Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneUntote wie wir – Man ist so tot, wie man sich fühlt

Sozialkritisches Zombiedrama aus USA

Der deutsche Titel führt in die Irre. In „The Revenant“, so der viel treffendere Originaltitel, geht es ziemlich rabiat zur Sache. Zu lachen gibt es dabei zwar kaum, schlecht ist es trotzdem nicht.

Die Geschichte

Nichttot (li.) und Untot (re.) reinigen die Straßen (Foto: Universal Pictures)

Nichttot (li.) und Untot (re.) reinigen die Straßen (Foto: Universal Pictures)

Bei seinem Einsatz im Irak baut Bart Gregory Mist. Er tappst in eine Falle, wird erschossen und wieder nach Hause geschickt. Kurz nach seiner Beerdigung erwacht er wieder und sucht seinen Kumpel Joey heim.

Irgendwann bemerken beide, dass Bart Blut trinken muss, um nicht zu verfaulen. Er ist ein Wiedergänger (Englisch: Revenant). Den Begriff Zombie versuchen sie zu vermeiden. Jetzt haben sie aber eine Idee: Drogendealer, Mörder und Vergewaltiger gibt es haufenweise. Vermissen wird sie jedoch wohl niemand. Gesagt, getan. Das ungleich temperierte Duo macht sich auf die Jagd und säubert die Straßen. Die ausgesaugten Leute entsorgt es in einem Stausee.

Da beginnt plötzlich auch die Polizei, sich für den Fall zu interessieren. Und anstatt sich fürs Straßen Fegen zu bedanken, starten sie die Jagd auf die beiden nächtlichen Wandler.

Filmkritik „Untote wie wir – Man ist so tot, wie man sich fühlt“

Bart übt den heißen Augenaufschlag (Foto: Universal Pictures)

Bart übt den heißen Augenaufschlag (Foto: Universal Pictures)

Dieser Independent-Streifen ist in erster Linie keine Komödie. Dafür funktioniert er auf eine andere Art, nämlich als Sozialsatire. Filmemacher Kerry Prior wirft einen giftigen Blick auf die Zustände in den Straßen. Sein Amerika ist hässlich, verroht, verkommen. Und seine Protagonisten passen sich dem nahtlos an. Sie plagen sich nicht mit allzu vielen Skrupeln. Dafür rüpeln, schlagen und ballern sie sich durch ihre Welt und versuchen, alles durch die Schuld ihrer Opfer zu rechtfertigen. Das ist durchaus aufregend aber auch menschenverachtend und in jedem Fall entlarvend.

Wirklich komisch wird es dagegen selten. Slapstick gibt es kaum, ebenso wie gelungene, witzige Sprüche. Sympathien für die beiden Hauptdarsteller? Zu keiner Zeit. Wo ist also die Komödie? Aber die vermisst auch niemand wirklich. Muss ja nicht immer alles albern sein.

Ärgerlich sind dagegen einige Timing-Probleme, die den Film unnötig ausdehnen. Manche Szenen sind ganz schlicht zu lang geraten.

Die Versionen

Wegen einiger krasser Gewaltszenen, übrigens mit ziemlich guten Spezialeffekten, ist „The Revenant“ uncut von der FSK ab 18 Jahren freigegeben. Diese Fassung läuft – zu lange – 113 Minuten.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Krasser Gewaltausbruch mit Satire-Anstrich und ein Paar Längen.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Untote wie wir – Man ist so tot, wie man sich fühlt"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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