Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneThe Lazarus Effect

Wissenschaftlerin stirbt, ersteht auf - und dreht durch.

Tote ins Leben zurückzuholen war schon immer eine ziemlich blöde Idee. Das muss einmal mehr eine Handvoll Wissenschaftler erfahren, als sie bei Leichen am Gehirn herumspielt.

Die Geschichte

Zoe arbeitet mit Köpfchen (Foto: Eurovideo)

Zoe arbeitet mit Köpfchen (Foto: Eurovideo)

Ein paar Wissenschaftler wollen über ein spezielles Serum Tote zumindest für einige Zeit wieder zum Leben erwecken. Eines Tages klappt das Experiment mit einem Hund. Doch der benimmt sich merkwürdig, und sein Gehirn schiebt kräftig Überstunden.

Plötzlich zieht die Uni dem Team den Stecker raus und beschlagnahmt alle Unterlagen. Doch die Truppe will das nicht auf sich sitzen lassen. Sie bricht nachts ins Labor ein und startet einen weiteren, heimlichen Versuch. Bei dem stirbt aber die eine Teamleiterin Zoe an einem Stromschlag. Der andere Teamchef und gleichzeitig Zoes Verlobter Frank fackelt nicht lange und holt sie zurück.

Doch Zoe ist nun im Stande, größere Teile ihres Gehirns zu gebrauchen. Und sie ist skrupellos geworden und beginnt, die anderen Wissenschaftler zu töten. Blöd nur, dass die Forscher illegal in der Uni sind und Zoe in ihrem Zustand auf keinen Fall ausbrechen lassen dürfen.

Filmkritik „The Lazarus Effect“

Noch ist die Welt bei Frank und Zoe in Ordnung (Foto: Eurovideo)

Noch ist die Welt bei Frank und Zoe in Ordnung (Foto: Eurovideo)

Ein bisschen übernatürliches Brimborium, ein paar ganz gute Schockeffekte, die immer wieder Unheil ankündigende Musik, eine ordentliche Packung Pomp aus der Pixelkiste und ein bisschen Bibeleinschlag – schließlich war Lazarus derjenige, den der gute alte Jesus wiedererweckt hat. Ja, „The Lazarus Effect“ ist ein gut produzierter, ganz auf Horroreffekte getrimmter Streifen. Er soll schocken, und teilweise tut er es auch. Die Kamera ist edel, die Tricks sind es auch. Und ja, einige Spannung kommt auf, und das Ende ist schön böse.

Das Problem dieses Films liegt aber woanders, und das wirft ihn zurück ins Mittelmaß: Denn der Plot ist derart dreist aus anderen Horrorfilmen zusammengeklaut, dass es schon fast peinlich ist. Vor allem in Luc Bessons Bio-Punk-Märchen „Lucy“ haben die Macher hemmungslos gewildert. Hinzu kommt eine ordentliche Portion „Friedhof der Kuscheltiere“ und „Re-Animator“.

Sicherlich könnte vielleicht ein Tarantino daraus einen spannenden Remix machen. Aber hier wird daraus – zumindest für den halbwegs erfahrenen Zuschauer – ein nahezu überraschungsfreier Schocker von der Stange. Der immerhin gut aussieht, wie schon erwähnt. Zudem versteigt er sich im Laufe des Films in eine beinahe lachhafte spirituelle Ernsthaftigkeit (die auch schon in „Lucy“ voll in die Hose ging). Das Thema „Himmel und Hölle“ ist eben heikel. Ebenso wie die Diskussion, wie weit die Wissenschaft im Kampf gegen den Tod gehen darf.

Den Rest kriegt der Film von den überforderten Schauspielern. Sie können die eigentlich angestrebte Dramatik und den Konflikt, den Forscher im Kampf gegen den Tod lösen müssen, nicht im Ansatz transportieren. Stattdessen hauen sie mit wissenschaftlichem Geschwätz um sich, dass einem schwindelig wird. Immerhin spielen sie am Anfang des Films „Die Siedler von Catan“. Sie wissen eben doch, was gut ist.

Die Versionen

Die FSK gab dem Schocker eine Freigabe ab 16 Jahren. Das passt. Er ist zwar nicht sehr blutig, aber dafür für die Kleineren zu gruselig.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Gut gefilmter aber unorigineller Schocker für die Videothek.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Lazarus Effect"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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