Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneThe Forever Purge

Lustlos ins alljährliche Gemetzel.

Die Nacht der Nächte jährt sich wieder. Jedes Verbrechen ist erlaubt, niemand wird bestraft. Wirklich niemand? Im vierten Teil der „Purge“-Reihe entwickelt sich die auserzählte Prämisse zu einer schleppenden Gewaltorgie, deren politischer Überbau als letzte Rettungsmaßnahme versagt.

Die Geschichte

Hauptsache, man war dabei! (Foto: Universal Pictures Germany)

Hauptsache, man war dabei! (Foto: Universal Pictures Germany)

Es wird wieder gemordet! Die alljährliche Säuberung (engl. Purge) steht bevor und spaltet die Bürger Amerikas nach wie vor. Während die einen voller Vorfreude ihre Vorbereitungen für grauenhafte und brutale Übergriffe umsetzen, verschanzen sich die anderen in ihren scheinbar sicheren Häusern. Auch bei dem patriotischen Ranchbesitzer Dylan Tucker (Josh Lucas) und seiner Familie laufen die Schutzmaßnahmen auf Hochtouren. Allerdings haben sie nicht damit gerechnet, dass in den Reihen ihres Personals Befürworter der Säuberung sitzen. Einige mexikanische Mitarbeiter wollen die außergewöhnliche Nacht nutzen, um sich an ihren Vorgesetzten zu rächen. Demütigung, Schikane, Niedriglohn? Motive für ihre Taten haben sie genug.

Allerdings erhalten die Aufständischen bei ihrem Angriff gegen Familie Tucker Gegenwind vom mexikanischen Kollegen Juan (Tenoch Huerta). Mit seiner Hilfe können die Tuckers dem Tod entkommen und flüchten. Für die zusammengewürfelte Gruppe, in der Vorurteile und Misstrauen unterschwellig wabern, entwickelt sich die Flucht immer mehr zum Alptraum. Denn eine rassistische Gruppierung hat beschlossen, die Säuberung zu verlängern und macht gnadenlose Jagd auf ihre Opfer. Juan und Dylan bleibt nichts anderes übrig, als sich und ihre Verbündeten über die sichere Grenze nach Mexiko zu bringen. Das Land, aus dem Juan einst floh und Dylan nie hin wollte.

Filmkritik „The Forever Purge“

Kein echter Purger verzichtet auf dekorative Kostümierung. (Foto: Universal Pictures Germany)

Kein echter Purger verzichtet auf dekorative Kostümierung. (Foto: Universal Pictures Germany)

Es gab eine Zeit, da war die Idee der „Purge“-Reihe ein echter Knaller! Die Vorstellung, dass eine Nacht voller Gewalt ohne Konsequenz die Verbrechensdelikte im Restjahr auf ein Minimum drücken, war gewagt und für die Leinwand eine spannende Sache. Ein Film, ein Erfolg. Mit den Fortsetzungen und einer bedingt überzeugenden Serie blutete das Franchise mit jeder Filmminute mehr aus. Dass sich „The Forever Purge“ nur noch mit Mühe über Wasser hält und seine letzten Atemzüge in die amerikanische Freiheit haucht, verwundert kaum.

Mit Josh Lucas („Poseidon“) besetzte Regisseur Everardo Gout in seinem Langfilmdebüt seine (Fast-)Hauptrolle mit einem bekannten Namen. Was im ersten Teil Ethan Hawke („Regression“) übernahm, muss nun Lucas richten. Die Besetzung mit einem halbwegs prominenten Namen wirkt wie ein leiser Hilfeschrei der Filmemacher nach Aufmerksamkeit, der aber im blutigen Gemetzel untergeht. Die brachiale Gewalt und die im Blutrausch ausgeführten Hinrichtungen bestimmen das Geschehen, wobei von einer soliden Story kaum die Rede sein kann.

Die beste Methode (auch für Zuschauer): Zähne zusammenbeißen und abwarten. (Foto: Universal Pictures Germany)

Die beste Methode (auch für Zuschauer): Zähne zusammenbeißen und abwarten. (Foto: Universal Pictures Germany)

Die Einbindung aktueller Themen wie Migration, Alltagsrassismus und die Angst der Bevölkerung ihr Land zu verlieren, lässt einen Hauch Aktualität erahnen. Konsequent durchgezogen wird der Ansatz im Film aber nicht. Dadurch geht dem Konflikt in der Gruppe jede Menge Potenzial verloren, das zwischen Juan und Dylan brodelt. Letztendlich versuchen Amerikaner und Mexikaner einzig ihr Überleben zu sichern. Welcher Nationalität sie angehören, ist irrelevant. Damit verschenkt „The Forever Purge“ sein Pulver und die Chance, sich von den bisherigen Episoden abzuheben.

Etwas Ironie schleicht sich in den letzten Sekunden des Filmes dann doch noch ein: Die selbst geschaffene Säuberung läuft außer Kontrolle und breitet sich wie ein Flächenbrand aus, der das Land ins Chaos stürzt. Dass es der Filmreihe ähnlich ergeht, ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Die Versionen

Der Film wurde in ungekürzter Version veröffentlicht und ist mit einer FSK-Freigabe ab 16 Jahren versehen. Die rohe Gewalt und der hauchdünne Rechtfertigungsversuch der Figuren hätte auch eine höhere Alterseinstufung gerechtfertigt.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Ist schon wieder „Purge“-Zeit? So abgestumpft sich die Figuren in diesem Film auf die Säuberung vorbereiten, so gleichgültig betrachtet der Zuschauer das Geschehen: nichts Neues an der „Purge“-Front.8cebbe81eded4654b61638a211273da1

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "The Forever Purge"

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Über den Autor Cotton Weary

Als Kind der 90er Jahre wuchs Cotton Weary mit der gerade startenden Teenie-Horrorwelle auf. „Scream“ legte nicht nur den Grundstein für die Freude an Horrorfilmen, sondern war auch der Stein des Anstoßes, um Kino lieben zu lernen.
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