Filmkritik Bewertung: 2/5 SterneHidden in the Woods (Remake 2014)

Von drauß' vom Walde komm ich her ...

Der Missbrauch von Frauen steht im US-Remake des chilenischen Films „En las afueras de la ciudad“ an der Tagesordnung. Doch die in Deutschland erhältliche Fassung wirkt schon beinahe harmlos, obwohl sie eine brutale Wahrheit erzählt.

Die Geschichte

Autsch! (Foto: Tiberius Film)

Die Geschwister Ana (Jeannine Kaspar) und Anny (Electra Avellan) wachsen ohne ihre Mutter auf. Die Erziehung übernimmt ihr Vater Oscar (Michael Biehn). Doch anstatt sich um sie zu kümmern, misshandelt er sie jahrelang. Nachdem eines der Mädchen schwanger wird und einen Jungen zur Welt bringt, sperrt Oscar die Schwestern nebst Nachwuchs endgültig weg. Nun gibt es keinerlei Kontakt mehr zur Außenwelt. Einzig der Vater hat noch ein paar Geschäfte mit Drogen am Laufen.

Die Lage wird für die drei täglich schwerer zu ertragen, und so versuchen die Mädchen die Polizei zu informieren. Doch die eintreffenden Polizisten bringt Vater Oscar kaltblütig um die Ecke. Daraufhin wandert er ins Gefängnis. Die Mädchen versuchen nun, allein über die Runden zu kommen, haben aber nicht mit Geldeintreiber und Drogenchef Costello (William Forsythe) gerechnet. Denn der ist stinksauer und will das Geld zurück, das Oscar ihm schuldet.

Filmkritik „Hidden in the Woods (Remake 2014)“

Ich hab kein Bock mehr auf Jim Beam. (Foto: Tiberius Film)

Der Film „Hidden in the Woods“ gehört ganz klar in die Filmkategorie „Vergewaltigung und Rache“ – beziehungsweise „Rape and Revenge“. Doch ein dickes Problem des Films ist, dass die Szenen irgendwie zusammengestückelt aussehen. Der rote Faden fehlt. Das hat nichts mit der hier vorliegenden gekürzten Version, sondern mit dem Filmemacher und Regisseur Patricio Valladares selbst zu tun. Machart, Schauspieler und Dialoge wirken halbherzig und unprofessionell. Stichwort: Zwei Polizisten wollen die beiden heranwachsenden Schwestern und deren Sohn/Neffen retten, damit ihr Vater sie nicht tötet. Leider ohne Erfolg. Das gilt auch für uns, denn es ist nur eine von zahlreichen misslungenen Szenen.

Was wie ein Spaziergang aussieht, wird zum Höllentrip. (Foto: Tiberius Film)

Der Film ist streckenweise zu langatmig umgesetzt, mit dünnem Drehbuch und insgesamt viel zu unspannend. Filmfans dieses Subgenres schauen vermutlich mal rein. Alle anderen können getrost einen anderen Film in ihren Blu-ray-Player legen. Denn man verpasst nichts, außer vielleicht ein müdes Wiedersehen mit dem alten Haudegen Michael Biehn, den wir bereits aus „Aliens – Die Rückkehr“ kennen.

Apropos Biehn. In diesem Film hat er eine etwas seltsame Rolle. Zuerst bringt er seine Frau um, dann vergeht er sich an seinen Kindern und später wird er noch zum Antihelden. Kurz und nur ganz kurz erinnert uns die schräge Mixtur aus Gewaltparadies, Drogenmilieu und Westernattitüde an einen Streifen von Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez. Aber das war es auch schon. „Hidden in the Woods“ hat einen hohen Gewaltgrad, filmtechnisch ist er nur auf Amateurniveau.

Die Versionen

Die uns vorliegende Fassung zeigt einiges nicht, aber lässt ahnen, was uns in der ungeschnittenen Version gezeigt werden würde. Ganze 6,5 Minuten (laut schnittberichte.com) wurden aus der in Deutschland erhältlichen FSK-18-Version herausgeschnitten. Klar, dass sowas auffällt. Denn die Kürzungen sind vor allem dann spürbar, wenn der Film in Schwung kommen will.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Heikles Thema, aber öde in Szene gesetzt.

Bewertung: 2/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Hidden in the Woods (Remake 2014)"

noch kein Trailer
Über den Autor Ash Williams

Vor Jahren hat er sich noch vor Horrorfilmen gegruselt. Naja, vielleicht so ein bisschen. Jetzt schaut er sie jedenfalls mit ganz anderen Augen. Je länger er sich mit diesen Filmen auseinander setzte, desto mehr faszinierten sie ihn.
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