Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneKiss the Abyss

Zombiedrama aus Amerikas Vorstädten – höchst originell und sehr melancholisch.

Dieser Debütfilm von Ken Winkler bringt frischen Wind ins etwas überstrapazierte Genre des Zombiefilms. Er beleuchtet packend die emotionelle Seite des Wiederauflebens – auch aus Sicht der Untoten.

Die Geschichte

Ist da noch was zu retten? Mark versucht es zumindest (Foto: WVG Medien)

Ist da noch was zu retten? Mark versucht es zumindest (Foto: WVG Medien)

Die junge und schöne Lesley stirbt durch einen dummen Zufall. Ehemann Mark will ihren Tod nicht hinnehmen und bittet Einsiedler Gus, sie zurückzuholen. Das Geld sponsert Lesleys wohlhabender aber skrupelloser Vater.

Die Behandlung gelingt. Wieder am Leben kehrt Lesley zurück zu Mark. Doch sie hat sich verändert. Sie hat keinen Hunger mehr auf herkömmliche Nahrung. Sie hat Durst auf Blut.

Und dann ist da noch ihr Vater, der einerseits Rache für seine Tochter will und seinen Schwiegersohn noch nie leiden konnte.

Filmkritik „Kiss the Abyss“

Vorsicht, dieser Zombiefilm ist nichts für bierselige Abende mit Kumpels. Denn obwohl die Geschichte zunächst etwas platt klingt, gehört hier der Kopf eingeschaltet. Regisseur Ken Winkler lotet aus, wie weit jemand für seine große Liebe gehen würde. Und welch böse Konsequenzen es haben kann, wenn er dabei eine bestimmte Grenze übertritt und sich an das Böse verkauft. Wir entdecken Parallelen zu Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ und – ja, lacht ruhig – Goethes „Faust“.

Anstatt blöde glotzend durch die Gegend zu schlurfen, erwacht Lesley in ihrer neuen Welt wider Willen. Sie findet sich nicht zurecht, weiß nicht, wer und was sie ist. Sie ekelt sich schließlich sogar vor sich selbst. Ein Zombie mit Gefühlen und Selbstzweifeln, so überzeugend vorgetragen, dass es uns nicht kalt lässt.

Lesley und Mark sind glücklich miteinander (Foto: WVG Medien)

Lesley und Mark sind glücklich miteinander (Foto: WVG Medien)

Und diese Geschichte bettet Regisseur Winkler in die hässliche Welt amerikanischer Vorstadtprovinz mit Gewalt, Alkohol und Drogen. Die Gangart ist hart. Die Bilder wirken teils rau und authentisch wie in einer Doku, manchmal strahlen sie die Eleganz eines Gangsterfilms aus.

Dass es trotzdem nicht vier Sterne werden, liegt an einigen Längen im Film. Gut getan hätten eine etwas straffere Erzählweise oder im Gegenzug etwas mehr Hintergrund.

Die Versionen

„Kiss the Abyss“ ist uncut von der FSK ab 18 Jahren freigegeben. Das liegt bestimmt nicht am Gewaltgrad, sondern vielmehr an der dreckigen und zynischen Thematik.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Neues aus der Zombiebranche – traurig, spannend, aufregend, anders.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Kiss the Abyss"

Über den Autor Martin Riggs

Sein Pseudonym hat er von Martin Riggs aus "Lethal Weapon" entliehen, einer seiner liebsten Filmfiguren. In seiner Freizeit widmet er sich leidenschaftlich gern dem Thema Kino, unter anderem allem, was ihm eine Gänsehaut oder ein Lachen beschert.
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