auch sein neuer Nachbar A.J. starrt beim „Hallo“ Sagen nur auf sein Gesicht.

Gerade in der Gegend, in der Jamie wohnt, ist das Leben nicht einfach. Im Osten Londons regieren Kriminalität und Intoleranz. Für Außenseiter wie Jamie ist jeder Tag eine neue Herausforderung.

Sein größtes Hobby ist das Fotografieren. Jamie hat als Kind von seinem Vater eine Kamera geschenkt bekommen. Die benutzt er am liebsten. Bei einem nächtlichen Streifzug entdeckt er etwas ungewöhnliches. Durch Zufall schießt er ein paar Fotos von seltsamen Kreaturen. Bald stellt sich heraus, dass diese Dämonen etwas mit der im Viertel herrschenden Gewalt zu tun haben. Als Jamies Mutter von Kriminellen auf offener Straße verbrannt wird, eskaliert die Lage.

Tia (Clémence Poésy) – Wo die Liebe hinfällt (Foto: Senator)

Aber das Chaos hat ein System und der, der es steuert ist der so genannte Papa B – der Teufel höchstpersönlich. Hilflos und niedergeschlagen lässt sich Jamie überreden, mit ihm einen Pakt zu schließen. Dafür erhält er ein makelloses Gesicht und ist endlich ein normaler Mensch. Der Preis für die Schönheit ist allerdings hoch. Jamie soll Bestandteil der Chaosmaschinerie werden. Seine erste Aufgabe besteht darin, einem Menschen bei lebendigem Leibe das Herz heraus zuschneiden. Doch das ist noch lange nicht das Ende.

Filmkritik „Heartless“

Sehr oft merkt man schon zu Beginn eines Films, ob er einem zusagen wird. Wenn dann noch die Endsequenzen einen Gänsehaut-Effekt hinbekommen, hat der Film definitiv ein „Wow!“ verdient.

Aber der Reihe nach. Horrorfilme a la „Heartless“ sind außergewöhnlich und kommen ohne viel Kunstblut aus. Sie lassen den Zuschauer in eine mysteriöse und bizarre Welt eintauchen. Das gelingt Regisseur Philip Ridley ausgezeichnet. Er hat mit Jim Sturgess („Across the Universe“ und „21“) nicht nur die ideale Besetzung für den Hauptdarsteller Jamie gefunden, sondern überzeugt auch mit einer gut durchdachten Story.

Dämonen jagen durch die Nacht (Foto: Senator)

So symbolisiert der Filmtitel „Heartless“ nicht nur die Form des Feuermals auf Jamies Gesicht. Anspielungen auf das Thema Zivilcourage und einen fortschreitenden distanzierten und herzlosen Umgang miteinander, sind ebenfalls zu erkennen. Der Film kippt dabei aber nicht in ein Lernvideo ab, sondern erzählt die Geschichte von einem Jungen, der sich nichts anderes wünscht, als normal zu sein.

Die 109 Minuten halten etliche Gruselmomente bereit und lassen beim Zuschauen keinerlei Langeweile aufkommen. Auch wenn „Heartless“ hin und wieder an Sam Raimis „Drag me to hell“ erinnert, bleibt der Film ein kleines Meisterwerk. Das liegt nicht zuletzt an der passenden Filmmusik und dem überraschenden Ende.

Die DVD- und Bluray-Scheibe gibt es ab 07. Januar 2011 überall zu kaufen und kann beispielsweise in diesem Shop schon vorbestellt werden.

Die Versionen

Die uns vorliegende ungeschnittene Version hat das rote FSK-Siegel und ist ab 18 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Wer gern mit dem Teufel tanzt, sollte sich „Heartless“ anschauen.

 

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Heartless"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
Mehr von Ash Williams  

Weitere Filmkritiken im Genre Endzeit

Mehr zeigen