Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneWahrheit oder Pflicht

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Der aus der Horror-Schmiede Blumhouse stammende Film „Wahrheit oder Pflicht“ lief im Mai diesen Jahres im Kino. Und das recht erfolgreich. Ab sofort ist er auch als Blu-ray und DVD erhältlich. Höchste Zeit für eine Filmkritik.

Die Geschichte

Es ist wieder soweit ... "Hammer Time!" (Foto: Universal Pictures)

Es ist wieder soweit … „Hammer Time!“ (Foto: Universal Pictures)

Studentensorgen: Was nur machen im Springbreak, also in den Frühlingsferien? Markie (Violett Beane) überredet ihre beste Freundin Olivia (Lucy Hale) dazu, zusammen mit ihren Studienfreunden einen drauf zu machen. Also ab nach Mexiko. Auf einer Party lernt Olivia den lässigen Carter (Landon Liboiron) kennen. Dieser überredet die Gruppe zu einer Runde Wahrheit oder Pflicht. Und zwar in einer alten, verlassenen Kirche.

Wieder zuhause angekommen, hat Olivia seltsame Visionen. Furchterregende Fratzen zwingen sie, die Frage „Wahrheit oder Pflicht?“ zu beantworten. Sie entscheidet sich für Wahrheit und blamiert damit ihre Freundin Markie in aller Öffentlichkeit. Am Anfang will ihr niemand glauben, doch dann trifft es auch andere aus ihrem Freundeskreis. Das Spiel entwickelt ein Eigenleben. Schummelt man bei der Antwort oder kneift man bei der Mutprobe, stirbt man. Die einzige Möglichkeit, diesem tödlichen Wahnsinn zu entrinnen, ist es, Carter zu finden. Er muss wissen, wie man das Ganze aufhalten kann. Dass sie es aber in Wirklichkeit mit dem furchterregenden Dämon Calax zu tun haben, ist Olivia und ihren Freunden noch nicht bewusst.

Filmkritik „Wahrheit oder Pflicht“

Na, wer hat wohl das hämischste Lachen überhaupt? (Foto: Universal Pictures)

Na, wer hat wohl das hämischste Lachen überhaupt? (Foto: Universal Pictures)

Wer den „Final Destination“-Franchise schon gut fand, wird „Wahrheit oder Pflicht“ sehr wahrscheinlich auch gut finden. Jedenfalls ist das bei mir so. Der Film sorgt, trotz der 100-minütigen Laufzeit (Extended Director’s Cut), für kurzweilige Unterhaltung.

Größter Pluspunkt ist die Tatsache, dass die Protagonisten Dinge oder Menschen sehen, die nicht real sind. Damit bleibt der Spannungsgrad im ganzen Film auf einem hohen Niveau. Ansonsten ist „Wahrheit oder Pflicht“ ein Musterstück für ausgezeichnet produzierte Horrorfilme. Dass Blumhouse als Produzent dahinter steckt, verwundert mich dann auch nicht mehr.

Kein Bier - kein Spaß (Foto: Universal Pictures)

Kein Bier – kein Spaß (Foto: Universal Pictures)

Doch zwei Kritikpunkte habe ich trotzdem. Einerseits geht dem Film die gewisse Portion Humor verloren: Das passiert an dem Punkt, an dem Quatschkopf Ronnie (Sam Lerner) sich hässlich am Billardtisch stößt. Abgesehen von Olivias Bemerkung „Die sehen aus wie ein schlechter Snapchat-Filter“ fallen die Dialoge eher witzlos aus. Ein paar mehr Sprüche von diesem Kaliber hätten dem Film gut getan. Viel mehr ins Gewicht fällt allerdings die Tatsache, dass der Horrorstreifen „Wahrheit oder Pflicht“ im Großen und Ganze harmlos wirkt. Damit sind die Tötungsszenen gemeint, die wie auch in den oben genannten „Final Destination“-Filmen immer gewisse Höhepunkte kennzeichnen sollen. Nur ist der hier gezeigte Gewaltgrad eher niedrig. Okay, die Fratzen-Gesichter sind schon recht schräg, doch es fehlt den bestimmten Szenen fast immer eine kräftige Portion Filmblut. Oder wenigstens ein bisschen Ekel. Oder beides. Diese verhuschte Herangehensweise fällt am stärksten im Finale auf.

Die Versionen

Die FSK hat „Wahrheit oder Pflicht“ ab 16 Jahren freigegeben. Vollkommen gerechtfertigt, denn trotz wenigen Filmbluts ist er für Zwölfjährige zu gruselig. Der Film ist ungeschnitten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Sehr gut in Szene gesetzter Studentenhorror mit viel Spannung und einer runden Geschichte.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Wahrheit oder Pflicht"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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