Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneThe Hunt

Traue niemanden!

Gestern noch ein ganz gewöhnlicher Tag – heute in einer fremden Umgebung mitten im Nirgendwo. Was am Anfang noch unklar ist, wandelt sich schnell in gnadenlosen Terror. Hier wird scharf geschossen und der Kampf ums Überleben hat eben begonnen. Und Letzteres zeigt „The Hunt“ mit aller Härte.

Die Geschichte

Warum gibt's hier keine Kaugummis mit Zimtgeschmack? (Foto: Universal Studios)

Warum gibt’s hier keine Kaugummis mit Zimtgeschmack? (Foto: Universal Studios)

Irgendwo. Eine Gruppe von Menschen erwacht geknebelt in einem Waldgebiet. Auf der angrenzenden Lichtung steht eine große Holzkiste. Einer der Männer ist mutig und öffnet den Deckel. Ein kleines Schwein läuft ihm entgegen. Und noch eine Überraschung: auch ein riesiges Arsenal an Waffen kommt zu Tage. Nachdem sich die Gruppe von ihren Mundknebeln befreit und bewaffnet hat, fallen plötzlich Schüsse. Tödliche Schüsse. Viele aus der Gruppe haben keine Chance.

Zwei Männer und eine Frau retten sich über einen Zaun. Sie erreichen eine nahegelegene Tankstelle. Dort erwartet sie ein älteres Ehepaar, welches aber nur vorgibt, hier zu arbeiten. Die Falle schnappt zu und die drei Flüchtigen werden zur Strecke gebracht. Auch die junge Frau Crystal (Betty Gilpin) schafft es bis zur Tankstelle. Sie durchschaut das falsche Spiel rechtzeitig und tötet die beiden. Dann findet sie heraus, dass sie nicht mehr in Amerika ist, sondern irgendwo in Kroatien. Auf ihrer Flucht trifft Crystal einen weiteren vermeintlichen Leidensgenossen … und ihr ist bewusst, dass sie immer noch in Lebensgefahr schwebt. Vielleicht sogar noch mehr als im Wald.

Filmkritik „The Hunt“

Mist, ich werde verfolgt. (Foto: Universal Studios)

Mist, ich werde verfolgt. (Foto: Universal Studios)

Im ersten Moment erinnert „The Hunt“ sehr stark an den Film „Carnage Park“ von 2016. Denn auch hier geht es um hausgemachten Terror: Menschen haben Freude daran, Jagd auf andere Menschen zu machen. Kopfschuss hier, Pfahl im Bauch dort – Regisseur Craig Zobel zieht alle Effekt-Register. Das wirkt im ersten Moment schockierend, und gleichzeitig etwas sonderbar. Schließlich werden im ganzen Film groteske Elemente eingestreut. Stichwort: Ferkel. Auch findet sich ab und an ein wenig Galgenhumor. Das mildert die teilweise heftigen Bilder etwas ab.

Inhaltlich ist „The Hunt“ mitunter sehr abwechslungsreich. Man erahnt zwar im Laufe des Films immer öfters die gestellten Fallen, aber das ist in Ordnung so. Ganz vorne dabei: Schauspielerin Betty Gilpin aka Crystal. Sie nimmt’s teilweise lässiger als so manch’ ausgebuffter Hollywood-Action-Held. Dadurch gewinnt die Geschichte an Fahrt und lässt keine Langeweile aufkommen. Apropos: so richtig Gruseliges kommt hier nicht vor. Der Horror ist subtiler und besteht darin, dass manche Menschen kaltblütig agieren, wenn ihnen etwas im Weg steht. In diesem Fall sind die Strippenzieher eine Handvoll Elitärer, die vor einer unkontrollierbaren Internet-Verschwörungstheorie Angst bekommen haben.

Yippie ya yay, Schweinebacke! (Foto: Universal Studios)

Yippie ya yay, Schweinebacke! (Foto: Universal Studios)

Achtung Spoiler: grundsätzlich hat „The Hunt“ alles, was ein Beitrag aus diesem Genre haben sollte. Leider endet der Film mit einem enttäuschend flachem Finale, bei dem man sich mehrfach fragt, ob das Ernst gemeint ist. Für uns ist das irgendwie nicht nachvollziehbar. Schade, sonst hätte es volle Punktzahl gegeben.

Die Versionen

Definitiv erst ab 18 Jahren freigegeben. „The Hunt“ ist ungeschnitten und hat einen hohen Gewaltgrad.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Flotte Hetzjagd mit viel Blut und teilweise schrägem Humor.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Hunt"

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Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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