Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneEddie – The Sleepwalking Cannibal

Schräges Stück über Kunst und Knabbern

In diesem Low-Budget-Streifen sorgt ein geistig Zurückgebliebener dafür, dass ein Künstler wieder malt. Nur ist dafür eine ganz besondere Art der Inspiration nötig.

Die Geschichte

An diesen Anblick hat sich Lars schon gewöhnt – leider (Foto: Eurovideo)

Dass Lars nicht alle Fasern am Pinsel hat, zeigt er gleich in den ersten Minuten des Films. Er fährt ein Rotwild an. Und um es von seinem Leid zu erlösen, tötet er es. Das ist sicherlich recht freundlich von ihm. Nur haut er geschätzte zehn Mal zu häufig auf den ohnehin schon matschigen Tierschädel.

Lars ist Maler in einer Schaffenskrise. Jetzt tritt er seine neue Stelle als Kunstlehrer in Koda Lake an – einem Kaff mitten im kanadischen Wald.

Dort lernt auch Eddie. Er spricht nicht und ist scheinbar auch geistig nicht ganz auf der Höhe. Aber seine verstorbene Mutter hinterlässt einen Haufen Geld für die Kunstakademie. Einzige Bedingung: Jemand muss sich um ihren Sohn kümmern.

Lars nimmt Eddie bei sich auf – und bemerkt schon bald, was mit ihm nicht stimmt. Eddie wandelt im Schlaf, er tötet Tiere und Menschen und isst sie. Plötzlich weiß Lars, welche Inspiration ihm gefehlt hat. Die blutigen Reste von Eddies Nachtmahlen bringen ihn wieder zum Malen. Die Bilder verkaufen sich gut, das Geld kann die Schule gut gebrauchen. Lars ist der Held. Er schließt Eddie stärker in sein Herz – und beginnt, ihn zu manipulieren.

Filmkritik „Eddie – The Sleepwalking Cannibal“

Sieht so eine Muse aus? In diesem Fall schon (Foto: Eurovideo)

Künstler trifft Muse. Nur dass in diesem Fall kein Platz für den ganzen üblichen romantischen Schmarrn ist. „Eddie“ ist ein ungewöhnlicher, ausgesprochen spröder Kunst-Reißer geworden, in dem es übrigens kein einziges Kunstwerk tatsächlich zu sehen gibt. Der dänische Schauspieler Thure Lindhardt lässt seine Figur ohne allzu viele Emotionen auskommen. Selbst die später entstehende Zuneigung zu Eddie wollen wir ihm nicht so richtig abkaufen. Sie scheint nur seinen eigenen Zwecken zu dienen. Schließlich ist Eddie seine Inspirationsquelle und wahlweise Mordwaffe und damit äußerst wertvoll.

Ist das alles so lustig, wie es uns die DVD-Hülle weismachen will? Auf keinen Fall. Zur Komödie taugt das ganze Thema  ganz sicher nicht. Es ist aber ein spannendes Experiment, Kunst und Horror miteinander zu kreuzen. Selbst die bizarren Nachtszenen wirken seltsam künstlich und lassen uns wissen: Das hier soll kein Schlitzerkram aus dem Videotheken-Ramsch-Regal sein.

Und das nehmen wir mal so mit. Auch wenn am Ende doch irgendetwas fehlt. Was es ist? Etwas Wärme und Sympathie für seine Figuren. Denn „Eddie“ lässt uns dann letztendlich doch so unberührt wie moderne Kunst.

Die Versionen

Ein paar deftige Szenen machen noch lange keinen Splatter. Die FSK-Freigabe ab 16 Jahren geht rundum in Ordnung.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Außergewöhnlicher Film mit interessantem Thema. Leider so kalt wie der kanadische Winter.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Eddie – The Sleepwalking Cannibal"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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