Filmkritik Bewertung: 5/5 SterneMachete

Robert Rodriguez („Planet Terror“, „From dusk till dawn“) serviert endlich wieder mexikanisch. Und das ist mächtig scharf.

„Machete“ bietet alles, was ein Actionspaß braucht: einen kernigen Helden, schöne Frauen, schräge Action, skurrile Figuren und doofe Sprüche. Das sorgt für Szenenapplaus im Kino und beste Unterhaltung.

Die Geschichte

Machete (Danny Trejo) und Luz (Michelle Rodriguez) essen einen Happen (Foto: Sony Pictures)

Machete (Danny Trejo) und Luz (Michelle Rodriguez) essen einen Happen (Foto: Sony Pictures)

Im Süden der USA. Kriminelle Banden bringen heimlich Schwarzarbeiter und Drogen aus Mexiko über die Grenze. Senator John McLaughlin (völlig durchgeknallt: Robert De Niro) will die Flüchtlinge zurückschicken und die Grenze mit Starkstrom sichern. Und natürlich will er mit rassistischen Stammtischparolen wiedergewählt werden.

Der schwer durchschaubare Geschäftsmann Michael Booth (Jeff Fahey) engagiert den Mexikaner Machete Cortez (Danny Trejo) für ein Attentat auf den Senator. Es ist eine Falle. Kurz bevor Machete abdrücken kann, schießt ein anderer Gangster auf ihn und jagt kurz darauf dem Senator eine Kugel ins Bein. Machete entkommt verwundet.

Booth lässt ihn daraufhin von seinen Schergen jagen. Was er schmerzhaft lernt: Machete ist ein ehemaliger Bundesagent und ziemlich schwer kleinzukriegen.

Inzwischen wird der angeschossene Senator im Krankenbett zum Märtyrer. Die Umfragewerte steigen.

Filmkritik „Machete“

Machete steht auf heiße Reifen (Foto: Sony Pictures)

Machete steht auf heiße Reifen (Foto: Sony Pictures)

Eigentlich war „Machete“ nur ein gefälschter Trailer für das Kinoprojekt „Grindhouse“ der beiden Regiekumpels Robert Rodriguez und Quentin Tarantino. Doch der Trailer kam beim Publikum so gut an, dass Rodriguez seinem grobschlächtigen Helden einen echten Kinofilm widmete.

Und dafür kamen wieder viele seiner Bekannten, mit denen er bereits für seine Hits „Sin City“, „Desperado“, „From dusk till dawn“ oder „Planet Terror“ zusammengearbeitet hat: Jessica Alba, Michelle Rodriguez, Cheech Marin, Tom Savini, Jeff Fahey und sogar wieder sein Hausarzt.

Neu im Ensemble sind dagegen Robert De Niro mit seinem schönsten Haifisch-Grinsen, „Miami Vice“-Veteran Don Johnson als Texas-Großmaul, der offensichtlich wiederbelebte Steven Seagal als schmieriger Drogenbaron und Skandal-Nudel Lindsay Lohan als Nackedei.

Drogenboss Rogelio Torrez (Steven Seagal) hat mit Machete eine Rechnung offen (Foto: Sony Pictures)

Drogenboss Rogelio Torrez (Steven Seagal) hat mit Machete eine Rechnung offen (Foto: Sony Pictures)

Angesichts dieser lustig aufspielenden Starriege wird die Story fast zur Nebensache. Zu Unrecht. Denn – gewollt oder ungewollt – angesichts der aktuellen Diskussion um Integration und die Thesen eines Thilo Sarrazin bleiben einem die Parolen von Senator McLaughlin durchaus im Hals stecken. Hier regieren Intoleranz, Gewaltbereitschaft, Rassismus und die Gier nach der ganz großen Kohle. Geradezu erschreckend geisterhaft wirkt der Exekutionsraum von Mister Booth. Aus solchen Kellern kommen auch Erpresservideos arabischer Extremisten. Das macht „Machete“ auch zu einem zynischen Kommentar zum aktuellen Zeitgeist.

In erster Linie ist er aber fröhliches Schundkino vom Feinsten. Die Luft ist permanent bleihaltig, der Bodycount enorm hoch. Köpfe rollen, Macheten klirren, Därme werden zum Abseilen missbraucht. Das alles ist purer Krawall – laut, blutig und hart. Dazu gibt es in bester Rodriguez-Manier jede Menge schräger Vögel (Achtet auf Special-Effect-Gott Tom Savini als Killer), dämliche Sprüche und heiße Latino-Bräute, mit denen Machete ins Bett steigen darf. Langweilig wird es nie.

Luz (Michelle Rodriguez) hat sich umgezogen (Foto: Sony Pictures)

Luz (Michelle Rodriguez) hat sich umgezogen (Foto: Sony Pictures)

Da ist es am Ende gut zu verschmerzen, dass Danny Trejos mimische Grenze sehr deutlich zu Tage tritt. Er ist halt ein Mann fürs Grobe. Ebenso wie Seagal, der nicht weiter unangenehm auffällt. Eine Augenweide sind dagegen die alten B-Film-Recken Jeff Fahey und Don Johnson.

Hoffen wir, dass Machete tatsächlich wiederkehrt, wie es Rodriguez im Abspann ankündigt: in „Machete kills“ und „Machete kills again“.

Die Versionen

Der Film läuft im Kino ungeschnitten und hat laut FSK keine Jugendfreigabe. Allerdings ist an einigen Szenen deutlich zu bemerken, dass Rodriguez auf die Gewaltbremse getreten hat. Für die DVD hat er einen längeren und härteren Director’s Cut in Aussicht gestellt.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Großer, rabiater Actionspaß mit schräger Typenparade und bitterem Unterton.

Bewertung: 5/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Machete"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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