Filmkritik Bewertung: 1/5 SterneObsession – Tödliche Spiele

Vollpfosten trifft Kurzfilm: Sex kann manchmal echt Scheiße sein.

Wir sind nun wirklich keine Klosterschüler. Immerhin geht es hier um Horrorfilme und nicht „Benjamin Blümchen“. Aber es gibt Fälle, da bleibt auch uns die Spucke weg. Dieser Streifen ist so ein Fall.

Die Geschichte

„Obsession“ ist ein Episodenfilm. Die Kurzfilme verschiedener Regisseure sind unter der Prämisse „Die tiefsten Abgründe der menschlichen Sexualität“ zu einem abendfüllenden Streifen zusammen geschraubt.

Guten Tag, ich bin ein Monster, und ich mache hier Horror (Foto: Tiberius Film)

Guten Tag, ich bin ein Monster, und ich mache hier Horror (Foto: Tiberius Film)

In der ersten Episode geht es um ein gut situiertes, scheinbar spießiges Ehepaar. Um sich sexuell auf Trab zu bringen spielen die beiden jedoch ein perverses Spielchen. Sie locken obdachlose Frauen unter dem Vorwand der christlichen Nächstenliebe ins Haus, um sie anschließend zu vergewaltigen und zu demütigen. Dumm ist nur, dass ihr letztes Opfer ein äußerst appetitlicher, fleischfressender Dämon ist.

Weiter geht es mit einem Nazi-Arzt, der fürchterliche Experimente durchführt. Herausgekommen ist ein ehedem menschliches Lebewesen mit Riesenpimmel, das pausenlos ejakuliert. Das Sperma wird aufgefangen und im Labor eimerweise zu Rauschgift-Ersatz verarbeitet. Eine junge Frau, die von Drogen herunterkommen will, bekommt dieses Medikament verpasst. Die Nebenwirkungen sind äußerst unerfreulich.

Unser Liebespaar in der letzen Episode hat ebenfalls einen Knall. Er ist unterwürfig und sie ein richtiges Biest, das keine Gelegenheit auslässt, ihn zu demütigen. Er nächtigt nackt mit Hundemaske in einer Hundehütte im Nebenzimmer. Das ist kurios, weil doch das Mädel an Hunde-Phobie leidet. Nachdem die Ereignisse eskalieren, schafft er sich Hunde an, um sich an seiner Freundin zu rächen.

Filmkritik „Obsession – Tödliche Spiele“

R2D2 ist auf die dunkle Seite gewechselt (Foto: Tiberius Film)

R2D2 ist auf die dunkle Seite gewechselt (Foto: Tiberius Film)

Sicherlich ist es reizvoll, Abgründe der Sexualität in einem Horrorfilm zu thematisieren. In den meisten Streifen ist das ohnehin – meist implizit – der Fall. Aber eine direkte Verknüpfung ist eher selten. Aus gutem Grund.

Dieser Film widert an, verstört und lässt den Zuschauer mehr als ratlos zurück. Die teilweise gezeigten oder angedeuteten Grausamkeiten gehen oft weit über das erträgliche Maß hinaus.

Darüber hinaus werden so viele Klischees verheizt, dass von Spannungsaufbau kaum die Rede sein kann. In jeder Episode ist bereits nach wenigen Minuten klar, wie die Geschichte endet.

Ein Nazi-Arzt 67 Jahre nach Kriegsende? Na klar! Frauen gleichbedeutend mit Zickenterror? Auch eine sehr lustige Theorie. Insgesamt sind die Rollen zwischen Mann und Frau stets wie im Pornofilm verteilt. Eine Mischung aus Unterdrückung und grobem Sex. Nur der geschickte Schnitt verhindert, dass der Streifen in die Hardcore-Ecke rutscht.

„Obsession“ ist ein Horrorfilm im schlechtesten Sinne. Was nicht dazu passen mag, ist die wirklich gute Machart. Schnitt, Kamera und Atmosphäre stimmen. Die verantwortlichen Regisseure haben tatsächlich was auf dem Kasten. Dafür gibt es ein verträumtes Bonus-Sternchen.

Die Versionen

Unfassbar: Dieses Machwerk ist tatsächlich uncut und hat eine Laufzeit von 91 Minuten und ist natürlich sowas von ab 18.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Widerwärtig und geschmacklos.

Bewertung: 1/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Obsession – Tödliche Spiele"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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