Filmkritik Bewertung: 4/5 SterneKiller Ink

Wenn Urlaub zum blutigen Albtraum wird …

Wir haben: drei Pärchen, die in Litauen Urlaub machen und es dabei ordentlich krachen lassen, und einen Tätowierer, der seine eigenen Werke am liebsten behalten möchte und es letztlich auch tut. Fertig ist der Torture-Porn-Streifen. Eine ganz so schlechte Figur, wie zunächst befürchtet, macht er dann allerdings doch nicht.

Die Geschichte

Lampe kaputt? Ach nein, der Film ist immer so dunkel (Foto: Tiberius Film)

Lampe kaputt? Ach nein, der Film ist immer so dunkel (Foto: Tiberius Film)

Ein wilder Urlaub in der litauischen Hauptstadt Vilnius soll es werden. Alkohol, Drogen und Sex bis zum Abwinken, einfach komplett die Sau rauslassen. Das ist das erklärte Ziel der sechs jungen Amerikaner, die es einzig zu diesem Zweck ins Baltikum verschlagen hat.

Das Blatt wendet sich, als sich einer von ihnen der durchgeknallten, aber sehr attraktiven Tätowiererin Uta anschließt und kurz darauf verschwindet. Auf der Suche nach ihrem vermissten Kumpel gelangen die anderen zu dem Tattoo-Studio „Anarchy Parlor“, dessen gleichermaßen diabolischer und charismatischer Besitzer sie nach und nach für seine ganz speziellen Behandlungen einsetzt. Genaugenommen läuft es auf das Todesurteil der Beteiligten hinaus.

Filmkritik „Killer Ink“

Schönfärben nützt nichts: Bei diesem Film handelt es sich um einen handfesten Torture-Porn-Film. Die vielen enthusiastischen Vergleiche mit dem Schocker „Hostel“ liegen das ja bereits im Vorfeld nahe. Solche herbeigeholten Parallelen sind aber wenig hilfreich. Denn bei dem Schauplatz in Osteuropa, der sexhaltigen Exposition und der hohen Letalitätsrate der Protagonisten enden auch schon die Gemeinsamkeiten.

So kann man den Begriff "Stechen" natürlich auch verstehen (Foto: Tiberius Film)

So kann man den Begriff „Stechen“ natürlich auch verstehen (Foto: Tiberius Film)

Wir sind nicht die Jungs vom Bibel-Klub und ersparen uns die Frage nach der ethischen Vertretbarkeit der geradezu zelebrierten Gewaltorgien. Das muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden.

Aber mal ganz sachlich: Der Film überzeugt mit einer allseits düsteren Grundstimmung, einer wirklich morbiden, aber gleichermaßen originellen Story (über einige wirklich kleine Schwächen in der Dramaturgie blicken wir an dieser Stelle einfach hinweg) und mit dem grandios diabolischen tötenden Tätowierer mit dem vielsagenden Namen „The Artist“. Dargestellt durch den brillanten Schauspieler Robert LaSado.

Nach Sinn und Metapher dieses Gemetzels suchen wir natürlich vergebens. Dafür ist das einfach das falsche Subgenre. Die hohe Spannungskurve stimmt uns jedoch milde und damit verleihen wir dem Streifen gerne das Prädikat „Sehenswert“.

Die Versionen

Es war nicht anders zu erwarten: Die Jugendschutzprüfer von der FSK haben diesen Film nicht ungekürzt durchgewunken. Gegenüber der Originalfassung mit 98 Minuten Laufzeit, sind hierzulande sechs Minuten der deutschen Freigabe zum Opfer gefallen. Löblich ist hierbei, dass nicht einfach nur wild drauflos geschnippelt wurde, sondern dass die Schnitte sehr dezent ausfallen und den Filmgenuss nicht nachhaltig stören. Es bleiben also 92 Minuten (auf DVD 89 Minuten), die aufgrund der immer noch extrem brutalen Darstellungen zu recht ab 18 Jahren freigegeben sind.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Eigentlich zu viel überflüssige Gewalt. Eigentlich. Denn es bleibt dennoch ein düsterer Thriller, der bis zum Schluss fesselt.

Bewertung: 4/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Killer Ink"

Über den Autor Angus Sc.

Seine Affinität zu Horrorfilmen hatte er bereits in früher Jugend entdeckt. Daraus resultiert seine Vorliebe für Horrorklassiker aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern.
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