Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneUnter Freunden

Mädels: Wehe, wenn sie losgelassen.

Danielle Harris, seit „The last Boy Scout“, „Hatchet“ und Rob Zombies „Halloween“ vor allem als Schauspielerin bekannt, führt zum ersten Mal Regie. Sie verfilmt ein Drehbuch ihrer Kollegin Alyssa Lobit, die dann auch gleich mal die Hauptrolle spielt. Herausgekommen ist irgendwie … abgefahrenes Zeugs.

Die Geschichte

Das Motto des Films: Maul halten und leiden (Foto: Tiberius Film)

Eine Gruppe von Yuppies trifft sich, angekarrt in einer Stretch-Limousine, bei einer Freundin für ein scheinbar lustig-morbides Mörderspielchen. Die Party verspricht eine Menge Spaß, bis die Leute nach einem Cocktail plötzlich keine Kontrolle mehr über ihre Körper haben. Und dann kippt die Stimmung ein wenig. Die Gastgeberin fesselt ihre nun hilflosen Gäste an ihre Stühle und spielt mit ihnen ein neues Spielchen, bei dem sie nunmehr ihre Körperteile als Spieleinsatz feilbieten müssen.

Filmkritik „Unter Freunden“

Der Film wirkt ab dem ersten Augenblick, als sei er im Drogenrausch entstanden (wobei wir lieber die Finger von diesem Zeug lassen würden). Das Set wirkt unwirklich, die ganze Story erscheint ebenfalls als völlig durchgeknallter Albtraum. Lieber heute als morgen möchten wir den verantwortlichen Damen mit bestimmten verschreibungspflichtigen Medikamenten weiterhelfen. Doch so beobachten wir hilflos das Geschehen, in dem die anwesenden Partygäste der Reihe nach bei lebendigem Leib und ohne Betäubung verstümmelt, skalpiert oder wahlweise auch mal kastriert werden – und das übrigens im Sinne der Moral.

Unter Freunden serviert man sich auch mal was unappetitliches (Foto: Tiberius Film)

Die passende Schublade für diesen Film ist schnell gefunden: Torture Porn. Gemäß der bestehenden Regeln ist der Streifen abartig brutal (obgleich scheinbar unverstümmelt in Deutschland erscheinend) und irgendwie ziemlich krank. Dennoch haben wir den ganzen Spaß bis zum Ende goutiert. Das will etwas heißen, denn bei den meisten Torture-Porn-Streifen ist die Schmerzgrenze nach maximal 30 Minuten erreicht. Dafür verantwortlich ist wohl die originelle und teilweise witzige Inszenierung. Auch die Schauspieler – allen voran Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin Alyssa Lobit mit ihrer Performance als psychotischer Racheengel – überzeugen auf ganzer Linie. So bleibt für den hartgesottenen Fan zumindest ein netter kleiner Filmspaß.

Die Versionen

Kaum zu glauben: Der deutsche Jugendschutz zeigt sich milde und lässt diesen Film unverstümmelt auf die Menschheit los. Damit ist er mit seinen 80 Minuten ungekürzt zu bestaunen.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Echt kranker Scheiß – aber irgendwie ziemlich lustig.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Unter Freunden"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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