Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneLast of the Living

Ein Zombie kommt selten allein

Es ist wieder einer dieser Tage: nichts Spannendes in der Glotze, die DVD-Sammlung schon zig Mal durchgeschaut, im Kühlschrank gähnende Leere, und draußen geistern ein paar Untote über den Asphalt. Der Low-Budget-Horrorfilm aus Neuseeland liefert grundsolide Zombie-Kost und hält die eine oder andere Überraschung bereit. Doch reicht das heutzutage noch?

Die Geschichte

Last of the Living (Foto: Ascot Elite)

Die Kumpels Morgan, Johnny und Ash hatten Glück. Sie blieben vom todbringenden Virus verschont. Ein Teil der Bevölkerung starb, der andere Teil mutierte zu Zombies. Nun sind die Straßen leer. Auf den ersten Blick scheint die Stadt einem Schlaraffenland gleich. Alles gibt es in Hülle und Fülle. Die Drei genießen das Leben und plündern gelegentlich die menschenverlassenen Einkaufszentren oder wechseln spontan ihre Wohnung.

Doch der Alltag ist trist. Eines Tages sind sie wieder unterwegs auf einer kleinen Abenteuertour. In einer Kirche treffen sie eine junge Frau. Nach dem Niedermetzeln einiger aggressiver Zombies, stellt sich heraus, dass Stef’s Vater bereits mit dem Virus infiziert ist. Bevor der Wissenschaftler stirbt gibt er Stef eine Blutprobe. Von ihr hängt die Rettung der Menschheit ab. Das Fläschchen muss zu einem Forschungslabor auf Stewart Island gebracht werden.

Das war knapp: Johnny kann sich gerade noch retten! (Foto: Ascot Elite)

Also machen sich die Vier auf einen langen Weg zur Küste. Unterwegs gibt es ein paar Zwischenfälle. So wird Johnny von Zombies überwältigt und hat keinerlei Chance auf Rettung. Auch Stef und Morgan werden attackiert und gebissen. Und als sie endlich im Labor ankommen, ist es bereits zu spät. Alle Wissenschaftler sind tot.

Was nun? Ist jetzt wirklich alles verloren?

Filmkritik „Last of the Living“

Jeder, der zwei oder drei Zombiefilme gesehen hat, weiß, wie es zur Katastrophe kommt. Ein Virus, meist mit einem tödlichen Nebeneffekt, breitet sich rasant aus. Ganze Städte und ab und zu sogar ganze Landstriche werden fortan mit Untoten bevölkert. „Last of the Living“ ist endlich mal ein Film der diesen ganzen Vorspann weglässt und gleich auf den Punkt kommt.

Zombies, Zombies und nochmal Zombies (Foto: Ascot Elite)

Die drei Jungs sind uns von Anfang an sympathisch. Sie sind ganz normale Menschen, wie du und ich. Das ändert sich auch nicht, als Stef die Männerrunde bereichert. Ebenso gut gefällt uns, dass die komplette Story spontan und nicht so künstlich aufgepumpt wirkt. Anstelle von langatmigen Liebesromanzen, die den Film ins Stocken bringen könnten, sind hin und wieder ein paar lustige Sprüche und Slapstickeinlagen verbaut. Der flotte Soundtrack passt da sehr gut hinein.

Ganz klar, jeder Filmemacher ist während eines Low-Budget-Projekts gezwungen, die Kosten niedrig zu halten. Doch das heißt nicht, dass auch die Qualität darunter leiden muss. Aufwendige Actionszenen fallen zwar weg, Computeranimationen in der Post-Production werden auf ein Minimum reduziert und die oder andere Aufgabe übernimmt ein und dieselbe Person. Doch dass das prima funktionieren kann, beweist Regisseur, Produzent, Drehbuchautor und Cutter Logan McMillians mit seiner postapokalyptischen Inszenierung.

Die Versionen

Die Kauf- und Verleihfassung ist als ungeschnittene 18er Version erhältlich.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Gut verdauliche Zombiekomödie – leichtfüßig und spannend bis zum Ende.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Last of the Living"

Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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