Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneThe Silent House – La Casa Muda

Sprödes, hinterhältiges Horrorstück aus Uruguay über ein spukendes Landhaus.

Der Name dieses famosen Schockers spricht Bände. Hier dürfte es in der Tat sehr still im Zuschauerraum geworden sein. Vor Angst.

Die Geschichte

Nur mit Funzel ausgerüstet erlebt Laura die Hölle (Fotos: Studiocanal)

Nur mit Funzel ausgerüstet erlebt Laura die Hölle (Fotos: Studiocanal)

Laura und ihr Vater besuchen einen Bekannten in dessen altem Haus. Er will es verkaufen, und Lauras Vater soll ein paar Sachen instand setzen. Die beiden sollten dort übernachten und am kommenden Morgen beginnen. Der Bekannte lässt sie allein, und sofort beginnt der Horror. Laura hört Geräusche im Obergeschoss. Papa sieht nach … und ist fort.

Auf sich allein gestellt erforscht das Mädchen das Haus. Raus kommt sie nicht. Abgeschlossen. Ihr bleibt nur eine Chance: Sie muss das Geheimnis des Hauses ergründen. Und das wird heftig.

Filmkritik „The Silent House“

Dieser Film duldet keine Pausen. Nicht zum Bier Holen, nicht zum Pullern gehen. Regisseur Gustavo Hernández hat ihn in Echtzeit und ohne erkennbare Schnitte gedreht. Und so sollten wir ihn auch besser sehen. Dann wirkt er richtig und katapultiert uns direkt und bedrückend intensiv mitten in die Handlung. Alfred Hitchcocks „Cocktail für eine Leiche“ lässt grüßen. Und Hernández‘ Streich braucht sich hinter dem Werk des Master of Suspense nicht zu verstecken.

Kann Lauras Bekannter mit seiner Taschenlampe helfen? (Fotos: Studiocanal)

Kann Lauras Bekannter mit seiner Taschenlampe helfen? (Fotos: Studiocanal)

Allerdings gibt es Diskussionen: Hat Hernández wirklich alles in einem Rutsch gedreht, oder hat er an einigen dunklen Stellen doch geschnitten? Es sieht so aus, als wäre letzteres der Fall gewesen. Die Wirkung leidet trotzdem nicht.

Hier ist alles sparsam: Budget (6.000 Dollar), Musik, Licht, Farben, Dialoge, Handlung. Nur eines gibt es satt: Spannung. Hernández lässt seine Heldin zusammen mit uns im Halbdunkel durch die Hütte tappern. Viel mehr als sie können auch wir nicht sehen. Hinzu kommt eine Geräuschkulisse, die an Hinterhältigkeit ihres Gleichen sucht. Häufig passieren Dinge außerhalb unseres Blickfelds, allein der Ton lässt dann unsere Haare strammstehen.

Ebenso überzeugt auch Jungschauspielerin Florencia Colucci. Sie spielt ihre Angst nicht mehr, sie ist die Angst mit jedem Teil ihres Körpers. Zu Beginn noch subtil, schüchtern, später liefert sie nackte Panik.

Bis zur perfiden Schlusspointe. Die sitzt und verblüfft auf der ganzen Linie, stellt aber die Handlung komplett auf den Kopf. Plötzlich reimt sich das Ganze an einigen Stellen nicht mehr. Das als einziger aber wichtiger Kritikpunkt.

Die Versionen

„The Silent House“ ist ungeschnitten von der FSK ab 18 Jahren freigegeben. Das ist nicht ganz schlüssig, sind doch deutlich brutalere Streifen schon für Jugendliche verfügbar.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Gut gemacht, altes Haus. Hochspannung bis in den kleinsten Winkel.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Silent House – La Casa Muda"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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