Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneAmong the Living

Was meuchelt sich da durch ein französisches Dorf?

In der französischen Provinz werden drei Kinder Zeuge eines ultimativen Horrors. Und wir werden Zeuge einer unausgegorenen Geschichte. Nebenbei lernen wir noch, woran man einen französischen Film erkennt: Alle rauchen. Sogar die Kinder.

Die Geschichte

Diese Kinder. Lassen ihre Kippen überall liegen (Foto: Tiberius Film)

Was hat man nur mit diesem Mann gemacht, der Vater eines rätselhaften Jungen geworden ist? Die Mutter nennt das Kind ein Monster und will es umbringen. Doch dann bringt sie sich selbst um. Der Mann zieht weiter mit seinem Sohn und sucht sich einen neuen Wohnort. „… unter den Lebenden“, wie er sagt.

Szenenwechsel: In einem Dorf fliehen drei Kinder vorm Nachsitzen. Sie hängen ein bisschen ab, zünden eine Scheune an, rauchen. Sie ziehen auf ein verlassenes Filmgelände und stoßen auf ein Auto. Im Kofferraum liegt eine Frau, gefesselt und geknebelt. Und dann sind da ein Typ mit Maske in einem abgeranzten Parka und ein anderer mit Schnuffi im Gesicht, der sich eine komische Flüssigkeit reinzieht.

Die Kinder können entkommen. Doch die beiden Typen haben sie entdeckt – und sie können wirklich keine Zeugen gebrauchen. Versierte Thriller-Gucker wissen, was nun kommt.

Filmkritik „Among the Living“

Ist der Böse tot? Victor zweifelt (Foto: Tiberius Film)

Ja, die Franzosen, die trauen sich wenigstens, immer wieder mal so richtig reine Genrekost rauszuhauen. Denn hier haben wir es mit einem geradlinig auf puren Horror getrimmten Knisterstreifen zu tun.

Und das klappt zum Teil bestens. Manche Szenen sind extrem spannend geraten, das Timing funktioniert recht gut. Geräuschkulisse, Szenenbild, die sorgfältige Kameraführung, Spezialeffekte – all das ist professionell gemacht und erzeugt den gewünschten Effekt. Ich freue mich nach dem ganzen Lost-Footage-Wackelwackel-Schrott endlich mal wieder über einen Film mit ruhiger und klarer Kamera, von dem ich keine nervösen Zuckungen bekomme. Und die Eröffnungsszene ist einfach eine Wucht.

Doch dann lässt es leider nach. Denn trotz überschaubarer Lauflänge ist die Geschichte am Ende zu wenig. Es heißt geradlinig Gut gegen Böse, und Blöd (die Polizei) spielt auch noch mit. Eine interessante Wendung oder etwas mehr Tiefe suche ich vergebens. Es läuft weiter bis zum konsequenten, aber nicht sonderlich überraschenden Ende.

Und ganz nebenbei frage ich mich nach diesem Film, ob die Franzosen in ihre Häuser grundsätzlich keine Lichtschalter einbauen. Ein bisschen nachvollziehbarer hätten die Protagonisten ruhig handeln können.

Damit liegt dieser Reißer mit dem tollen „deutschen“ Titel zwar über dem Durchschnitt, ist aber auch nicht glatte vier Sterne wert. Aber ich hatte wohl einen guten Tag.

Die Versionen

Obwohl der Film nicht jede Möglichkeit zum Splattern nutzt, fand die FSK das alles ziemlich ruppig und gab den Film ab 18 Jahren frei. Angesichts einiger weniger deftiger Szenen und der harten Atmosphäre geht das in Ordnung. Uncut.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Mutanten morden mächtig – knackiger Franzmann-Horror mit leichter Story.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Among the Living"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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