Filmkritik Bewertung: 3/5 SterneHaunted Child

Überraschungen im verschneiten Hinterland

Catherines Vater ist gestorben und hinterlässt ihr ein Elternhaus, das sie nicht behalten will. Also fährt sie mitten im Winter in das Dorf, in dem sie ihre halbe Kindheit verbracht hat, um einen Käufer zu finden. Doch die Landpartie gerät unversehens zum Horrortrip.

Die Geschichte

Steine sind Steine (Foto: Nameless Media)

Steine sind Steine (Foto: Nameless Media)

Während eines Restaurantbesuchs erreicht Catherine (Synnøve Macody Lund) die traurige Nachricht: ihr Vater ist tot. Sie macht sich schnellstmöglich auf den Weg in ihre alte Heimat, um die geerbten vier Wände zu verkaufen. Das ist erstaunlich, denn bei der Immobilie handelt es sich keineswegs um ein simples Einfamilienhaus, sondern um ein stattliches Anwesen, das von viel Land umgeben ist. Der Aufenthalt im Hinterland gerät allerdings zum unangenehmen Erlebnis. Das Dorf wirkt frostig, was nicht daran liegt, dass der norwegische Winter Einzug gehalten hat. Catherine wird wortkarg und mit befremdlichen Blicken empfangen, dass schnell die Frage aufkommt, was in der Vergangenheit bloß geschehen ist. Und dass sich der Pfarrer freut, sie „erwachsen“ erleben zu dürfen, macht die Sache nicht besser.

Sonderbares geschieht auch im elterlichen Haus. Mal fällt ein Bild zu Boden, mal knallt eine Tür zu. Knarzende Dielen sorgen dafür, das Catherines Stimmung vollends in den Keller fährt. Ein Lichtblick scheint die kleine Daisy (Ebba Steenstrup Såheim) zu sein, die sie vor dem Haus trifft. Aber das ist auch merkwürdig. Ein Kind, das entspannt auf einem fremden Grundstück spielt und so tut, als sei das völlig normal? In diesem Zusammenhang wird selbst die unverfängliche Kamerafahrt auf einen Schneemann zur gruseligen Angelegenheit.

Filmkritik „Haunted Child“

Manchmal hilft nur noch eins: die Axt im Haus (Foto: Nameless Media)

Manchmal hilft nur noch eins: die Axt im Haus (Foto: Nameless Media)

Die naheliegenden Fragen sind im ersten Moment: ist das Haus verhext oder ist Daisy gar eine Inkarnation einer übernatürlichen Kreatur, die Catherine an den Kragen will?

Tja, das sind gute Fragen, die aber nicht wie erwartet oder erhofft beantwortet werden. Denn „Haunted Child“ ist ein sonderbares Seherlebnis. Anfangs kommen die ganzen aufregenden Schrecksequenzen und die unheimlichen Szenen noch ganz gut an. Ungezählte Jump Scares – also Schreckmomente mit überlauten Geräuschen – später, ist ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. Auch in Sachen Horror kommt dann nicht viel mehr. Das hat zur Folge, dass man keine richtige Lust mehr hat, den Film weiter anzuschauen.

Ist da jemand? (Foto: Nameless Media)

Ist da jemand? (Foto: Nameless Media)

Das ist schade, denn im Grunde ist „Haunted Child“ ganz interessant. Regisseur Carl Christian Raabe inszeniert keinen normalen Horrorthriller, sondern einen Mix aus Psychothriller und Familiendrama. Leider vermengt er das Ergebnis mit einem Übermaß an furchterregenden Szenen. Sicher, per Definition ist das alles ein Horrorthriller: es gibt sowohl spannende Elemente als auch schreckenerregende Szenen. Problematisch wird es allerdings, wenn einem bewusst wird, welche Filme zu diesem Genre zählen. Etwa „SAW“, „Get Out“ oder – der grandiose – „Psycho“. Dann ist an diesem Streifen plötzlich sehr wenig Nervenkitzel. Ohne diese Erwartungshaltung unterhält dieses niedertourig laufende, aber spannende Kammerspiel trotzdem ganz solide.

Die Versionen

„Haunted Child“ gibt es als DVD, sowie Blu-ray und ist ab 16 Jahren freigegeben.

Das Urteil von Horrormagazin.de

Eigentlich ein ganz gutes Drama. Es ist aber ärgerlich, weil das Ganze als Horrorthriller angepriesen wird. Das kann technisch sicher so gesehen werden, passender wäre aber die Schublade Problemfilm mit Thriller-Elementen.b55b01450acc46969c8483f3e76888f3

Bewertung: 3/5 Sterne

Der offizielle Trailer zum Film "Haunted Child"

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Über den Autor Alptruck

Rezensiert seit acht Jahren wieder regelmäßig Filme und Comics. Sein Nickname wurde ihm Ende der 70er zu Punk-Zeiten verpasst, weil er offenbar etwas nervte und Albdruck so ähnlich klingt.
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