Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneEscape Room

Einfach mal den Raum verlassen? Gar nicht so einfach

Habt auch ihr früher gerne Adventure-Computerspiele gedaddelt? Zak McKracken? The Secret of Monkey Island? Space Quest? Nun ja, in diesem Film erleben sechs Spielteilnehmer sozusagen die realistische Variante, was sich für sie am Ende zum tödlichen Horror entwickelt.

Die Geschichte

Schon im ersten Raum heizt sich die Stimmung merklich auf (Foto: Sony Pictures Entertainment)

Schon im ersten Raum heizt sich die Stimmung merklich auf (Foto: Sony Pictures Entertainment)

Die sechs Kandidaten scheinen wahllos zusammengewürfelt worden zu sein: Ein skrupelloser Investment-Fritze, ein erfolgloser Einzelhandelsangestellter, eine Soldatin, eine Studentin, ein Nerd und ein US-Allerwelts-Malocher nehmen mehr oder weniger freiwillig an einem Spiel teil. Sie müssen immer wieder aus Räumen entkommen. Das Ganze läuft über Rätsel. Und um dem Ganzen etwas Dynamik zu verleihen, ist es höchst ungesund, zu lange in den Räumen zu verweilen. Also bloß raus da. Nur wie?

Im Laufe des Spiels und der Räume werden A) die Teilnehmer immer weniger und B) die Nerven immer blanker. Und irgendwann erkennen sie auch, welche Gemeinsamkeit sie alle verbindet. Nur wer steckt hinter dem Spiel, und was soll das alles? Und wer wird überleben?

Filmkritik „Escape Room“

Das ist also der Film zum Trend. In der Tat lassen sich rund um den Globus Abenteuerlustige verstärkt einsperren, um dem Nervenkitzel zu frönen und Rätsel zu knacken. Der Film nimmt das zur Kenntnis, indem mit dem Nerd ein erfahrener Escaper im Sextett enthalten ist. Er darf brav die Regeln erklären und dann zügig das Zeitliche segnen.

Irgendwann steht für die Spieler die ganze Welt kopf (Foto: Sony Pictures Entertainment)

Irgendwann steht für die Spieler die ganze Welt kopf (Foto: Sony Pictures Entertainment)

Eines muss man dem Film lassen: Die Räume sind zwar nicht der blanke Horror, aber immerhin ist das Ganze ganz schön spannend geraten. Ein Raum, der Kopf steht, sorgt für feuchte Handflächen, und in einer Winterlandschaft fröstelt man durchaus mit, wenn der Finanzhai im durchgeschwitzten Hemdchen dasteht und Rauchfahnen absondert. Automatisch ertappt man sich immer wieder bei der Frage: „Na, mal sehen, was für eine kranke Scheiße sie sich als Nächstes ausgedacht haben.“

Dass die Handlung dabei wie ein Remix aus „SAW“, „Final Destination“ und „Cube“ wirkt – geschenkt. Man muss ja nicht alles neu erfinden. Auch Budget, Tricks und Darsteller sind allesamt für diesen kleinen Nervenzerrer angemessen und fallen nicht weiter unangenehm auf.

Unverzeihlich ist hingegen der Fehler, einen Teil des Finales an den Anfang des Films zu packen und alles dann als Rückblende aufzuziehen. Was soll dieser dramaturgisch absolut überflüssige Blödsinn? Das kann wahrscheinlich wirklich nur der Regisseur beantworten. Damit ist völlig klar, wer am Ende übrig bleibt – auch wenn eine kleine Überraschung das wieder abfedern soll.

Finanzmensch Jason Cooney weiß nicht, was er mit diesem Würfel soll (Foto: Sony Pictures Entertainment)

Finanzmensch Jason Cooney weiß nicht, was er mit diesem Würfel soll (Foto: Sony Pictures Entertainment)

Hinzu kommt das mit aller Gewalt auf diabolisch und Fortsetzung getrimmte Ende, das dadurch aber doch nur gewollt und nicht gekonnt daherkommt. Das beides lässt den Film dann eben doch wieder auf Mittelmaß herunterplumpsen. Und für eine Fortsetzung, lieber Sony-Filmverleih, musst du leider etwas mehr bieten. Ach, was rede ich, es wurden ja schon ganz andere Gurken fortgesetzt.

Die Versionen

Die FSK hat den Film ungeschnitten ab 16 Jahre freigegeben und wird das auf DVD wahrscheinlich auch tun. In den USA lief er mit einer PG-13-Freigabe, was man ihm auch ansieht. Gewalt kommt kaum vor, Blut auch nicht.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Zum Teil spannende, aber unausgegorene Rätselraterei, die nicht so gefangen nimmt, wie der Titel vermuten lässt.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Escape Room"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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