Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneCreepshow – Die unheimlich verrückte Geisterstunde

Gruseliges aus dem Comic-Heft.

Unterhaltung mit verschiedenen kleinen Horrorgeschichten gefällig? Einer der ersten Filme dieser Art ist „Creepshow – Die unheimlich verrückte Geisterstunde“ aus dem Jahr 1982. Stephen King schrieb das Drehbuch, George A. Romero führte Regie, und sogar Leslie Nielsen ist mit dabei. Ein absolutes Muss, allerdings nur in der langen Fassung.

Die Geschichte

Stephen King's Creepshow (Foto: Warner Bros)

Stephen King’s Creepshow (Foto: Warner Bros)

Der kleine Billy mag Comic-Hefte. Vor allem die Gruseligen. Sein Vater kann die Dinger nicht ausstehen. Er findet Billys Lieblingsheft „Creepshow“, entsorgt es im Mülleimer und droht mit Hausarrest. Jetzt liegt der Junge im Bett, starrt zum Fenster. Plötzlich erscheint der Totenkopf aus seinem Comic und erzählt ihm fünf Geschichten vom wahren Horror.

Episode 1: Vatertag
Tante Bedelia konnte ihren Vater nicht mehr hören und schubste ihn genervt die Treppe runter. Seitdem kommt sie jedes Jahr an sein Grab und betrinkt sich. Diesmal ist etwas anders. Der Boden unter ihr bewegt sich und sie hört „Ich will meinen Kuchen“. Ihr Vater ist als Zombie zurück und hat gar keine gute Laune.

Episode 2: Mondgestein
Im Garten von Jordy Verrill kommt ein fußballgroßer Meteor runter. Der Farmer will das seltene Gestein an die hiesige Uni verhökern und erhofft sich einen ordentlichen Batzen Geld. Doch er hat, wie immer, kein Glück. Zuerst bricht der Stein in zwei Hälften und dann verbrennt er sich auch noch die Finger daran. Das hat Folgen: alles wird so komisch grün.

Episode 3: Weggespült
Richard, gespielt von Leslie Nielsen, reicht es. Seine Frau Becky geht fremd. So beschließt er, sich an ihr und ihrem Liebhaber Harry zu rächen. Er vergräbt sie bis zum Hals am Strand. Das Wasser steigt. Um zu sehen, wie lange die beiden die Luft anhalten können, lässt er eine Videokamera mitlaufen. Es dauert nicht lange und die Ermordeten kehren zurück, um ihn zu holen.

Episode 4: Expedition ins Tierreich
Der Hausmeister einer amerikanischen Universität entdeckt eine alte Holzkiste. Er öffnet sie und wird von einem Monster verschlungen. Professor Stanley muss das Unglück mit ansehen und erzählt alles seinem Freund Henry. Der hat jedoch ganz andere Sorgen. Er wird zunehmend von Ehefrau Wilma tyrannisiert. Doch jetzt kommt er auf eine Idee, wie er sich von ihr befreien kann.

Episode 5: Insektenspray
Herr Pratt hasst Schmutz und vor allem Lebewesen jeder Art. Eines Tages fällt in der Stadt der Strom aus. Der Hygieniker gerät in Panik, denn seine klinisch reine Wohnung wird von Kakerlaken heimgesucht. Insektenspray hilft nicht und der Kammerjäger steckt im Fahrstuhl fest. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

Zurück zum Anfang. Die Müllabfuhr kommt. Einer der Müllmänner entdeckt Billys Comic-Heft und blättert es durch. Auf einer Seite ist die Anzeige für eine Voodoopuppe herausgeschnitten. Wer kann die wohl bestellt haben?

Filmkritik zu „Creepshow – Die unheimlich verrückte Geisterstunde“

Der Film „Creepshow“ hat 30 Jahre auf dem Buckel. Und das merkt man ihm auch an. Ohne Zweifel, allein die Beteiligten machen ihn schon zum Klassiker.

Die Episode „Mondgestein“ (englisch: „The Lonesome Death of Jordy Verrill“) ist unser Meinung nach die Beste. Die Idee ist, gemessen an den damaligen Mitteln, sehr gut in Szene gesetzt. Jordy, der den Stein anfasst, verändert sich von Stunde zu Stunde. Das überträgt sich auch auf seine Umwelt. Die Requisiteure mussten einen wirklich grünen Daumen an den Tag gelegt haben. Eine perfekte kleine Gruselgeschichte.

Einziger Kritikpunkt bei „Creepshow“ ist die Langatmigkeit. Wir haben uns furchtlos durch etliche Dialoge gequält und nicht vorgespult. Die ungekürzte Originalversion läuft circa 120 Minuten. Die bei uns erhältliche FSK-16-Version gut eine halbe Stunde weniger. In einigen Schnittfassungen fehlt sogar gänzlich die Episode „Weggespült“ mit Leslie Nielsen. Wenn man das nicht weiß, fällt es auch gar nicht weiter auf. Schließlich hält nur die Rahmenhandlung die einzelnen Episoden zusammen. Dieses Konzept führte übrigens später zu Fortsetzungen, die allerdings nicht an das Original herankommen.

Seit einiger Zeit liest man von angeblichen Plänen, dass Warner Bros den Klassikers neu verfilmen will. Wir würden es begrüßen.

Die Versionen

Von „Creepshow“ gibt es viele Versionen. Die bei uns erhältliche Fassung ist stark gekürzt und ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Kleine feine Horrorgeschichten, die bei Halloweenpartys längst zur Standardausrüstung gehören sollten.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Creepshow – Die unheimlich verrückte Geisterstunde"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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