Matomo

Bewertung: 2/5 Sterne

Filmkritik Blood

Der eigene Sohn ein Vampir – es könnte blutig werden

Im Film „Blood“ muss Michelle Monaghan als Mutter ihren Vampir-Sohn mit Blut versorgen. Doch der Kleine wird immer gieriger, sodass sie zu immer größeren Extremen greifen muss, um ihn satt zu kriegen. Doch als er auf einmal frisches Blut verlangt, stellt sich die Frage, bis zu welchen Grenzen sie bereit ist zu gehen, um ihren Sohn am Leben zu erhalten.

Die Handlung

Familienkuscheln (Foto: SquareOne Entertainment)

Familienkuscheln (Foto: SquareOne Entertainment)

Die Krankenschwester Jess (Michelle Monaghan) zieht mit ihren zwei Kindern in ein altes Bauernhaus. Sie hat erst kürzlich das Sorgerecht für ihre Kinder erhalten, nachdem sie vorher längere Zeit aufgrund von Drogenproblemen nicht in der Lage war, sich um die Kinder zu kümmern. Sie versucht daher nun eine neue und bessere Bindung zu ihren Kindern aufzubauen.

Das Leben in ihrem neuen Haus gestaltet sich zunächst harmonisch, bis die beiden Kinder bei einem Spaziergang einen mysteriösen Baum, der sich auf einem ausgetrockneten See befindet, bemerken. Nachdem der Familienhund Pippin sich diesem Baum genähert hat, verhält er sich zunehmend aggressiv und beißt schließlich Jess‘s Sohn Owen.

Owen wird ins Krankenhaus gebracht, wo er jede Nahrungsaufnahme verweigert. Jess findet heraus, dass sich sein Zustand nur durch das Trinken von Blut bessert. Sie vertraut dies keinem an und stiehlt stattdessen Blutkonserven aus dem Krankenhaus, wo sie arbeitet. Doch als diese nicht mehr zugänglich sind, überlegt sich Jess einen waghalsigen Plan:
Sie entführt eine Patientin, hält sie bei ihr gefangen und führt ihr frisches Blut ab. Doch wie weit wird Jess bei ihrem Vorgehen gehen?

Filmkritik „Blood“

Da steht ein Baum im Wald (Foto: SquareOne Entertainment)

Da steht ein Baum im Wald (Foto: SquareOne Entertainment)

Der Regisseur Brad Anderson ist kein Unbekannter in Hollywood. Auch dem Horrorfilm-Publikum ist er bereits aufgefallen, so hat er 2001 den Mystery-Horrorfilm „Session 9“ gedreht, der heute als Kultfilm gilt. Doch der große Durchbruch gelang ihm nie, wodurch es in letzter Zeit still um ihn geworden ist.

Ein ähnliches Problem hat auch Michelle Monaghan, die Hauptdarstellerin in „Blood“. Bekannt ist sie aus Filmen wie Shane Blacks „Kiss Kiss Bang Bang“ oder „Mission Impossible 3“, doch zuletzt musste sich mit kleineren Rollen zufriedengeben. Mit „Blood“ bietet sich für den Regisseur und die Schauspielerin die Möglichkeit eines feierlichen Comebacks. Doch gelingt dies? Definitiv nicht!

Der Film schafft es über seine Laufzeit von 109 Minuten nie wirklich zu überzeugen und seine Geschichte ergreifend zu erzählen.

Die Handlungsmotive des Films sind altbekannt. Die besorgte Mutter, der Beziehungsstreit, die Scheidung, die unterkühlte Beziehung der Mutter zu ihren Kindern, alles kennt man aus anderen Filmen. „Blood“ gelingt es nur in wenigen Momenten diesen Archetypen wirkliche Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Keine Sorge, wir haben noch mehr Hundefutter (Foto: SquareOne Entertainment)

Keine Sorge, wir haben noch mehr Hundefutter (Foto: SquareOne Entertainment)

Die stärkste Szene des Films besteht aus einem Dialog zwischen Schwester und Bruder, in dem ihr Umgang mit Owens Blutlust thematisiert wird. Die Figuren fühlen sich dabei echt und nahbar an, ihre Gefühle werden von dem Regisseur ernst genommen. Leider sind solche Szenen eine Seltenheit.

Durch das Fehlen von charakterfokussierten Stellen gelingt es „Blood“ nie, die Motivationen und Konflikte seiner Figuren empathisch und glaubhaft darzustellen. Diese sind somit nie greifbar und bleiben lediglich die Hollywood-Gesichter ihrer B-Darsteller.

Auch die moralische Frage, wie eine Mutter mit einer solchen Situation umgehen sollte, bleibt unbefriedigend, denn sie wird im Film wenig ausgearbeitet und Aspekte wie die Drogensucht von Jess bleiben höchstens auf der Oberfläche. Da kann sich Michelle Monaghan noch so viel Mühe geben, den Film aufzuwerten. Offensichtlich ging das meiste des Budgets des Films an ihre Gage. Doch auch das beste Schauspiel kann eine schlecht geschriebene Figur nicht retten. Das Gezeigte lässt einen somit auch kalt.

Visuell sieht der Film zwar solide aus, dennoch kann der Regisseur, trotz seiner Erfahrung, dem Genre nicht viel Neues bieten. Auch hier fehlt es „Blood“ deutlich an Kreativität und Cleverness. Dies versucht man, durch exzessiven Körperhorror zu kompensieren.

Das wird schon wieder! (Foto: SquareOne Entertainment)

Das wird schon wieder! (Foto: SquareOne Entertainment)

Anderson zergeht sich in Gewaltdarstellungen, die ins Abstoßende übergehen. Die Blutabnahme und die Folter der von Jess gefangen genommenen Frau werden genauestens visualisiert. Der Film nimmt sich hier sehr ernst und versucht ein psychologisch verstörendes Bild darzustellen, was nicht zur unfreiwilligen Albernheit und Unglaubwürdigkeit des Rests passt.

Owens Verwandlung in einen Vampir wird konservativ und wie üblich dargestellt: Seine Haut verfärbt sich weiß, er bekommt ein paar Krampfadern im Gesicht und hat dieselben gelben Kontaktlinsen wie der Imperator aus Star Wars, gähn. Alles sehr bekannt, alles sehr langweilig.

Somit gelingt es dem Film weder durch seine Geschichte noch durch seine Optik zu erzeugen.

Die Versionen

„Blood“ wurde 2022 produziert, erhielt in Deutschland eine Freigabe von 16 Jahren und ist ungeschnitten seit dem 27. Oktober 2023 auf DVD und Blu-Ray erhältlich.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Trotz seines Titels erscheint „Blood“ furchtbar blutleer. Der Film sieht in Ordnung aus, schwächelt aber in so ziemlich allen anderen Bereichen.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Blood"

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Über Martin Brody

Als engagierter Film-Fan interessiert er sich vor allem für psychologisch angehauchte Horrorfilme. Doch auch ein heftiger Splatter-Film ist in der Lage ihn zu fesseln. Nachdem er bereits eine Bachelorarbeit über „Les quatre cents coups“ von Truffaut geschrieben hat, verfasst er auch leidenschaftlich gerne Filmkritiken.
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