Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneSAW

Moderner Serienkiller-Thriller, der das Zeug zum Klassiker hat – und es vielleicht schon ist.

Mit diesem perfiden Mordsspiel traten die beiden australischen Filmstudenten Leigh Whannell und James Wan die Folterfilmwelle los. Nur hat „SAW“ dadurch ein schlechtes Image bekommen, das er beileibe nicht verdient hat.

Die Geschichte …

… spielt sich auf verschiedenen Ebenen ab.

Lawrence Gordon (Cary Elwes) braucht ein Handy (Foto: Studiocanal)

Die erste

Fotograf Adam Stanheight (Whannell) und der Onkologe Lawrence Gordon („Helden in Strumpfhosen“-Robin-Hood Cary Elwes) erwachen angekettet in einem versifften Waschraum. In der Mitte liegt eine Leiche mit Kopfschuss. Die beiden wissen nicht, wie sie dorthin gelangt sind.

Dann findet jeder ein Diktiergerät, auf dessen Kassette ihm ein Fremder ein Spiel vorschlägt. Spielen sie mit und überwinden dabei ein paar Hindernisse, könnten sie überleben. Das Dumme: Die Aufgaben wiegeln die beiden gegeneinander auf.

Und dann finden sie da noch zwei rostige Sägen (Englisch: Saw). Die sind zwar für die Ketten zu schwach. Für einen Fuß könnte es aber reichen.

Aber warum zur Hölle sind sie hier?

Die zweite

Die Polizisten David Tapp (Danny Glover, der Roger Murtaugh aus „Lethal Weapon“) und Steven Sing (Ken Leung) jagen den Serienkiller Jigsaw. Der pflegt, seine Opfer in aussichtslose Situationen zu bringen und mit ihnen tödliche Spiele zu spielen. Sie sollen um ihre Leben kämpfen um sie besser schätzen zu lernen. Nach Jigsaws Meinung haben sie alle etwas falsch gemacht und damit den Tod verdient oder eben ein Leben in Demut.

Die Polizisten Sing (Ken Leung, li.) und Tapp (Danny Glover) jagen den Serienkiller Jigsaw (Foto: Studiocanal)

Verschiedene …

… Rückblenden bauen die Geschichte zusätzlich aus.

Filmkritik „SAW“

„Dalli Dalli“ trifft „Kettensägenmassaker“ – selten zuvor hat ein Mörder mit seinen Opfern auf der Kinoleinwand derart rabiate Spielchen durchgezogen. Das ist total gemein, äußerst makaber und definitiv nichts für Gutmenschen. Folglich stürzten sich einige Kritiker gnadenlos auf den Thriller, um ihm Menschenverachtung und Gewaltverherrlichung vorzuwerfen.

Was sie übersehen haben: Hinter den zugegebenermaßen recht deutlich zur Schau gestellten Gewaltsequenzen verbirgt sich ein raffinierter Plot. Bei „SAW“ ist nichts so, wie es zunächst scheint. Hier hat jede Figur ihre Vorgeschichte, wie geschickte Rückblenden Schritt für Schritt enthüllen. Und fast jeder hat irgendwie Dreck am Stecken.

Obendrein veredeln zwei prominente Hauptdarsteller das Projekt. Danny Glover verleiht seiner Figur den richtigen Schwermut. Und Cary Elwes braucht hier mal nicht den Milchbubi zu geben, wie etwa in „Der Dummschwätzer“. Jigsaw-Darsteller Tobin Bell steht dagegen noch nicht im Vordergrund.

Dies alles, das gute Timing und die sensationelle Schlusspointe machen den für günstige 1,1 Millionen Dollar produzierten Reißer zu einem der originellsten, spannendsten und einfach besten Horrorfilme der vergangenen Dekaden.

Wie lange hält er durch? (Foto: Studiocanal)

Der unschöne Nebeneffekt: Zusammen mit dem ebenfalls sehr guten „Hostel“ trat er eine Welle an Folterfilmen los. Bisher kamen allein sechs „SAW“-Fortsetzungen von sinkender Qualität auf den Markt. Davon war „SAW 2“ noch in Ordnung. Vor allem ärgert aber der billige Ramsch, den schlaue Produzenten durch die Videotheken jagen. Hier geht es meist nur noch um maximale Qualen aber nur minimale Geschichte. Müssen wir nicht haben. Und es verdirbt zu Unrecht den Ruf des Originals.

Die Versionen

Es ist das übliche Wirrwarr wie bei den anderen SAW-Filmen auch. Der erste Teil kam in verschiedenen Schnittfassungen in die Kinos (R-Rated und Unrated). Auf DVD gibt es zudem einen Directors Cut. Den können wir auch empfehlen. Er läuft rund 99 Minuten und hat von der FSK uncut das Etikett „ab 18 Jahren“ bekommen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Spannend bis zum harten Schluss. Ein Meilenstein des Horror-Genres.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "SAW"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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