Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneResident Evil 4: Afterlife

Zum 4. Mal: Baller-Amazone Alice gegen Umbrella Corporation.

Im vierten Teil der Videospiel-Serie präsentiert uns Sci-Fi-Trasher Paul W. S. Anderson Action ohne Ende, und die sogar in 3D. Trotzdem bleibt das Ganze seltsam flach.

Die Geschichte

Alice ist die schönste Verbindung zum Tod (Foto: Constantin Film)

Alice (Milla Jovovich) setzt ihre Drohung aus Teil 3 in die Tat um. Kaum hat „Resident Evil: Extinction“ geendet und Teil 4 begonnen, marschiert sie mit einem Bataillon Alice-Klone in die Umbrella-Zentrale in Tokio ein. Sie setzt die Firma unter erheblichem Menschenverschleiß außer Kraft und tötet anschließend den Chef, Albert Wesker. Der injiziert ihr aber beim Zweikampf ein Mittel gegen den im Nahkampf recht hilfreichen T-Virus. Nun ist Alice ihre übermenschlichen Kräfte los, hübsche Flugeinlagen und tödliche Purzelbäume kann sie nun nicht mehr bringen.

Sie fliegt nach Alaska, um den rätselhaften Ort Arcadia zu finden. Der soll den Menschen noch Schutz und ein schönes Leben bieten. In Alaska angekommen, erwartet Alice eine böse Überraschung. Kurz darauf muss sie nach Los Angeles. Dort trifft sie auf Überlebende und erfährt die Wahrheit über Arcadia.

Albert Wesker sieht rot (Foto: Constantin Film)

… wenn sie nicht gerade in der Gegend rumballert.

Filmkritik „Resident Evil 4: Afterlife“

Beginnen wir mit dem Guten: Der vierte Resident Evil ist mit dem sehr hübsch anzuschauenden Fusion Camera System in 3D gedreht. Und das merkt man ihm in jeder Sekunde an. So gut wie jede Szenerie fährt die dritte Dimension voll aus und ist deutlich in Vorder-, Mittel- und Hintergrund aufgeteilt. Alle paar Minuten fliegt etwas in Richtung Zuschauer, gibt es schwindelerregende Kamerafahrten oder huscht was Schreckliches vorn durchs Bild.

Das ist sehr reizvoll, zumal Regisseur Anderson die Action-Szenen auch unabhängig davon äußerst effektstark gefilmt hat. Allein die Eröffnungssequenz in der Umbrella-Zentrale in Tokio ist eine Wucht. Zeitlupen satt, schwingende Schwerter, rollende Köpfe, jede Menge Bullet-Time und gern auch mal ein dreidimensionales Standbild mitten im Gefecht. Gegen dieses Hightech-Gewitter wirkt die „Matrix“ wie Mottenkistenkino. Dazwischen spritzt reichlich (digitales) Blut und sterben namenlose Nebendarsteller. Selten hatte Töten soviel Stil.

Die dritte Prüfung: Nur der Bußfertige kann bestehen … (Foto: Constantin Film)

Doch dann taucht wieder das Problem auf, das die Filmreihe von Anfang an hat: Sie reiht Schauwert an Schauwert, erzählt dabei aber keine wirklich tolle Geschichte und entbehrt zudem jeder Ironie. Spannend ist sie auch nicht, da die eindimensionalen Darsteller nicht so interessant sind, dass wir mit ihnen mitfiebern. Ist doch Wurscht, ob einer dieser Kapalken gleich drauf geht.

Damit bleibt auch bei „Resident Evil: Afterlife“ bis auf die – zugegeben furiose – Optik nicht allzu viel hängen. Das macht ihn spätestens nach einer halben Stunde langweilig – wenn man nicht gerade ein Fan der Reihe ist.

Eine Bitte an Constantin Film: Steckt die zweifellos kernige Milla doch bitte mal in einen Actioner mit etwas mehr Substanz. Gerne mit Angelina Jolie als Gegnerin und Johnny Depp als Sidekick. Und das dann auch in 3D.

Wir warten.

Die Versionen

In der Kinoversion haben die Produzenten einiges Blut löschen lassen, um die Freigabe ab 16 Jahren zu bekommen. Hat geklappt. Auch die DVD-Fassung hat die FSK ab 16 Jahren freigegeben, sie ist aber trotzdem im Gegensatz zur Kinofassung unzensiert. Das verstehe mal einer.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Toll und originell gefilmtes aber seelen- und hirnloses Dauer-Geballer.

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Resident Evil 4: Afterlife"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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