Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneThe Free Fall

„Gute Besserung“ geht anders

Keine Frage, das Covermotiv der Videobox ist ansprechend gestaltet. Und: Der offizielle Filmtrailer wurde zackig geschnitten und macht mit schaurigen Momenten Laune. Aber bietet „The Free Fall“ auch tatsächlich das, was da versprochen wird?

Die Geschichte

Tipp, tipp, tipp - so schreibt man heute. (Foto: Tiberius Film)

Tipp, tipp, tipp – so schreibt man heute. (Foto: Tiberius Film)

Eine schöne Idee: Ein älteres Paar will ihr Ehegelübde nach vielen Jahren erneuern. Doch als Tochter Sara am Abend ins Elternhaus kommt, um an einer kleinen Feier teilzunehmen, wird es blutig. Die Mutter sticht auf ihren Mann ein und schlitzt sich, einige Schreckmomente später, die eigene Kehle auf. Sara (Andrea Londo) kippt danach verständlicherweise um und gönnt sich eine seelische und geistige Auszeit.

Sie kommt in einem Bett wieder zu sich und wird von ihrem Mann Nick (Shawn Ashmore) begrüßt, der sie freudig, aber auch sorgenvoll, in die Arme schließt. Jedoch kann sie sich nicht an ihn erinnern. Da er nett wirkt, nimmt sie ihm den Ehemann ab. Auch an das Gemetzel ihrer Mutter kann sie sich nur vage erinnern, aber nicht, dass sie sich selbst umbringen wollte. Bandagierte Handgelenke und verletzte Pulsadern sprechen allerdings Bände.

Manchmal hilft ein heißes Bad. (Foto: Tiberius Film)

Manchmal hilft ein heißes Bad. (Foto: Tiberius Film)

Allerdings dauert es ein wenig, bis ihre Erinnerungen zurückkommen – denen sie aber nicht traut. Denn Nick, der sie von der Außenwelt regelrecht abschirmt, damit sie wieder auf die Beine kommt, weckt ihren Argwohn. Ist er einfach nur ein Helikoptergatte, der es nur gut meint und selbst Besuche ihrer Schwester unterbindet? Oder führt er etwas im Schilde?

Filmkritik „The Free Fall“

Die unheimliche Stimmung kommt gut rüber und die Ausleuchtung, die die Sets mit einem schwammig grauen Farbschimmer belegt, verstärkt dies ganz wunderbar. Die altbackene Technik die gezeigt wird, tut ihr Übriges und sorgt dafür, dass die ganze Geschichte zeitlich entrückt wirkt. Tatsächlich ist sie in der Gegenwart angesiedelt ist. Dazu zählen beispielsweise kabelgebundene Telefone oder ein altmodisch ausgestattetes Bad.

Yippie-ya-yeah, Schweinebacke! (Foto: Tiberius Film)

Yippie-ya-yeah, Schweinebacke! (Foto: Tiberius Film)

Auch die Besetzung der Hauptrollen überzeugt grundlegend. Shawn Ashmore gab in vier X-Men-Filmen den „Iceman“ und ist aktuell in der TV-Serie „The Rookie“ zu sehen, Andrea Londo war bei „Superfly“ und der Serie „Narcos“ dabei. Und als Zugabe gibt es Jane Badler, die in den 80ern in der Sci-Fi-Serie „V“ spielte. In „The Free Fall“ verkörpert sie eine unfreundliche Haushälterin, die nichts Gutes ahnen lässt.

Alles gut also? Nein, nicht wirklich. Die Story ist prinzipiell in Ordnung. Der finale Twist überzeugt für sich gesehen auch. Doch für die 83 Minuten, die rein rechnerisch nicht allzu lang sind, gibt es insgesamt einfach zu wenig zu sehen. Das und die langsame Erzählweise machen das Ganze schnell zu einer zähen und langatmigen Angelegenheit. Trotz der etlichen Gruselmomente und trotz der gut inszenierten Atmosphäre. Wirklich schade.

Einfach mal nur herumstehen. (Foto: Tiberius Film)

Einfach mal nur herumstehen. (Foto: Tiberius Film)

Eine Fassung, die auf 30 bis 40 Minuten zusammengeschnitten und klug arrangiert wäre, so wie es der Trailer vormacht, hätte definitiv einen besseren Eindruck hinterlassen. Dann wäre die Geschichte prima als Folge einer Mystery-Serie durchgegangen oder hätte Platz in einer Anthologie finden können. Daher reißt uns „The Free Fall“ leider nicht vom Hocker und enttäuscht.

Die Versionen

„The Free Fall“ ist ab 16 Jahren freigegeben und gibt es ab dem 4. November 2022 auf DVD (79 Minuten) und auf Blu-ray (83 Minuten) jeweils in der Softbox.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Trotz der überschaubaren Laufzeit leider zu wenig Inhalt und darum relativ schnell langweilig.507a456f95a84cb78c4b080543669854

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Free Fall"

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Über Alptruck

Rezensiert seit acht Jahren wieder regelmäßig Filme und Comics. Sein Nickname wurde ihm Ende der 70er zu Punk-Zeiten verpasst, weil er offenbar etwas nervte und Albdruck so ähnlich klingt.
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